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"Macbeth": Shakespeare à la Coen

1945 1960 1980 2000 2020

Frances McDormand und Denzel Washington brillieren in Joel Coens brillanter, aberwitzig düsterer „Macbeth“-Adaptation.

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Frances McDormand und Denzel Washington brillieren in Joel Coens brillanter, aberwitzig düsterer „Macbeth“-Adaptation.

An Shakespeare weist sich die Kunst: Auch Regie-Titanen haben sich filmisch am dramatischen Urvater abgearbeitet. An seine schottische Königs-, Raubund Mördergeschichte „Macbeth“ haben sich bereits Orson Welles (1948), Roman Polański (1971) oder zuletzt Justin Kurzel (2015) herangewagt. Auch Großmeister Akira Kurosawa weist in seiner Filmografie die Adaption des Stoffes in ein japanisches Setting („Kumonosujō – Das Schloss im Spinnwebwald“, 1957) aus.

Nun hat sich Joel Coen (erstmals ohne seinen kongenialen Bruder Ethan) an die alte Raubersgeschichte herangemacht – und es gelingt ihm, abseits aller Anklänge an den filmischen Look der Coen-Brüder, ein grandioses Werk, das sich in Sprache und Handlung an die Shakespeare’sche Vorlage hält, wie man es 2021 nicht vermuten würde. Frances McDormand, Joel Coens Ehefrau, habe schon lang auf die Shakespeare-Verfilmung gedrängt – und mit der Rolle der intrigant-wahnsinnigen Lady Macbeth ist die Ausnahmeschauspielerin einmal mehr in ihrem Element. Den von ihr umgarnten Gatten und Königsmörder Macbeth gibt Denzel Washington, auch er meistert die Herausforderung mit solcher Bravour, dass eine Oscar-Nominierung gewiss keine Überraschung wäre.

Dass US-amerikanische Aussprache und der fünfhebige Jambus von Shakespeare zusammengehen: Wer hätte das gedacht? Auch die anderen Schauspielleistungen, allen voran Kathryn Hunter als Hexe und Brendan Gleeson als König Duncan von Schottland, formen ein überzeugendes Ensemble.

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