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Feuilleton

Im vierzehnten Himmel

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Der Frauen-Wettlauf auf alle 14 Achttausender ist entschieden - für die Welt. Für Österreich geht das Rennen weiter, bis die "moralische Siegerin“ auf ihrem letzten Gipfel steht.

Die passionierte Befürworterin des Frauenbergsteigens Felicitas von Reznicek hat Ende der 1960er-Jahre vorausgesagt: "Im Jahr 2000 spielt auch in den Weltbergen der kleine Unterschied keine Rolle mehr.“ Sie hat sich um zehn Jahre verschätzt. Erst als im Vorjahr die erste Frau und kurz darauf die zweite alle 14 Achttausender besteigen, ist die Emanzipation der Frauen im Bergsport verwirklicht. Willkommen im elitären "Club 14“, der im Mai letzten Jahres 22 Mitglieder, darunter zwei Frauen, zählte.

Bergpapst Reinhold Messner widmet dem weiblichen Zugang zu dem von ihm begründeten Super-Alpin-Club das Buch "On Top - Frauen ganz oben“, in dem er die Geschichte des Frauenbergsteigens erzählt und sich dabei nicht nur einmal schuldbewusst an die eigene Brust klopft: "Wir, die zweite erfolgreiche Generation an den höchsten Bergen der Welt, waren es, welche die Achttausender bedeutungsschwanger überladen haben. Sie wurden so zu Marken, mit Botschaften überhäuft.“

Entscheidend dafür war und ist aber auch die Faszination der Zahl. Damit beginnt die Geschichte der höchsten Berge der Welt bereits im Jahr 1793, als der französische Nationalkonvent ein neues Längenmaß definiert. Später gelangen zwar genauere Vermessungen zum Ergebnis, dass das Urmeter etwas zu kurz geraten ist. Doch Meter bleibt Meter - und auf der Erde gibt es seither 14 Gipfel über 8000 Meter Seehöhe.

Messner brauchte 16 Jahre

Wäre der Meter nur ein wenig länger, gäbe es weniger Berge, die über diese magische Zahl hinausgehen. Und bei nur zwei, drei oder vier Achttausendern hätte die Vervollständigung der Sammlung zu keinem jahrelangen Wettrennen geführt. Wäre der Meter aber etwas kürzer ausgefallen, gäbe es mehr Achttausender: 25, 30, 40 Gipfel … Ein kürzerer Meter hätte eventuell auch ein, zwei Neuntausender geschaffen, und dann wäre wieder alles anders. 14 Achttausender - diese Anzahl ist genau richtig: nicht zu viele, nicht zu wenige, damit Bergsteiger und zwei Jahrzehnte nach ihnen Bergsteigerinnen sich einen öffentlichkeitswirksamen Wettkampf um den "14. Himmel“ liefern können.

Der Ausdruck stammt vom polnischen Ausnahmebergsteiger Jerzy Kukuczka, der vor 25 Jahren Messner diesen Achttausender-Himmel streitig gemacht hat. Messner behält schließlich die Nase vorn, komplettiert 1986 mit einer Besteigung des Lhotse seine Gipfelliste. 16 Jahre hat Messner dafür gebraucht. Man kann es ihm glauben, dass er dieses Ziel lange überhaupt nicht im Blick gehabt hat. Ansonsten hätte er nicht den Nanga Parbat oder den Mount Everest ein zweites Mal, allein, bestiegen, sondern sich auf die ihm noch fehlenden Achttausender konzentriert. Aber in den 1980er-Jahren beginnt dann auch er mit dem Zählen. Mit Kukuczka ist zudem ein ernstzunehmender Konkurrent aufgetaucht, und die Medien zeigen ihr Interesse an einem Wettkampf. Kukuczka kann seine Reihe 1987, ein Jahr nach Messner, abschließen. Insgesamt hat er acht Jahre dafür gebraucht - ein Zeichen, dass der Pole das Gipfelsammeln von Beginn an konsequenter als der Südtiroler angegangen ist. Zwei Jahre nach seinem Eintritt in den "Club 14“ stürzt Kukuczka ab - beim Versuch, als Erster die Lhotse-Südwand zu durchsteigen.

Der Papst und die polnische Bergsteigerin

Dass es ein knappes Vierteljahrhundert dauert, bis die Bergsteigerinnen zu den Bergsteigern aufschließen und "14 x 8000“ vollenden, liegt ausschließlich daran: dass eine nach der anderen nach Erreichen des vierten, fünften, sechsten oder weiteren Achttausenders nicht mehr zurückkehrt. Die Journalistin Eva Maria Bachinger widmet in ihrem Buch "Die besten Bergsteigerinnen der Welt“ diesen Frauen, die dem "Gipfel-Fieber“ zum Opfer gefallen sind, ein eigenes Kapitel. Bachinger vergisst dabei auch nicht auf die verunglückten Sherpani, die nepalesischen Höhenbergsteiger-, Träger- und Führerinnen, nennt jedoch als prominentestes Opfer in der Reihe dieser Frauen Wanda Rutkiewicz.

Am 16. Oktober 1978 besteigt die Polin den Mount Everest. Und das obwohl ihr die anderen (männlichen) Expeditionsteilnehmer zu verstehen geben, "dass Frauen bei Expeditionen fehl am Platz und unerwünscht waren“. Rutkiewicz gelangt als erste Europäerin auf den höchsten Gipfel der Welt; den Titel "Erste Frau auf dem Everest“ hat drei Jahre zuvor die Japanerin Junko Tabei errungen. Doch für Rutkiewicz zählt, dass sie die erste Polin ist. Noch dazu am selben Tag, an dem der Pole Karol Wojtyla zum Papst gewählt wird. "Der gute Gott wollte, dass wir beide am selben Tag so hoch hinaufkommen“, meint der Papst, als ihm Rutkiewicz bei einer seiner Polen-Reisen die Hand schüttelt und einen in Silber gefassten Stein vom Gipfel des Mount Everest überreicht. Wanda Rutkiewicz erlebt in weiterer Folge alle Höhen (hymnische Verehrung in Polen) und Tiefen (physische wie psychische Verletzungen), die ein Leben als Alpinstar bereithalten kann.

1990 fasst Rutkiewicz den Entschluss alle 14 Achttausender zu besteigen. Ihr fehlen zu diesem Zeitpunkt noch acht Achttausender, die sie in nur einem Jahr besteigen will. Dazu startet sie ihre "Karawane der Träume“, erreicht zwei weitere Achttausender. Doch ihre Winterexpedition zum Dhaulagiri scheitert. Rutkiewiczs Karawane gerät ins Stocken, sie immer mehr unter Druck. Beim Aufstieg zum Kangchendzönga sieht sie ein Bergkamerad zum letzten Mal. Er beschwört sie, mit ihm abzusteigen, doch sie will hinauf zum Gipfel … Seit dem 12. Mai 1992 gilt Wanda Rutkiewicz als verschollen. "Ich werde nicht die Dritte nach Messner und Kukuczka sein“, hatte sie einmal vorausgesagt: "Ich werde die Erste sein, die etwas Neues probiert.“

Die Tragödie von Rutkiewicz ist, dass sie an diesem Anspruch an sich selbst gescheitert ist. Aus der beherzten wie kreativen Kämpferin für Emanzipation am Berg wurde eine vom Druck der Medien und Sponsoren Getriebene, die notfalls "Gladiatorenverträge“ zu unterschreiben hatte. Die Enttäuschung über diese Entwicklung im Bergsteigen generell und im Frauenbergsteigen im Speziellen ist der rote Faden in den Bergsteigerinnen-Büchern sowohl von Messner als auch von Bachinger. Wobei Zweitere Ersterem vorwirft, nicht unschuldig an dieser Entwicklung zu sein.

"Parallelen zu den Männerspielen“

Und Messner sagt selbst im Blick auf den vorjährigen Achttausender-Frauen-Wettlauf, der in einen Zickenkrieg zwischen den Beteiligten und den ihnen assistierenden Medien ausgeartet ist und in nach wie vor nicht geklärten Unterstellungen geendet hat: "Es ist müßig, darüber zu streiten, ob es die Medien, die Fans der Heldinnen oder die Akteurinnen selbst waren, die das Spektakel antrieben, die Parallelen zu den Männerspielen von früher sind unübersehbar. Auch ihre Ingredienzien: Rivalität, Neid und Ehrgeiz.“

Während Messner für die südkoreanische Achttausender-Siegerin Oh Eun-sun Stellung bezieht und sie gegen Vorwürfe in Schutz nimmt, sie sei nicht ganz am Gipfel des Kangchendzönga gestanden, bleibt für Bachinger "jedenfalls ein schaler Nachgeschmack, wenn die Siegerin nicht über jeden Verdacht erhaben ist und viele Hilfsmittel einsetzt“. Damit sind die Felder künftiger Diskussionen abgesteckt. Die einen werden Oh Eun-sun in die Annalen eintragen, andere die Spanierin Edurne Pasaban als eigentliche Gewinnerin ausrufen, weil sie jeden Gipfelsieg eindeutig beweisen kann. Wieder andere werden die Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner (nach ihrer Besteigung des K2) zur "moralischen Siegerin“ erklären, weil sie keinen künstlichen Sauerstoff verwendet. Das Ranking der besten Bergsteigerinnen der Welt bleibt also umstritten, bis man sich auf die Worte der in Kathmandu ansässigen Achttausender-Chronistin Elisabeth Hawley besinnt, die sagt: "Man sollte das Bergsteigen nicht in Männer und Frauen unterteilen. Bergsteigen bedeutet hochgehen und wieder heil herunterkommen - egal ob man eine Frau oder ein Mann ist …“

Die besten Bergsteigerinnen der Welt

Von Eva Maria Bachinger

Milena Verlag 2010, geb., 256 S., e 19,80

On Top. Frauen ganz oben

Von Reinhold Messner

Malik Verlag 2010, geb., 352 S., e 20,60

Der Frauen-Wettlauf auf alle 14 Achttausender ist entschieden - für die Welt. Für Österreich geht das Rennen weiter, bis die "moralische Siegerin“ auf ihrem letzten Gipfel steht.

Die passionierte Befürworterin des Frauenbergsteigens Felicitas von Reznicek hat Ende der 1960er-Jahre vorausgesagt: "Im Jahr 2000 spielt auch in den Weltbergen der kleine Unterschied keine Rolle mehr.“ Sie hat sich um zehn Jahre verschätzt. Erst als im Vorjahr die erste Frau und kurz darauf die zweite alle 14 Achttausender besteigen, ist die Emanzipation der Frauen im Bergsport verwirklicht. Willkommen im elitären "Club 14“, der im Mai letzten Jahres 22 Mitglieder, darunter zwei Frauen, zählte.

Bergpapst Reinhold Messner widmet dem weiblichen Zugang zu dem von ihm begründeten Super-Alpin-Club das Buch "On Top - Frauen ganz oben“, in dem er die Geschichte des Frauenbergsteigens erzählt und sich dabei nicht nur einmal schuldbewusst an die eigene Brust klopft: "Wir, die zweite erfolgreiche Generation an den höchsten Bergen der Welt, waren es, welche die Achttausender bedeutungsschwanger überladen haben. Sie wurden so zu Marken, mit Botschaften überhäuft.“

Entscheidend dafür war und ist aber auch die Faszination der Zahl. Damit beginnt die Geschichte der höchsten Berge der Welt bereits im Jahr 1793, als der französische Nationalkonvent ein neues Längenmaß definiert. Später gelangen zwar genauere Vermessungen zum Ergebnis, dass das Urmeter etwas zu kurz geraten ist. Doch Meter bleibt Meter - und auf der Erde gibt es seither 14 Gipfel über 8000 Meter Seehöhe.

Messner brauchte 16 Jahre

Wäre der Meter nur ein wenig länger, gäbe es weniger Berge, die über diese magische Zahl hinausgehen. Und bei nur zwei, drei oder vier Achttausendern hätte die Vervollständigung der Sammlung zu keinem jahrelangen Wettrennen geführt. Wäre der Meter aber etwas kürzer ausgefallen, gäbe es mehr Achttausender: 25, 30, 40 Gipfel … Ein kürzerer Meter hätte eventuell auch ein, zwei Neuntausender geschaffen, und dann wäre wieder alles anders. 14 Achttausender - diese Anzahl ist genau richtig: nicht zu viele, nicht zu wenige, damit Bergsteiger und zwei Jahrzehnte nach ihnen Bergsteigerinnen sich einen öffentlichkeitswirksamen Wettkampf um den "14. Himmel“ liefern können.

Der Ausdruck stammt vom polnischen Ausnahmebergsteiger Jerzy Kukuczka, der vor 25 Jahren Messner diesen Achttausender-Himmel streitig gemacht hat. Messner behält schließlich die Nase vorn, komplettiert 1986 mit einer Besteigung des Lhotse seine Gipfelliste. 16 Jahre hat Messner dafür gebraucht. Man kann es ihm glauben, dass er dieses Ziel lange überhaupt nicht im Blick gehabt hat. Ansonsten hätte er nicht den Nanga Parbat oder den Mount Everest ein zweites Mal, allein, bestiegen, sondern sich auf die ihm noch fehlenden Achttausender konzentriert. Aber in den 1980er-Jahren beginnt dann auch er mit dem Zählen. Mit Kukuczka ist zudem ein ernstzunehmender Konkurrent aufgetaucht, und die Medien zeigen ihr Interesse an einem Wettkampf. Kukuczka kann seine Reihe 1987, ein Jahr nach Messner, abschließen. Insgesamt hat er acht Jahre dafür gebraucht - ein Zeichen, dass der Pole das Gipfelsammeln von Beginn an konsequenter als der Südtiroler angegangen ist. Zwei Jahre nach seinem Eintritt in den "Club 14“ stürzt Kukuczka ab - beim Versuch, als Erster die Lhotse-Südwand zu durchsteigen.

Der Papst und die polnische Bergsteigerin

Dass es ein knappes Vierteljahrhundert dauert, bis die Bergsteigerinnen zu den Bergsteigern aufschließen und "14 x 8000“ vollenden, liegt ausschließlich daran: dass eine nach der anderen nach Erreichen des vierten, fünften, sechsten oder weiteren Achttausenders nicht mehr zurückkehrt. Die Journalistin Eva Maria Bachinger widmet in ihrem Buch "Die besten Bergsteigerinnen der Welt“ diesen Frauen, die dem "Gipfel-Fieber“ zum Opfer gefallen sind, ein eigenes Kapitel. Bachinger vergisst dabei auch nicht auf die verunglückten Sherpani, die nepalesischen Höhenbergsteiger-, Träger- und Führerinnen, nennt jedoch als prominentestes Opfer in der Reihe dieser Frauen Wanda Rutkiewicz.

Am 16. Oktober 1978 besteigt die Polin den Mount Everest. Und das obwohl ihr die anderen (männlichen) Expeditionsteilnehmer zu verstehen geben, "dass Frauen bei Expeditionen fehl am Platz und unerwünscht waren“. Rutkiewicz gelangt als erste Europäerin auf den höchsten Gipfel der Welt; den Titel "Erste Frau auf dem Everest“ hat drei Jahre zuvor die Japanerin Junko Tabei errungen. Doch für Rutkiewicz zählt, dass sie die erste Polin ist. Noch dazu am selben Tag, an dem der Pole Karol Wojtyla zum Papst gewählt wird. "Der gute Gott wollte, dass wir beide am selben Tag so hoch hinaufkommen“, meint der Papst, als ihm Rutkiewicz bei einer seiner Polen-Reisen die Hand schüttelt und einen in Silber gefassten Stein vom Gipfel des Mount Everest überreicht. Wanda Rutkiewicz erlebt in weiterer Folge alle Höhen (hymnische Verehrung in Polen) und Tiefen (physische wie psychische Verletzungen), die ein Leben als Alpinstar bereithalten kann.

1990 fasst Rutkiewicz den Entschluss alle 14 Achttausender zu besteigen. Ihr fehlen zu diesem Zeitpunkt noch acht Achttausender, die sie in nur einem Jahr besteigen will. Dazu startet sie ihre "Karawane der Träume“, erreicht zwei weitere Achttausender. Doch ihre Winterexpedition zum Dhaulagiri scheitert. Rutkiewiczs Karawane gerät ins Stocken, sie immer mehr unter Druck. Beim Aufstieg zum Kangchendzönga sieht sie ein Bergkamerad zum letzten Mal. Er beschwört sie, mit ihm abzusteigen, doch sie will hinauf zum Gipfel … Seit dem 12. Mai 1992 gilt Wanda Rutkiewicz als verschollen. "Ich werde nicht die Dritte nach Messner und Kukuczka sein“, hatte sie einmal vorausgesagt: "Ich werde die Erste sein, die etwas Neues probiert.“

Die Tragödie von Rutkiewicz ist, dass sie an diesem Anspruch an sich selbst gescheitert ist. Aus der beherzten wie kreativen Kämpferin für Emanzipation am Berg wurde eine vom Druck der Medien und Sponsoren Getriebene, die notfalls "Gladiatorenverträge“ zu unterschreiben hatte. Die Enttäuschung über diese Entwicklung im Bergsteigen generell und im Frauenbergsteigen im Speziellen ist der rote Faden in den Bergsteigerinnen-Büchern sowohl von Messner als auch von Bachinger. Wobei Zweitere Ersterem vorwirft, nicht unschuldig an dieser Entwicklung zu sein.

"Parallelen zu den Männerspielen“

Und Messner sagt selbst im Blick auf den vorjährigen Achttausender-Frauen-Wettlauf, der in einen Zickenkrieg zwischen den Beteiligten und den ihnen assistierenden Medien ausgeartet ist und in nach wie vor nicht geklärten Unterstellungen geendet hat: "Es ist müßig, darüber zu streiten, ob es die Medien, die Fans der Heldinnen oder die Akteurinnen selbst waren, die das Spektakel antrieben, die Parallelen zu den Männerspielen von früher sind unübersehbar. Auch ihre Ingredienzien: Rivalität, Neid und Ehrgeiz.“

Während Messner für die südkoreanische Achttausender-Siegerin Oh Eun-sun Stellung bezieht und sie gegen Vorwürfe in Schutz nimmt, sie sei nicht ganz am Gipfel des Kangchendzönga gestanden, bleibt für Bachinger "jedenfalls ein schaler Nachgeschmack, wenn die Siegerin nicht über jeden Verdacht erhaben ist und viele Hilfsmittel einsetzt“. Damit sind die Felder künftiger Diskussionen abgesteckt. Die einen werden Oh Eun-sun in die Annalen eintragen, andere die Spanierin Edurne Pasaban als eigentliche Gewinnerin ausrufen, weil sie jeden Gipfelsieg eindeutig beweisen kann. Wieder andere werden die Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner (nach ihrer Besteigung des K2) zur "moralischen Siegerin“ erklären, weil sie keinen künstlichen Sauerstoff verwendet. Das Ranking der besten Bergsteigerinnen der Welt bleibt also umstritten, bis man sich auf die Worte der in Kathmandu ansässigen Achttausender-Chronistin Elisabeth Hawley besinnt, die sagt: "Man sollte das Bergsteigen nicht in Männer und Frauen unterteilen. Bergsteigen bedeutet hochgehen und wieder heil herunterkommen - egal ob man eine Frau oder ein Mann ist …“

Die besten Bergsteigerinnen der Welt

Von Eva Maria Bachinger

Milena Verlag 2010, geb., 256 S., e 19,80

On Top. Frauen ganz oben

Von Reinhold Messner

Malik Verlag 2010, geb., 352 S., e 20,60