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Feuilleton

Kurzkritik

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Etwas langatmig, aber irre steil

Klettern als Trauma-Bewältigung, Stürzen als Lebensschule. "Durch die Wand" ist die auf eine Steilwand im Yosemite Valley projizierte Biografie von US-Kletterikone Tommy Caldwell. Im Film wie im Leben geht es nur steil hinauf oder hinunter. Tommy ist ein schwächliches Kind, sein Vater treibt ihn in die Berge. Tommy ist ein schüchterner Jugendlicher, bis er Beth trifft. Liebe auf der ersten Seillänge. Die beiden werden ein Paar, zu ebener Erde und in den schwierigsten Kletterrouten der Welt. Bei einer Expedition nach Kirgistan werden sie entführt; den Geiseln gelingt die Flucht, nachdem Tommy den Bewacher über eine Felsklippe stößt. Traumatisiert kehren sie zurück, das Klettern zu zweit funktioniert noch, das Zusammenleben scheitert. Scheidung. Tommy stürzt in ein emotionales Loch. Um rauszukommen, steigt er in die schwierigste Wand der Welt: Dawn Wall. Das rettet Tommy, das rettet den Film. Nach langem Lebens-und Leidensvorspann endlich Kletter- und Kamerakunst auf höchstem Niveau.