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Feuilleton

Mind the gap

1945 1960 1980 2000 2020

Identitäten werden häufig durch einen Spalt gebildet und gegen andere eingesetzt, mit enormen politischen, ökonomischen und sozialen Folgen. "Mind the gap" befragt daher exemplarisch, wie Identitäten verfertigt werden. Ein Vorabdruck.

1945 1960 1980 2000 2020

Identitäten werden häufig durch einen Spalt gebildet und gegen andere eingesetzt, mit enormen politischen, ökonomischen und sozialen Folgen. "Mind the gap" befragt daher exemplarisch, wie Identitäten verfertigt werden. Ein Vorabdruck.

"Mind the gap." Weltweit hört man diesen Satz in Uund S-Bahnen. Er warnt vor dem Abstand bzw. Spalt zwischen Zug und Bahnsteig. Das Wort "gap" benutzen wir hier als eine bewusst offene Metapher. "Gap" kann zunächst einen Abstand oder Spalt bedeuten, aber auch Spaltungen, wie sie derzeit in westlichen Demokratien zutage zu treten scheinen. "Gap" kann zudem das Unterscheiden meinen, etwa als analysierende Kritik oder als abwertende Zuschreibung. Schließlich kann "gap" einen Zwischenraum bezeichnen, der nicht von der Unterscheidung "hier und drüben" ausgeht, sondern jenseits dieser Grenze ein Drittes einführt. Häufig werden Identitäten durch einen "gap" gebildet, durch einen Abstand oder Spalt und durch Unterscheidungen: "us and them", das Eigene und das Fremde, weiß und schwarz, Mann und Frau. Beim Verfertigen von Identitäten spielt gewollt und ungewollt, bewusst und unbewusst der "gap" eine entscheidende Rolle, auf welche Weise auch immer: "Mind the gap."

Versicherung und Schutz

Dieser Abstand zwischen dem Eigenen und den Anderen zeigt sich in derzeit gängigen Redewendungen wie der vom "christlichen" oder "jüdischchristlichen Abendland", von "westlichen Werten", von "europäischer Aufklärung", von "deutscher (österreichischer, französischer usw.) Kultur" und vielen anderen mehr. Auch wenn diese Redewendungen scheinbar unterschiedlichen Kontexten und Motivationen entstammen, nämlich religiösen, nationalen oder säkularen, und verschiedene Perspektiven einnehmen, haben sie meist ein gemeinsames Ziel: Es geht ihnen um eine grundsätzliche Versicherung über die eigenen "Wurzeln" und um den Schutz oder bisweilen gar um die Rettung der "eigenen" Identität, die man als bedroht, angegriffen oder unterhöhlt sieht. Dabei steht man nicht selten vor einem grundsätzlichen Dilemma: Es ist fast unmöglich, diese "eigene" Identität auf einen festen Kern oder auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, der von möglichst allen "Eigenen" geteilt wird. Wie also wäre die "eigene" Identität zu benennen und was wäre bzw. welche Rolle spielte dabei dann die "fremde","andere" Identität? Man kann angesichts der vermehrten Reden von eigener Identität den Eindruck bekommen, als wäre diese etwas Festes, das sich schnell sagen und, etwa durch Einbürgerungstests, klar abprüfen ließe.

Wie dem auch sei: Das Wort und der Begriff der "Identität" erfahren derzeit eine Renaissance und nehmen eine zentrale Rolle im gegenwärtigen Diskurs ein. Dieser verschiebt sich, lange Zeit fast unbemerkt: Sagbar ist, was vor Jahren unsagbar schien. Das berechtigte und längst fällige Hinterfragen der traditionellen Geschlechterrollen wird als "Genderideologie" denunziert, die Diskussion um eine "Leitkultur" hört nicht auf, Grenzen und Routen werden geschlossen und "Identität" wird behauptet und gegen andere eingesetzt, mit enormen politischen, ökonomischen und sozialen Folgen.

Realisierung im Austausch

Die Worte "Identität" und "Kultur" werden oft synonym, also austauschbar benutzt, egal ob es sich um eine nationale, religiöse oder säkulare Kultur oder Identität handelt. Eine konstitutive Bedingung von Identität und Kultur ist: Sie entstehen und realisieren sich ausschließlich im Austausch mit dem Fremden und Anderen. An geschichtlichen Beispielen und historischen Belegen dafür mangelt es nicht: Kulturelle Hochzeiten waren Zeiten des Austausches mit den Anderen. Aber welcher Art müsste dieser Austausch sein, ohne in die vielen Fallen zu gehen? Um nur eine Falle zu nennen, das "Othering": Hierbei wird das Andere oder Fremde zum Zweck und Ziel der Bildung und Verfertigung der eigenen Identität imaginiert. Eine andere Falle wäre das statische Missverständnis. Denn eine Kultur oder Identität, die meint, dass sie gleich bleiben könne und müsse, die bei sich bleibt und die sich am Ende ein für allemal und quasi positivistisch als überzeitlicher Kern in klaren und eigentlichen Sätzen fassen ließe, wäre keine. Eine solche Art und Weise des Sprechens widerspricht dem, was Identität und Kultur ausmacht.

Möglicherweise wäre es ratsamer, den Identitätsbegriff einmal hintanzustellen und diesen nicht zu verwenden, doch er ist nun einmal in der Welt und wird für politische Zwecke benutzt. Insofern ist eine Auseinandersetzung mit den durch den Begriff angezeigten Praktiken unerlässlich. Diese geht für uns mit einer nötigen Transformation einher: weg von einem geschlossenen Identitätsverständnis hin zu einer Identität, der notwendig etwas fehlt. Das wäre eine "nichtübergriffige" Identität, die die Kartierungen des Anderen und Fremden, die es immer geben wird, relativiert und porös macht. Es geht nicht um die Frage, ob Identität oder nicht - sie ist unumgänglich -, sondern um die Frage des Wie: Wie werden Identitäten gebildet?

Möglicherweise erscheint der Gedanke manchen als zu akademisch. Aber jede und jeder ist alltäglich mit dem Verfertigen von Identitäten, den eigenen und denen von anderen, beschäftigt. Es geht hier nicht um einen rein akademischen Diskurs, sondern um einen Blick auf die unterschiedlichen Arten und Weisen der Identitätsverfertigungen. Diese gilt es kritisch zu durchschauen und zu hinterfragen, denn die Art und Weise, wie Identitäten verfertigt und durchgesetzt werden, hat Konsequenzen für das Zusammenleben. Kritik heißt, hier zu fragen: Wie wird verfertigt und mit welchem Ziel und wie könnte man alternativ verfertigen? Es geht nicht nur darum, Redewendungen in den Blick zu nehmen, sondern dahinter liegende Interessen und Regime sichtbar zu machen. Wem dient beispielsweise die Formulierung "christliches Abendland" und welche Politiken sollen damit hervorgebracht werden? Welches Ziel haben sie? Welche Redewendungen werden durchgesetzt und etabliert allein dadurch, dass sie ständig und von vielen wiederholt werden? Welchen Zweck erfüllen ständige Abwertungen bestimmter Bevölkerungsgruppen? Die Verfertigung von Identität steht insofern für Vorstellungen, wie eine Gesellschaft funktionieren soll. Das tangiert Fragen und Bereiche der Politik, der Ökonomie, der Geschlechter und der Religion.

Gegenseitige Anerkennung

Identität gibt es nicht ohne Tausch. Diesen könnte man auch einen Dialog nennen, wenn man darunter ein widerstreitendes Ringen um Verschiedenheit versteht, ein Ringen um die Gründe und Sinngebungen, um die Ästhetiken und Alltagspraktiken, um die Politiken und Gemeinschaftswerte. Kulturelle Identität fußt auf der Realisierung von Relationen. Die Frage nach Kern oder Wesen von Identitäten und Kulturen wird dabei verschoben von Inhalten und Kanonbildungen hin zu ebenjenen Praktiken des Austausches. Wie bringe ich Vorstellungen des Fremden und Anderen hervor? Wie gehe ich mit diesem "Fremden" und "Anderen" um? Wie gelingt gegenseitige Anerkennung? Man könnte diese Fragen als ein Erbe der europäischen oder christlichen Identität und Kultur verstehen, auch wenn die Realisierungen in der Geschichte des so genannten "Abendlandes" weit hinter solche Praktiken der Anerkennung zurückfielen.

ZUM BUCH

Sieben exemplarische Fährten

Identität ist unumgänglich. Wie aber werden Identitäten gebildet? FURCHE-Feuilletonchefin Brigitte Schwens-Harrant und Jörg Seip, Professor für Pastoraltheologie in Bonn, befragen in ihren Essays exemplarisch diverse Konzepte:(1) Das vermeintlich Private der Liebe ist geprägt von Rollenerwartungen, Geschlechterverhältnissen und nicht zuletzt von Ökonomie. Das zeigt auch die Romanliteratur. (2) Politisches Kampffeld par excellence ist Gender schon deshalb, weil hier der kulturelle Sockel jedweder Zivilisation verhandelt wird.(3) Die Stadt wird in der Literatur zum Denkbild, in dem sich Ordnungsund Denkmuster einer Gesellschaft ausdrücken -oder kritisch angegangen werden.(4) Jenseits üblicher Essentialismen könnte das Hybride vielleicht einen Denkweg ermöglichen.(5) Die Abgrenzung der eigenen Gruppe von anderen durch Othering -Imaginieren des Anderen oder Fremden -erfolgt oft durch unreflektierte Klassifizierungssysteme.(6) Wie ist Religion zu bestimmen oder zu denken, ohne dass sie sich für nationalistische und andere fundamentalisierende Interessen instrumentalisieren ließe?(7) Die Denkfigur der unbedingten Gastfreundschaft hilft, den gegenwärtigen politischen Diskurs zu deuten und zu erweitern. Das Identitätsverständnis wird dann zu einer Frage der Haltung der Gerechtigkeit.

Mind the gap Sieben Fährten über das Verfertigen von Identitäten. Von Brigitte Schwens-Harrant und Jörg Seip. Klever 2019 130 Seiten, brosch., € 18,-

"Mind the gap." Weltweit hört man diesen Satz in Uund S-Bahnen. Er warnt vor dem Abstand bzw. Spalt zwischen Zug und Bahnsteig. Das Wort "gap" benutzen wir hier als eine bewusst offene Metapher. "Gap" kann zunächst einen Abstand oder Spalt bedeuten, aber auch Spaltungen, wie sie derzeit in westlichen Demokratien zutage zu treten scheinen. "Gap" kann zudem das Unterscheiden meinen, etwa als analysierende Kritik oder als abwertende Zuschreibung. Schließlich kann "gap" einen Zwischenraum bezeichnen, der nicht von der Unterscheidung "hier und drüben" ausgeht, sondern jenseits dieser Grenze ein Drittes einführt. Häufig werden Identitäten durch einen "gap" gebildet, durch einen Abstand oder Spalt und durch Unterscheidungen: "us and them", das Eigene und das Fremde, weiß und schwarz, Mann und Frau. Beim Verfertigen von Identitäten spielt gewollt und ungewollt, bewusst und unbewusst der "gap" eine entscheidende Rolle, auf welche Weise auch immer: "Mind the gap."

Versicherung und Schutz

Dieser Abstand zwischen dem Eigenen und den Anderen zeigt sich in derzeit gängigen Redewendungen wie der vom "christlichen" oder "jüdischchristlichen Abendland", von "westlichen Werten", von "europäischer Aufklärung", von "deutscher (österreichischer, französischer usw.) Kultur" und vielen anderen mehr. Auch wenn diese Redewendungen scheinbar unterschiedlichen Kontexten und Motivationen entstammen, nämlich religiösen, nationalen oder säkularen, und verschiedene Perspektiven einnehmen, haben sie meist ein gemeinsames Ziel: Es geht ihnen um eine grundsätzliche Versicherung über die eigenen "Wurzeln" und um den Schutz oder bisweilen gar um die Rettung der "eigenen" Identität, die man als bedroht, angegriffen oder unterhöhlt sieht. Dabei steht man nicht selten vor einem grundsätzlichen Dilemma: Es ist fast unmöglich, diese "eigene" Identität auf einen festen Kern oder auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, der von möglichst allen "Eigenen" geteilt wird. Wie also wäre die "eigene" Identität zu benennen und was wäre bzw. welche Rolle spielte dabei dann die "fremde","andere" Identität? Man kann angesichts der vermehrten Reden von eigener Identität den Eindruck bekommen, als wäre diese etwas Festes, das sich schnell sagen und, etwa durch Einbürgerungstests, klar abprüfen ließe.

Wie dem auch sei: Das Wort und der Begriff der "Identität" erfahren derzeit eine Renaissance und nehmen eine zentrale Rolle im gegenwärtigen Diskurs ein. Dieser verschiebt sich, lange Zeit fast unbemerkt: Sagbar ist, was vor Jahren unsagbar schien. Das berechtigte und längst fällige Hinterfragen der traditionellen Geschlechterrollen wird als "Genderideologie" denunziert, die Diskussion um eine "Leitkultur" hört nicht auf, Grenzen und Routen werden geschlossen und "Identität" wird behauptet und gegen andere eingesetzt, mit enormen politischen, ökonomischen und sozialen Folgen.

Realisierung im Austausch

Die Worte "Identität" und "Kultur" werden oft synonym, also austauschbar benutzt, egal ob es sich um eine nationale, religiöse oder säkulare Kultur oder Identität handelt. Eine konstitutive Bedingung von Identität und Kultur ist: Sie entstehen und realisieren sich ausschließlich im Austausch mit dem Fremden und Anderen. An geschichtlichen Beispielen und historischen Belegen dafür mangelt es nicht: Kulturelle Hochzeiten waren Zeiten des Austausches mit den Anderen. Aber welcher Art müsste dieser Austausch sein, ohne in die vielen Fallen zu gehen? Um nur eine Falle zu nennen, das "Othering": Hierbei wird das Andere oder Fremde zum Zweck und Ziel der Bildung und Verfertigung der eigenen Identität imaginiert. Eine andere Falle wäre das statische Missverständnis. Denn eine Kultur oder Identität, die meint, dass sie gleich bleiben könne und müsse, die bei sich bleibt und die sich am Ende ein für allemal und quasi positivistisch als überzeitlicher Kern in klaren und eigentlichen Sätzen fassen ließe, wäre keine. Eine solche Art und Weise des Sprechens widerspricht dem, was Identität und Kultur ausmacht.

Möglicherweise wäre es ratsamer, den Identitätsbegriff einmal hintanzustellen und diesen nicht zu verwenden, doch er ist nun einmal in der Welt und wird für politische Zwecke benutzt. Insofern ist eine Auseinandersetzung mit den durch den Begriff angezeigten Praktiken unerlässlich. Diese geht für uns mit einer nötigen Transformation einher: weg von einem geschlossenen Identitätsverständnis hin zu einer Identität, der notwendig etwas fehlt. Das wäre eine "nichtübergriffige" Identität, die die Kartierungen des Anderen und Fremden, die es immer geben wird, relativiert und porös macht. Es geht nicht um die Frage, ob Identität oder nicht - sie ist unumgänglich -, sondern um die Frage des Wie: Wie werden Identitäten gebildet?

Möglicherweise erscheint der Gedanke manchen als zu akademisch. Aber jede und jeder ist alltäglich mit dem Verfertigen von Identitäten, den eigenen und denen von anderen, beschäftigt. Es geht hier nicht um einen rein akademischen Diskurs, sondern um einen Blick auf die unterschiedlichen Arten und Weisen der Identitätsverfertigungen. Diese gilt es kritisch zu durchschauen und zu hinterfragen, denn die Art und Weise, wie Identitäten verfertigt und durchgesetzt werden, hat Konsequenzen für das Zusammenleben. Kritik heißt, hier zu fragen: Wie wird verfertigt und mit welchem Ziel und wie könnte man alternativ verfertigen? Es geht nicht nur darum, Redewendungen in den Blick zu nehmen, sondern dahinter liegende Interessen und Regime sichtbar zu machen. Wem dient beispielsweise die Formulierung "christliches Abendland" und welche Politiken sollen damit hervorgebracht werden? Welches Ziel haben sie? Welche Redewendungen werden durchgesetzt und etabliert allein dadurch, dass sie ständig und von vielen wiederholt werden? Welchen Zweck erfüllen ständige Abwertungen bestimmter Bevölkerungsgruppen? Die Verfertigung von Identität steht insofern für Vorstellungen, wie eine Gesellschaft funktionieren soll. Das tangiert Fragen und Bereiche der Politik, der Ökonomie, der Geschlechter und der Religion.

Gegenseitige Anerkennung

Identität gibt es nicht ohne Tausch. Diesen könnte man auch einen Dialog nennen, wenn man darunter ein widerstreitendes Ringen um Verschiedenheit versteht, ein Ringen um die Gründe und Sinngebungen, um die Ästhetiken und Alltagspraktiken, um die Politiken und Gemeinschaftswerte. Kulturelle Identität fußt auf der Realisierung von Relationen. Die Frage nach Kern oder Wesen von Identitäten und Kulturen wird dabei verschoben von Inhalten und Kanonbildungen hin zu ebenjenen Praktiken des Austausches. Wie bringe ich Vorstellungen des Fremden und Anderen hervor? Wie gehe ich mit diesem "Fremden" und "Anderen" um? Wie gelingt gegenseitige Anerkennung? Man könnte diese Fragen als ein Erbe der europäischen oder christlichen Identität und Kultur verstehen, auch wenn die Realisierungen in der Geschichte des so genannten "Abendlandes" weit hinter solche Praktiken der Anerkennung zurückfielen.

ZUM BUCH

Sieben exemplarische Fährten

Identität ist unumgänglich. Wie aber werden Identitäten gebildet? FURCHE-Feuilletonchefin Brigitte Schwens-Harrant und Jörg Seip, Professor für Pastoraltheologie in Bonn, befragen in ihren Essays exemplarisch diverse Konzepte:(1) Das vermeintlich Private der Liebe ist geprägt von Rollenerwartungen, Geschlechterverhältnissen und nicht zuletzt von Ökonomie. Das zeigt auch die Romanliteratur. (2) Politisches Kampffeld par excellence ist Gender schon deshalb, weil hier der kulturelle Sockel jedweder Zivilisation verhandelt wird.(3) Die Stadt wird in der Literatur zum Denkbild, in dem sich Ordnungsund Denkmuster einer Gesellschaft ausdrücken -oder kritisch angegangen werden.(4) Jenseits üblicher Essentialismen könnte das Hybride vielleicht einen Denkweg ermöglichen.(5) Die Abgrenzung der eigenen Gruppe von anderen durch Othering -Imaginieren des Anderen oder Fremden -erfolgt oft durch unreflektierte Klassifizierungssysteme.(6) Wie ist Religion zu bestimmen oder zu denken, ohne dass sie sich für nationalistische und andere fundamentalisierende Interessen instrumentalisieren ließe?(7) Die Denkfigur der unbedingten Gastfreundschaft hilft, den gegenwärtigen politischen Diskurs zu deuten und zu erweitern. Das Identitätsverständnis wird dann zu einer Frage der Haltung der Gerechtigkeit.

Mind the gap Sieben Fährten über das Verfertigen von Identitäten. Von Brigitte Schwens-Harrant und Jörg Seip. Klever 2019 130 Seiten, brosch., € 18,-