Rio Rutzinger - © Foto: yako.one

ImPulsTanz: „Hier werden Blasen aufgebrochen“

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Bis 6. August läuft noch das ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival. Rio Rutzinger, der künstlerische Leiter der Workshops und Research Projects, über die Besonderheit dieses Wiener Tanzevents.

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Bis 6. August läuft noch das ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival. Rio Rutzinger, der künstlerische Leiter der Workshops und Research Projects, über die Besonderheit dieses Wiener Tanzevents.

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ImPulsTanz wurde 1984 von Ismael Ivo und Karl Regensburger als Workshop-Festival gegründet, in den ersten vier Jahren gab es nur Kurse. Damals unterrichteten sechs Lehrer(innen) insgesamt 15 Workshops im Zeitraum von drei Wochen. 1991, als ich eingestiegen bin, gab es bereits 120 Kurse. ImPulsTanz war damals längst mehr als ein erweitertes Jazztanz-Studio, es kamen Tänzer(innen) aus der ganzen Welt, vor allem aus New York, und so konnte man von Beginn an Workshops mit internationalem Flair anbieten. 1989 war der Kontakt zu Mary Overlie entstanden, sie hatte mehrere Tanzschul-Curricula geschrieben und machte Entwürfe, wie man Profis optimal involvieren konnte. Auf dieser Basis ist die Research-Project-Schiene begründet. Das ist mein Aufgabenbereich bei ImPulsTanz, der heute „Workshops & Research“ heißt. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs änderte sich 1989 die Lage. Es kamen Choreograph(inn)en und Tänzer(innen) aus Slowenien, Tschechien und Ungarn. Diese Mischung aus Profis, Amateur(inn)en und Student(inn) en ist insofern besonders, weil die Leute anders an die Stadt gebunden sind. Sie sind nicht nur für die Zeit der eigenen Performances da, sondern über einen längeren Zeitraum, können sich andere Produktionen ansehen und die Stadt wahrnehmen. Das heißt, die Tänzer(innen) stehen nicht nur auf der Bühne, sondern forschen gemeinsam. Das Aufeinandertreffen von internationalen Profi-Tänzer(inne)n ist einzigartig. Man sieht ja normalerweise immer dieselben Leute, in der Schule oder in den Kursen. Aber hier werden „Blasen“ aufgebrochen, indem man auf Menschen aus den unterschiedlichsten Gruppen und Bereichen trifft. Bei ImPulsTanz sind Gleichzeitigkeit und Vielfalt außergewöhnlich. Viele besuchen nach dem Workshop noch eine Performance und gehen im Anschluss in die Lounge ins Vestibül, um dort weiter zu tanzen oder mit Menschen zu sprechen.

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