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"Pleasure": Subversion sieht anders an

1945 1960 1980 2000 2020

Alexandra Zawia über "Pleasure" von Ninja Thyberg.

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Alexandra Zawia über "Pleasure" von Ninja Thyberg.

"Business or pleasure?“ fragt man die junge Schwedin bei ihrer Ankunft am Flughafen in Los Angeles nach ihrem Zweck der Einreise. „Pleasure“, sagt sie, denn sie hat Freude am Geschäft, deshalb hat sie sich ihren Künstlernamen auf das Handgelenk tätowieren lassen: Bella Cherry (Sofia Kappel) liebt Sex und liebt Pornos, auch: sie zu machen.

Selbst wenn das ganz schön hart ist und arg und brutal und erniedrigend. Es ist auch schön, und sie macht es immerhin freiwillig. Viel mehr wird wird man im Film „Pleasure“ von Ninja Thyberg nicht erfahren. Ein Film, der im energischen Diskurs über „Male Gaze“ dankbar für seinen „weiblichen Blick“ gefeiert wird, allerdings vorschnell und zudem grundlos. Viele der Protagonisten aus dem Pornobusiness spielen sich hier selbst und viele sind sehr sympathisch - und Kappel ist als Porno-Stereotyp toll gecastet.

Thybergs Blick auf und ihre Interpretation von Bella aber bleibt durchgehend naiv – und ausbeuterisch, schafft keine Subversion.

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