wisser - © Foto: Nurith Wagner-Strauss / Luchterhand

Daniel Wissers neuer Erzählband: Bunte, bizarre Beziehungstableaus

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In seinem Erzählband „Die erfundene Frau“ begibt sich der österreichische Autor und FURCHE-Kolumnist Daniel Wisser in ein weites, wechselhaftes und oft auch kurioses Feld menschlicher Beziehungen.

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In seinem Erzählband „Die erfundene Frau“ begibt sich der österreichische Autor und FURCHE-Kolumnist Daniel Wisser in ein weites, wechselhaftes und oft auch kurioses Feld menschlicher Beziehungen.

Eine krankhaft eifersüchtige Frau lässt ihren Mann genervt zu einer Lüge greifen. So erfindet er kurzerhand eine Geliebte, legt für sie eine fiktive E-Mail-Adresse an und schreibt ihr, um den haltlosen Verdächtigungen endlich wenigstens ein Fantasiegesicht zu geben. Der Plot dieser kurzen Erzählung ist ungewöhnlich und endet vor allem unerwartet. Das trifft nicht nur auf den titelgebenden Text, sondern auch auf die anderen Beziehungsgeschichten zu, die der österreichische Autor Daniel Wisser in seinem Prosaband „Die erfundene Frau“ vereint.

Knappe Texte

All diese zweiundzwanzig vorwiegend sehr knappen Texte tragen die Vornamen der Protagonistinnen als Titel, aber es wird keineswegs immer aus der Perspektive der weiblichen Figuren erzählt. Im Grunde genommen handelt es sich bei diesen Geschichten um eine Spurensuche durch das weite und facettenreiche Gefilde von Anbahnung, Sexualität, Liebe und Alltag im Spannungsfeld zwischen Erfüllung, Leidenschaft, Illusion, Schmerz, Langeweile und Enttäuschung. Dazwischen finden sich auch Begegnungen abseits von Paarbeziehungen. Die thematischen Entfaltungen sind jedenfalls bunt wie die diversen Formen des Zusammenlebens, der Begegnungen und der Trennungen. Zum Teil lässt Wisser die Handlung seiner Erzählungen sogar ins Bizarre ausfransen.

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