Trumpisten - © Foto: picturedesk.com / Reuters / Jim Bourg

Medien in der Ära Trump: Fankultur & Tribalismus

1945 1960 1980 2000 2020

Ob Donald Trump mehr war als ein Lügenbaron und ein Rumpelstilzchen der Weltgeschichte, werden Historiker bewerten. Die Rolle der Medien in seiner Ära darf nicht ausgespart bleiben.

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Ob Donald Trump mehr war als ein Lügenbaron und ein Rumpelstilzchen der Weltgeschichte, werden Historiker bewerten. Die Rolle der Medien in seiner Ära darf nicht ausgespart bleiben.

Donald Trump ist fort. Aber vom Trumpismus wird mehr bleiben, als uns lieb sein kann. Welche Rolle Medien und Journalisten gespielt haben, um beide zu ermöglichen, ist auch beim Abgesang auf den Präsidenten und seine Ära eher unterbelichtet geblieben. Erinnern wir uns an ein paar Zahlen. 74 Millionen Amerikaner haben Donald Trump gewählt, und bis zur Sperrung seines Twitter-Accounts gab es über 80 Millionen Nutzer, die seine Lügengeschichten ungefiltert und direkt from the horse’s mouth serviert bekommen wollten. Unter ihnen waren mutmaßlich ein paar Tausend Journalisten und Influencer, die Trump als Lautsprecher dienten.

In stattlichen 2520 Tweets attackierte oder beleidigte Trump im Lauf seiner Amtszeit direkt die Presse, so der US Press Freedom Tracker. Die Faktenchecker der Washington Post zählten während seiner Präsidentschaft 30.534 falsche oder irreführende Statements – das sind pro Tag 21. Dabei war es von Anbeginn ärgerlich, dass die Prüfer nicht zwischen false und misleading unterschieden: Sie warfen falsche und missverständliche Aussagen in ein und denselben Topf, vermutlich weil sie beim redlichen Versuch, beides auseinanderzuhalten, in Teufels Küche geraten wären.

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