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Genau hinschauen, nicht den Blick trüben lassen

Türkei-Urteile -mit scharf Von Oliver Tanzer Nr. 16, Seite 1

Danke für Ihren Kommentar! Es wird immer wichtiger, unsere Mitbürger in Österreich aufzufordern, genauer hinzuschauen und wahrzunehmen, was wirklich Realität ist. Und es wird immer notwendiger, sie einzuladen, sich nicht von medial betriebener Hetze und Angstmache den Blick trüben zu lassen.

P. Jeremia Eisenbauer OSB Stift Melk 3390 Melk

Neue Priester in einer erneuerten Kirche

Neue Priester für die Kirche Von Gregor Maria Hoff Nr. 16, Seite 13

Professor Hoff stellt mit Recht die Gleichsetzung des Priesteramtes mit der Gemeindeleitung in Frage. Bereits Thomas von Aquin hat als Antwort auf das Argument, dass eine Äbtissin doch die Leiterin ihrer Ordensgemeinschaft sei und es daher ein Frauenpriestertum gebe, zwischen dem Leitungsamt und dem Amt des Priesters unterschieden. Auch in den männlichen Laienorden sind die Leiter keine Priester. Wenn den Gemeinden ihre Leiter von der kirchlichen Obrigkeit vorgesetzt werden müssen, werden sie prinzipiell für unmündig, zu einer Herde von zu betreuenden Schafen erklärt. Wegen des Mangels an Priestern gibt es heute schon vielerorts nicht ordinierte Frauen und Männer, die als Pfarrkuratoren oder unter ähnlichen Titeln Gemeinden leiten. Aber auch die Zahl der Kandidaten für die Übernahme dieser Aufgabe ist rückläufig.

Der Grund für diesen Priestermangel wie überhaupt für den Rückgang des kirchlichen Lebens liegt wohl in der Krise des Glaubens in unserer aufgeklärten und religionskritischen Zeit, in der sich die Kirche nicht mehr einfach auf die Bibel oder die eigene Lehre berufen kann, um die Wahrheit ihrer Botschaft zu rechtfertigen. Nach dem Ende der Staatskirche und angesichts der Pluralität der Religionen und Weltanschauungen fehlt auch der bisher vorhandene Rückhalt in Tradition und Gesellschaft. Umso mehr braucht es Gemeinden als Erfahrungsräume, Orte des Glaubens, in denen die Botschaft Jesu Christi von einem liebenden Gott als dem gemeinsamen Grund menschlichen Daseins überzeugend gelebt und wirksam wird, sowohl in der geschwisterlichen Liebe der Gläubigen untereinander als auch in deren Zeugnis und Einsatz in der Gesellschaft. Erst eine Kirche aus solchen Gemeinden ist das Grundsakrament, das die Verkündigung glaubwürdig macht und die einzelnen Sakramente fruchtbar werden lässt. In der in den meisten deutschen Diözesen sowie in der Erzdiözese Wien durchgeführten "Seelsorgestudie", einer Befragung der Priester, Diakone und anderer amtlicher Seelsorger, wurde die Frage nach dem Glauben nicht gestellt. Hier wurde eine einmalige Chance vertan, der Not im Glauben jener nachzugehen, die diesen von Amts wegen zu verkünden haben. Gerade jene Christen, die sich ernsthaft mit dem Glauben auseinandersetzen und am ehesten für das Priesteramt geeignet wären, sehen sich meist nicht in der Lage, Priester zu werden. Hier liegen die tieferen Ursachen des Priestermangels. Die von Hoff angenommenen Motive "hierarchische Macht" und "liturgische Präsentationslust" fallen heute auch weg. Daher wird es auch nicht viel helfen, den Pflichtzölibat für Priester aufzuheben und - wie vorgeschlagen wurde - als ersten Schritt verheirateten Diakonen die Priesterweihe zu erteilen; abgesehen davon, dass es dann weniger Diakone gibt und die Bereitschaft, das Amt des Diakonats zu übernehmen, auch nicht groß ist. Ohne den Rückhalt in entsprechenden Gemeinden, in einer gemeinsamen statt einer alleinigen Letztverantwortung werden sich Christen nicht mehr zutrauen, Leitungsverantwortung oder das Priesteramt zu übernehmen. Die eigentliche Not besteht nicht im Mangel an Amtspriestern, sondern im Mangel an Gemeinden, in denen das gemeinsame Priestertum gelebt und wirksam wird. Auch in diesen braucht es dann noch Amtsträger, die für die Gemeinschaft der einzelnen Gemeinden mit der gesamten Kirche und dadurch letztlich mit Jesus Christus verantwortlich sind. Sie müssen dazu auch von Seiten der Gesamtkirche beauftragt werden und haben dann jene Feiern zu leiten, die eine gesamtkirchliche Relevanz und Wirksamkeit haben und daher nicht in die Kompetenz der einzelnen Gemeinden allein fallen. Die dazu Fähigen werden sich mit dem Rückhalt ihrer Brüder und Schwestern eher finden lassen. Statt nach der Zahl der noch vorhandenen Priester die bestehenden Pfarren in Seelsorgeräumen zusammenzulegen, die demnächst wieder vergrößert werden müssen, sollten die verantwortlichen Bischöfe die bestehenden Pfarrgemeinden herausfordern und Konzepte und Hilfen zur Verfügung stellen, damit auch die bisher hierarchisch betreuten Gläubigen mündig werden und das gemeinsame Priestertum, das ihnen eigentlich in der Firmung zugetraut wurde, verwirklichen. An die Stelle der Priesterkirche müsste die Gemeindekirche als Leitbild für die Zukunft treten.

Univ.-Doz. Dr. Paul Weß via Mail

Damit die Wahrheit wieder mehr in die Mitte rückt

Zugespitzt Nr. 10,13,15 Gottes Mitarbeiter Fokus Nr. 15, Seite 3-6

Frau Sylvia Einöder hat wohl ein Problem mit Menschen, die nicht ihre politische Ausrichtung teilen. Ist ihr Bischof Laun auf die Zehen getreten mit seinem Brief an die Christen seiner Titulardiözese? Oder Pfarrer Gerhard Wagner mit seiner katholischen Einstellung? Katholische Einstellungen sind überhaupt sehr unbequem, weil sie Verhaltensweisen in Frage stellen. Ebenso hat sie ein Problem mit Didi Mateschitz, weil dieser eine Recherche-Plattform einrichtet, die nicht stramm links ausgerichtet ist und vielleicht damit die Wahrheit wieder mehr in die Mitte rückt. Es freut mich, dass in Nr. 15 auch einmal etwas Positives über em. Papst Benedikt XVI. geschrieben wird. Wie er überall heruntergemacht wird, ist traurig. Und jene, die an ihm herummäkeln, haben nicht verstanden, was er mit anderen Worten als Franziskus gesagt hat: dass sich die Kirche nicht der Welt angleichen darf. Die Beiträge von Wolfgang Beinert und Bischof Egon Kapellari habe ich mit Freude gelesen.

Franz Hölzl 5084 Großgmain

Ähnliche Begriffe, die ganz verschiedene Dinge bezeichnen

Mission: Die Befriedung der Störenfriede Nr. 16, Seite 6

In dem Artikel heißt es: "Das Konzept dahinter von Psychoanalytikerin Rotraud A. Perner ist in ihrem jüngst erschienenen Buch 'Provokativpädagogik. Provokativmethodik' nachzulesen." Das ist leider irreführend. Meine Methode "PROvokativpädagogik"(PRO groß, weil prosozial gemeint) basiert auf der von mir jahrelang weiterentwickelten und praktizierten psychoanalytischen Sozialtherapie nach Picker, Kompein und Rückert aus den 1970er-Jahren (und nicht auf der "Provokativen Therapie" nach Frank Farelly). Was meine Nachfolger nach meinem altersbedingten Ausscheiden als Professorin aus der Donau Universität als -Achtung, irreführend ähnlicher Titel! - als Provokationspädagogik anbieten, beruht nicht auf meinem Konzept, sondern ist eine Neuschöpfung von nicht psychoanalytisch Ausgebildeten. Es unterrichtet auch niemand mehr aus meinem von mir "PROvokativmethodisch" angeleiteten und versierten Team. Ich selbst unterrichte meine Methode derzeit nur an der PH Eisenstadt bzw. meiner eigenen Akademie (www.salutogenese.or.at). Das zitierte Buch ist die Neufassung meines seinerzeitigen - internen! - Skriptums nunmehr für den Buchhandel.

Univ.-Lekt. Dr. Rotraud A. Perner via Mail

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