"Space Dogs" - © Rainer Messerklinger

"Space Dogs" - Auswüchse der Menschheit

1945 1960 1980 2000 2020

Moskauer Straßenhunde wurden als erste Lebewesen für die Raumfahrt trainiert.

1945 1960 1980 2000 2020

Moskauer Straßenhunde wurden als erste Lebewesen für die Raumfahrt trainiert.

Noch 60 Jahre nach ihrem Flug ins All ist die Geschichte der Hündin Laika, die als erstes Lebewesen ins All geschossen wurde, Quelle der Faszination und Inspiration – so auch für den grausam märchenhaften Filmessay „Space Dogs“.

Elsa Kremser und Levin Peter erleben dabei die Bestie Mensch durch die Augen der Straßenhunde Moskaus, den heutigen Nachfolgern Laikas, die dort gefangen wurde, um im sowjetischen Weltraumprogramm verwendet zu werden. Assoziativ koppeln sie die russische Off-Erzählung mit den Bildern urbaner Zwischenbereiche, in denen sich ein Rudel durchschlägt. In diesen Parkplätzen, Gewerbegebieten oder Brachen geht der Blick dann über die Tiere hinaus auf Menschen, die selbst außerhalb der Norm stehen oder sich diese Lücken aneignen.

Schonungslos, wenn auch in der Assoziation plakativ, lassen Kremser und Peter diese Beobachtungen einwirken, die über die Grenze des Erträglichen gehen. Diese Erfahrung findet sich aber genauso im bislang unveröffentlichtem Archivmaterial der damaligen Experimente, das sie dem gegenüberstellen.

Wenn "Space Dogs“ eines kann, dann ist es das Narrativ von Heldentum und Mut zu zerschlagen, um die Auswüchse der Menschheit aufzuzeigen.

Noch 60 Jahre nach ihrem Flug ins All ist die Geschichte der Hündin Laika, die als erstes Lebewesen ins All geschossen wurde, Quelle der Faszination und Inspiration – so auch für den grausam märchenhaften Filmessay „Space Dogs“.

Elsa Kremser und Levin Peter erleben dabei die Bestie Mensch durch die Augen der Straßenhunde Moskaus, den heutigen Nachfolgern Laikas, die dort gefangen wurde, um im sowjetischen Weltraumprogramm verwendet zu werden. Assoziativ koppeln sie die russische Off-Erzählung mit den Bildern urbaner Zwischenbereiche, in denen sich ein Rudel durchschlägt. In diesen Parkplätzen, Gewerbegebieten oder Brachen geht der Blick dann über die Tiere hinaus auf Menschen, die selbst außerhalb der Norm stehen oder sich diese Lücken aneignen.

Schonungslos, wenn auch in der Assoziation plakativ, lassen Kremser und Peter diese Beobachtungen einwirken, die über die Grenze des Erträglichen gehen. Diese Erfahrung findet sich aber genauso im bislang unveröffentlichtem Archivmaterial der damaligen Experimente, das sie dem gegenüberstellen.

Wenn "Space Dogs“ eines kann, dann ist es das Narrativ von Heldentum und Mut zu zerschlagen, um die Auswüchse der Menschheit aufzuzeigen.

Film

Space Dogs

A/D 2019.
Regie: Elsa Kremser, Levin Peter.
Raumzeitfilm. 91 Min.

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