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Ein Weg zwischen Multikulti und neuem Nationalismus

Der Streit um eine Leitkultur Von Georg Cavallar Nr. 4, Seite 13

Danke für den interessanten Artikel! Ich möchte dabei nur ergänzend auf das Buch "Gastfreundschaft der Kulturen" von Johannes Heinrichs (Ibidem-Verlag) hinweisen. Der Autor setzt sich darin mit Bassam Tibis Vorstellungen von einer europäischen Leitkultur auseinander und weist auf eine andere Alternative hin: die von Gastgeber-und Gastkultur. Gastfreundschaft ist uns als Christen ins Stammbuch geschrieben, das heißt aber nicht, dass wir als Gastgeber unsere Identität und unsere Gewohnheiten aufgeben. Jeder echte Gast wird sich auch ohne Vorschriften an das halten, was der Gastgeber an Rahmen vorgibt. Was aber Gastfreundschaft wirklich heißt, könnten wir bei denen lernen, die wir als Gastarbeiter geholt, von denen wir aber nur die Arbeitskraft gebraucht haben.

Der Weg zwischen Multikulti und neuem Nationalismus ist das hochaktuelle Anliegen von Heinrichs, einem Philosophen und Theologen, der in Kirche und Gesellschaft und FURCHE sträflich verschwiegen wird.

Sebastian Scharfetter 5111 Bürmoos

Der "kleine Mann" existiert für diese Regierung nicht mehr

Jenseits der "Ghettoklassen" Von Rudolf Mitlöhner Nr. 4, Seite 1

Ihr Kommentar könnte auch von einem Regierungssprecher stammen. Zweifellos sind die genannten Aktivitäten - Deutschunterricht und Kinderbonus - sehr zu begrüßen, aber über die Art und Weise, wie diese durchgeführt werden sollen, muss man doch wohl diskutieren. Der Kinderbonus ist in der geplanten Form absolut ungerecht und nicht treffsicher, viel besser wäre es doch, die Familienbeihilfe generell zu erhöhen. Dann hätten alle gleich viel davon, der Wenig-und der Spitzenverdiener. Der sogenannte "kleine Mann" ist für die jetzige Regierung nicht mehr existent. Traurig, traurig, und die FURCHE stimmt noch in diese Lobhudelei ein! Ansonsten finde ich die Ausgabe inhaltlich sehr gut -Kompliment, weiter so!

Roland Xander via Mail

Verfestigtes Weltbild, wohl kaum zu erschüttern

wie oben

Ich bin seit kurzem Abonnent der FURCHE. Ein Grund dafür ist, dass sowohl mein Großvater bis zu seinem Tod im Alter von beinahe 100 Jahren und seit langem auch mein Vater treue Leser Ihrer Wochenzeitung waren bzw. sind. Diese Tradition möchte ich nun fortsetzen und lese seither mit großem Interesse, soweit die Zeit es erlaubt, die Artikel, Berichte und Feuilleton-Beiträge, die Woche für Woche viel Neues und Bedenkenswertes enthalten. Da ich vor allem deutsche öffentliche Radiosender höre, verfüge ich über einen Zugang zu einem recht breiten Spektrum an Themen, die mit einer in Österreich leider nicht vorhandenen journalistischen Qualität aufbereitet sind, doch entdecke ich in der FURCHE dann doch noch ergänzende Beiträge, vor allem natürlich religiöse Themen betreffend. Auch der Versuch, Debatten nicht einseitig, sondern in einer gewissen Breite abzubilden, spricht für Sie. Mir ist bewusst, dass Sie ein gewisses Spektrum an Perspektiven auf Welt und Gesellschaft unter Ihrer Leserschaft vorfinden und dem auch Rechnung tragen müssen. Deshalb werden wohl in manchen Artikeln auch konservative bis reaktionäre Ansichten vertreten. Wie gesagt, solange hier ein gewisser Spannungsbogen aufrechterhalten wird, ist dagegen ja auch nichts grundsätzlich einzuwenden.

Nachdenklich bis befremdlich jedoch mutet es an, wenn im Bereich der politischen Meinungsbildung Zuspitzungen vorgenommen werden, die schlicht und ergreifend jeder sachlichen Grundlage entbehren. Ein Beispiel von vielen ist das Plädoyer für getrennte "Deutschförderklassen" seitens Ihres Leitartiklers. Die Vorgangsweise ist so bekannt wie ärgerlich. Man unterstellt dem Gegner, reflexartig auf eine politische Maßnahme zu reagieren und diese mit stark besetzten Begriffen wie "Diskriminierung" zu desavouieren. Denn, so der Leitartikler, es erstaune ja, dass über eine solche Maßnahme überhaupt diskutiert werden muss. Das, was der Journalist in dem Beitrag als eine Selbstverständlichkeit ansieht, nämlich dass Deutsch vor dem Zugang zum Regelunterricht beherrscht werden muss, stellt eine wissenschaftlich widerlegte Fehlannahme dar.

Beim Lesen dieses und auch anderer Artikel des Autors verstärkt sich der Eindruck einer ideologischen Verblendung, die wirklich erstaunlich ist. Ich gehe deshalb davon aus, dass die Stellungnahme ohnehin sein verfestigtes Weltbild nicht weiter erschüttern wird. Es sei ihm nur, man erlaube mir die etwas altertümliche Formulierung, ins Stammbuch geschrieben, dass das pointierte Vertreten einer Meinung denjenigen, der dies öffentlich tut, nicht davon entbindet, seinen Standpunkt mit einer gewissen Kompetenz zu unterfüttern. In diesem Sinn sei ihm das Buch "Lob der Schule" von Joachim Bauer empfohlen, einem renommierten Neurowissenschaftler, der viele Jahre im Bereich Schule und Bildung Projekte und Forschungen gemacht hat. Das ist allerdings nur ein Beispiel einer reichhaltigen Literatur zum Thema, wie man gute Schule organisieren kann und soll. Ich schreibe diese Zeilen auch, weil ich unter anderem ausgebildeter Lehrer für Deutsch als Fremdsprache mit mehr als zehn Jahren Unterrichtserfahrung bin. Was die Parteinahme für die jetzige Regierung seitens dieses Autors und ein paar anderer Kommentatoren betrifft, so stellt sich überdies die Frage, ob und wie lange man über die Tatsache hinwegsehen/-schreiben will, dass eine radikalisierte Minderheit mit rechtsextremer Gesinnung, in deren Mitte (nicht an deren Rand!) sich Personen bewegen, die den Holocaust nicht verleugnen sondern verherrlichen, Zugang zu zentralen Stellen der Macht und des institutionellen Systems erhalten hat. Wie bereits angemerkt, ich lese in Ihrer Wochenzeitung zum Glück auch anderes, aber bezüglich einiger Stellungnahmen bin ich doch sehr, sehr verwundert.

Klaus Neundlinger via Mail

Sinnvolle Maßnahmen der Regierung im Sozialbereich

Soziale Kälte zieht durch das Land Von Emmerich Tálos Nr. 3, Seite 7

Warum die FURCHE besonders linke Gastkommentatoren einladen muss, frage ich mich wirklich! Tálos ist dafür "amtsbekannt"! Die Anpassung der Familienbeihilfe an die Kaufkraft im jeweiligen Land halte ich für mehr als berechtigt, als Seniorenvertreter in der PVA erlebe ich jede Menge "Durchschummler"(wechseln vom AMS zu Pensionsansuchen in relativ jugendlichem Alter und zurück); und beim Familienbonus wird endlich der Mittelstand entlastet. Aber Hauptsache, man kann auf Kurz schimpfen

Mag. Franz Karl Vizepräsident des Österr. Seniorenrates 1130 Wien

Einzigartige Texte, sprachlich melodisch und voll Poesie

Zu den "Glaubensfrage"-Kolumnen von Ines Charlotte Knoll

Seit Jahren sammle ich "Glaubensfrage(n)" von Ines Ch. Knoll. Es ist Zeit, endlich zu danken -für "Verkündigung", so nie zuvor vernommen, einzigartige Texte, sprachlich melodisch und voll Poesie, jedoch schwierig: Sie verlangen Langsamkeit, laden zum Wieder-Lesen und Hinein-Spüren ein. Der Kopf mag sich manchmal dran stoßen, das Herz jedoch lässt sich mitnehmen - wie in eine weite, tiefe Stille, aus der Ihre Gedanken und Wort-Bilder zu kommen scheinen und sich entfalten Ich danke für Ihren Mut, liebe Frau Pfarrerin -Ihren Mut zu absoluter Authentizität! Ich wünsche mir für noch lange Zeit die "Zu-Mut-ung", Ihnen in der FURCHE begegnen zu dürfen.

Irene Schuller 4840 Vöcklabruck

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