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Herrligkoffer & Messner: Antipoden, die einander brauchten

Nanga Parbat, der 8125 Meter hohe Himalayariese, ist zuerst der Berg von Hermann Buhl. 1953 gelang dem Nordtiroler die Erstbesteigung – vom letzten Höhenlager aus allein. Dann ist der Nanga Parbat der Messner-Berg – Tragödie und Triumph hat der Südtiroler dort gefunden. Zum Schicksalsberg ist der Nanga Parbat aber auch dem Münchner Arzt Karl Maria Herrligkoffer geworden. Acht Mal leitete er Expeditionen zum „Nackten Berg“: 1953 nahm er Buhl mit, 1970 die beiden Messners. Im Film ist er, genial dargestellt von Karl Markovics, der Antipode zu Reinhold Messner. Herrligkoffer will den Berg bezwingen, niederringen, besiegen … Messner stellt dieser auch im Tonfall an die Nazi-Zeit erinnernden alpinen Kriegsideologie sein neues Bergdenken entgegen: Der Berg ist Berg – „Die Gefühle tragen wir selbst zu den Bergen.“ Bei aller Konkurrenz zeigt „Nanga Parbat“ aber auch, wie sehr Herrligkoffer und Messner einander gebraucht haben – das ist fair. (wm)

Nanga Parbat – Zwei Brüder. Ein Berg. Ihr Schicksal

Regie: Joseph Vilsmaier. Verleih: Senator Film. 100 Min

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