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Feuilleton

König sucht Diener

1945 1960 1980 2000 2020

Dienen hat Zukunft, sagen Marktforscher. Nur wer auf die Zufriedenheit seiner Kunden achtet, wird konkurrenzfähig bleiben.

1945 1960 1980 2000 2020

Dienen hat Zukunft, sagen Marktforscher. Nur wer auf die Zufriedenheit seiner Kunden achtet, wird konkurrenzfähig bleiben.

Was hat der Durchschnittsösterreicher mit Prinz Charles gemeinsam? Sie werden und werden es nicht. Der eine nicht Briten-König, der andere nicht Kunde König ...

Zwar führen auch hierzulande die Geschäftsleute immer gerne ihr "Unser Kunde ist König" auf den Lippen, die Praxis sieht allerdings oft anders aus. Der Service-Gedanke ist in Österreich immer noch mangelhaft ausgeprägt. Zur täglichen Kundenabwehr gehören Unfreundlichkeiten wie Nepp, Muffigkeit, Schlamperei, Unzuverlässigkeit, Ignoranz ...

Dabei wird der Wettbewerb schon heute - und in Zukunft noch viel stärker - über die Zufriedenheit der Konsumenten entschieden, sagen die Marktforscher, denn die Produkte werden immer genormter und sind kaum mehr voneinander zu unterscheiden. Derzeit wird aber immer noch hauptsächlich über den niedrigeren Preis und nicht über ein besseres Serviceangebot konkurriert.

Trotzdem ist ein neuer Trend unübersehbar: in Zeiten der Globalisierung und des verstärkten Wettbewerbs müssen die Verkäufer auf mehr Kundenfreundlichkeit getrimmt werden. Clevere Berater haben auch schon die entsprechenden Vokabel kreiert: "Emotional Selling" oder "Clienting" gehören dazu. Denn: "Wer nicht lächeln kann, macht kein Geschäft" sagt etwa einer dieser gutbezahlten Gurus, Harry Holzheu (siehe Seite 17).

Trendsetter Edgar K. Geffroy wiederum lehrt seine begierigen Zuhörer folgendes: Es geht nicht nur um die Bedürfnisse der Kunden, es geht auch um ihre Befindlichkeiten. "Nur" mehr ein Verkäufer von Produkten zu sein, genügt jetzt nicht mehr. Gefragt ist der "Beziehungsmanager". Einer, der genau zu- und hinhören kann, der dem Kunden einfühlsame Fragen stellt, soziale Kompetenz und emotionale Intelligenz zeigt, ihm auch gleichzeitig als Lebens- und Sozialberater dient.

Werden das nicht wunderbare Zeiten für die Konsumenten? Oder werden wir uns nach solchen Aufdringleichkeiten bald wieder nach muffigen Gesichtern sehnen ...??

Wie dem auch sei - dienen hat jedenfalls Zukunft, und immer wieder heißt es auch: wir sind bereits auf dem Weg in die Dienstleistungsgesellschaft. Dienstleistungsangebote sind derzeit Wachstumsbranche Nummer eins. Jährlich entstehen in Österreich rund 40.000 neue Arbeitsplätze in diesem Bereich, wurde kürzlich euphorisch von den Wirtschaftsforschern verkündet. An erster Stelle stehen wirtschaftsnahe Dienstleistungen. Dann folgen Gesundheits- und Sozialberufe, Kunst, Unterricht und Spiel. Auch in den haushaltsnahen Dienstleistungen bieten sich die einen oder anderen Jobchancen (siehe S.14).

Was hat der Durchschnittsösterreicher mit Prinz Charles gemeinsam? Sie werden und werden es nicht. Der eine nicht Briten-König, der andere nicht Kunde König ...

Zwar führen auch hierzulande die Geschäftsleute immer gerne ihr "Unser Kunde ist König" auf den Lippen, die Praxis sieht allerdings oft anders aus. Der Service-Gedanke ist in Österreich immer noch mangelhaft ausgeprägt. Zur täglichen Kundenabwehr gehören Unfreundlichkeiten wie Nepp, Muffigkeit, Schlamperei, Unzuverlässigkeit, Ignoranz ...

Dabei wird der Wettbewerb schon heute - und in Zukunft noch viel stärker - über die Zufriedenheit der Konsumenten entschieden, sagen die Marktforscher, denn die Produkte werden immer genormter und sind kaum mehr voneinander zu unterscheiden. Derzeit wird aber immer noch hauptsächlich über den niedrigeren Preis und nicht über ein besseres Serviceangebot konkurriert.

Trotzdem ist ein neuer Trend unübersehbar: in Zeiten der Globalisierung und des verstärkten Wettbewerbs müssen die Verkäufer auf mehr Kundenfreundlichkeit getrimmt werden. Clevere Berater haben auch schon die entsprechenden Vokabel kreiert: "Emotional Selling" oder "Clienting" gehören dazu. Denn: "Wer nicht lächeln kann, macht kein Geschäft" sagt etwa einer dieser gutbezahlten Gurus, Harry Holzheu (siehe Seite 17).

Trendsetter Edgar K. Geffroy wiederum lehrt seine begierigen Zuhörer folgendes: Es geht nicht nur um die Bedürfnisse der Kunden, es geht auch um ihre Befindlichkeiten. "Nur" mehr ein Verkäufer von Produkten zu sein, genügt jetzt nicht mehr. Gefragt ist der "Beziehungsmanager". Einer, der genau zu- und hinhören kann, der dem Kunden einfühlsame Fragen stellt, soziale Kompetenz und emotionale Intelligenz zeigt, ihm auch gleichzeitig als Lebens- und Sozialberater dient.

Werden das nicht wunderbare Zeiten für die Konsumenten? Oder werden wir uns nach solchen Aufdringleichkeiten bald wieder nach muffigen Gesichtern sehnen ...??

Wie dem auch sei - dienen hat jedenfalls Zukunft, und immer wieder heißt es auch: wir sind bereits auf dem Weg in die Dienstleistungsgesellschaft. Dienstleistungsangebote sind derzeit Wachstumsbranche Nummer eins. Jährlich entstehen in Österreich rund 40.000 neue Arbeitsplätze in diesem Bereich, wurde kürzlich euphorisch von den Wirtschaftsforschern verkündet. An erster Stelle stehen wirtschaftsnahe Dienstleistungen. Dann folgen Gesundheits- und Sozialberufe, Kunst, Unterricht und Spiel. Auch in den haushaltsnahen Dienstleistungen bieten sich die einen oder anderen Jobchancen (siehe S.14).