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Internet: "Eine feste Burg ist unser Netz"

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Das "Netz" als Menschheits-Ausdruck der Gegenwart ist nichts als eine (religiöse) Fantasie.

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Das "Netz" als Menschheits-Ausdruck der Gegenwart ist nichts als eine (religiöse) Fantasie.

Kaum eine andere Facette des Selbstverständnisses der westlichen Gesellschaften erfährt derzeit eine stärkere Emphase als deren vermeintliche Säkularität. Diese Emphase reagiert auf den Eindruck, sich in einem Abwehrkampf gegen den (islamischen) religiösen Fundamentalismus zu befinden, der die westlichen Gesellschaften von innen und außen zugleich bedrohe.

Hellhörig muss an dieser Abwehr der gesinnungspolizeiliche Ton machen, den sie nicht selten annimmt. So etwa, wenn Einwanderern ein Bekenntnis zu den westlichen Werten abverlangt und gar die Abschiebung von unzuverlässig erscheinenden Subjekten gefordert wird.

Quasi-religiöse Haltungen

Dass der säkulare Staat nur eine Zweck-und keine Bekenntnisgemeinschaft sein kann, der von den ihm Unterworfenen zwar die Beachtung seiner Gesetze, doch keine bestimmte Haltung fordern kann, gerät außer Sicht. Erkennbar wird darin ein Verlangen nach der Kongruenz von Staat, Kultur und Bekenntnis, das der Theologe Karl Barth dem Christentum schon auszutreiben versuchte.

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