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Ehe der Schnee nun wirklich der Schnee von gestern wird und alle nur noch vom Frühling träumen, verrate ich es Ihnen: Schnee ist psychologisch eine äußerst wichtige Substanz. Sie dämpft den Schall und versetzt dadurch das Gemüt in Ruhe. Wenn es nach Thomas Mann geht, sind das Erkenntnisse, die ausschließlich Menschen zukommen, die nicht zuviel mit Schnee zu tun haben, also Städter sind: "Das Kind der Zivilisation, fern ( ) der wilden Natur, ist ihrer Größe viel zugänglicher als ihr rauher Sohn, der, von Kindesbeinen an auf sie angewiesen, in nüchterner Vertraulichkeit mit ihr lebt. Dieser kennt kaum die religiöse Furcht, mit der jener, die Augenbrauen hochgezogen, vor sie tritt." Wenn das nicht ein romantisches Vorurteil ist. Nun, Sylvia Einöder ist Kärntnerin, sie kennt das mit dem Schnee am Land, hat sich bis nach Wien vorgekämpft und meint, dass man unabhängig von der Herkunft treffliche Geschichten zum Schnee finden kann. Geholfen hat dabei ebenfalls ein Landkind - diesfalls aus dem Pinzgau: Wolfgang Machreich. Und weil es auch das Gegenteil von Versenkung gibt, hat Martin Tauss Indiens "Glutkern", Varanasi bereist. In diesem Sinne wünschen wir besinnliches und aufgeregtes Gestöber.

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