Digital In Arbeit
Feuilleton

Galionsfigur und Rückgrat

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Zum Auftakt der Intendanz des Duos Schernhuber/Höglinger wagt man sich an Neuland in der Programmierung der Sonderreihen der Diagonale: Denn ab sofort soll jedes Jahr ein Filmschaffender im Zentrum eines Tributes stehen, der oder die mit ihrer Arbeit nicht zwangsläufig im Vordergrund sichtbar ist, sondern im Verborgenen für eine eigenständige Handschrift sorgt; das können Regisseure sein, aber auch Schnittmeister, Kameraleute, Kritiker oder Kinobetreiber.

Den Auftakt macht jedenfalls die 1968 in Klagenfurt geborene Produzentin Gabriele Kranzelbinder, die sich über die letzten zehn, fünfzehn Jahre in der österreichischen Kunstfilmund Avantgarde-Szene den Ruf erarbeitet hat, Galionsfigur und Rückgrat gleichermaßen zu sein.

Denn Kranzelbinder hat in ihren Arbeiten das Riskante, das Wagnis nie gescheut, selbst, wenn der Ausgang ungewiss war. Sie ist seit Mitte der 1990er-Jahre als Produzentin aktiv, und betreibt heute mit KGP ihre eigene Produktionsfirma. Daraus entstammen zahlreiche Filme von großer Vielfalt, darunter etwa die Arbeiten von Thomas Woschitz ("Universalove" und "Bad Luck"), Virgil Widrichs "Copy Shop", Edgar Honetschlägers "Il Mare e la Torta", Ruth Maders "What is Love", Jörg Kalts "Crash Test Dummies", Gustav Deutschs famose Edward-Hopper-Hommage "Shirley - Visions of Reality", Hubert Saupers "We Come As Friends" oder auch "Maikäfer flieg", der Eröffnungsfilm der diesjährigen Diagonale.

Das "erste Publikum" eines Filmkünstlers

Gerne blickt Kranzelbinder in ihrer Arbeit auch über die Landesgrenzen hinaus, sucht internationale Koproduktionspartner und war unter anderem bei der Arthaus-Großproduktion "Carlos" von Olivier Assayas an Bord.

Kranzelbinder sieht sich selbst in der Produzentinnen-Funktion als das "erste Publikum", das ein Filmkünstler hat. "Das Wesentliche an meiner Rolle ist es, ein Gegenüber zu sein, aber natürlich hat man auch selbst Ideen, manchmal gar nicht die schlechtesten", lacht Kranzelbinder. "Dann geht es darum, Impulse zu setzen, die sich für die Autoren stimmig in ein großes Ganzes einfügen". Film begreift sie als Teamarbeit: "Es gefällt mir, wenn klar wird, dass man dasselbe will und an einem Strang zieht".

Zum Auftakt der Intendanz des Duos Schernhuber/Höglinger wagt man sich an Neuland in der Programmierung der Sonderreihen der Diagonale: Denn ab sofort soll jedes Jahr ein Filmschaffender im Zentrum eines Tributes stehen, der oder die mit ihrer Arbeit nicht zwangsläufig im Vordergrund sichtbar ist, sondern im Verborgenen für eine eigenständige Handschrift sorgt; das können Regisseure sein, aber auch Schnittmeister, Kameraleute, Kritiker oder Kinobetreiber.

Den Auftakt macht jedenfalls die 1968 in Klagenfurt geborene Produzentin Gabriele Kranzelbinder, die sich über die letzten zehn, fünfzehn Jahre in der österreichischen Kunstfilmund Avantgarde-Szene den Ruf erarbeitet hat, Galionsfigur und Rückgrat gleichermaßen zu sein.

Denn Kranzelbinder hat in ihren Arbeiten das Riskante, das Wagnis nie gescheut, selbst, wenn der Ausgang ungewiss war. Sie ist seit Mitte der 1990er-Jahre als Produzentin aktiv, und betreibt heute mit KGP ihre eigene Produktionsfirma. Daraus entstammen zahlreiche Filme von großer Vielfalt, darunter etwa die Arbeiten von Thomas Woschitz ("Universalove" und "Bad Luck"), Virgil Widrichs "Copy Shop", Edgar Honetschlägers "Il Mare e la Torta", Ruth Maders "What is Love", Jörg Kalts "Crash Test Dummies", Gustav Deutschs famose Edward-Hopper-Hommage "Shirley - Visions of Reality", Hubert Saupers "We Come As Friends" oder auch "Maikäfer flieg", der Eröffnungsfilm der diesjährigen Diagonale.

Das "erste Publikum" eines Filmkünstlers

Gerne blickt Kranzelbinder in ihrer Arbeit auch über die Landesgrenzen hinaus, sucht internationale Koproduktionspartner und war unter anderem bei der Arthaus-Großproduktion "Carlos" von Olivier Assayas an Bord.

Kranzelbinder sieht sich selbst in der Produzentinnen-Funktion als das "erste Publikum", das ein Filmkünstler hat. "Das Wesentliche an meiner Rolle ist es, ein Gegenüber zu sein, aber natürlich hat man auch selbst Ideen, manchmal gar nicht die schlechtesten", lacht Kranzelbinder. "Dann geht es darum, Impulse zu setzen, die sich für die Autoren stimmig in ein großes Ganzes einfügen". Film begreift sie als Teamarbeit: "Es gefällt mir, wenn klar wird, dass man dasselbe will und an einem Strang zieht".