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Freiheitskämpferin unter Arrest

15 Jahre lang dauert schon ihr entschlossener, gewaltfreier Kampf für Frieden und Demokratie in ihrem Heimatland Burma (Myanmar). Ein Kampf, den Aung San Suu Kyi (58) meist um den Preis ihrer eigenen Sicherheit bestritt. Erst in den vergangenen Tagen wurde die Vorsitzende der oppositionellen Nationalen Liga für Demokratie (NLD) und Friedensnobelpreisträgerin wieder in ein Militärgefängnis gebracht. Anlass waren nach offizieller Darstellung Zusammenstöße zwischen Oppositionellen und einer regierungsnahen Gruppierung, bei der es vier Tote gegeben haben soll. Die NLD spricht hingegen von bis zu 70 Todesopfern. Auch Suu Kyi selbst soll verletzt worden sein. Indes wurde dem UNO-Sondergesandten Razali Ismail von den Militärs erlaubt, die inhaftierte Politikerin zu treffen. Razali hatte bereits im Jahr 2000 Gespräche zwischen Suu Kyi und der Militärregierung vermittelt. Er erreichte im Mai 2002 ihre Freilassung nach 19 Monaten Hausarrest.

Durch ihren bedingungslosen Einsatz gilt die 1945 geborene Aung San Suu Kyi als Symbolfigur der burmesischen Freiheitsbewegung. Auch ihr Vater, der 1947 ermordete General Aung San, wird in dem 46 Millionen Einwohner-Land als Nationalheld verehrt. Nach einem längeren Auslandsaufenthalt kehrte Suu Kyi im Jahr 1988 nach Burma zurück und führte die NLD bei den Wahlen 1990 zu einem Sieg mit Vierfünftelmehrheit. Die Einberufung des Parlaments wurde jedoch vom Militär verhindert. 1991 wurde ihr der Friedensnobelpreis zugesprochen. Ihn auch entgegenzunehmen, blieb ihr aber verwehrt. APA/DH

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