Neues Jahr - neue Köpfe für die furche

Die besten Köpfe" der furche hatte eine Werbekampagne früherer Jahre einmal thematisiert. Und in der Tat: Diese Zeitung war immer stolz darauf, dass einige der besten Köpfe des Landes für sie tätig waren.

Von einem dieser Köpfe müssen wir uns mit dieser Ausgabe verabschieden: Franz Ivan hat, wie er selbst bereits vor einiger Zeit an dieser Stelle ankündigte, mit Ende des Jahres die Geschäftsführung der furche zurückgelegt. Ivan, der u. a. auch Co-Geschäftsführer der Presse und Vorsitzender des Vereins Media Analysen ist, wurde Anfang Dezember zum Präsidenten des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) gewählt. Der neuen Aufgabe wird sich Ivan mit vollem Engagement zuwenden - die Zeiten sind auch für diese Branche keine rosigen, große Brocken wie die Presseförderung oder die Zeitungszustellung angesichts rapide gestiegener Posttarife stehen auf der Agenda. Wir wünschen Franz Ivan viel Glück für dieses wichtige Amt und freuen uns, an der Spitze des Verbandes jemanden zu wissen, der auch ein großes Herz für die furche hat.

Für dieses große Herz, das er während der letzten zweieinhalb Jahre als furche-Geschäftsführer gezeigt hat, wollen wir ihm an dieser Stelle sehr danken. Ivan hat in der Redaktion für Aufbruchsstimmung gesorgt, er hat der Zeitung ein neues, produktgerechtes PR-Konzept verpasst ("Die furche bricht auf", "Die Perspektive mehr" etc.), er hat nach innen wie aussen demonstriert, dass er an unsere Zeitung glaubt, dass sie ihm ein persönliches Anliegen ist. Wir meinen, dass sich das mittlerweile auch in der Außenwahrnehmung des Blattes niedergeschlagen hat und dass etwas von dieser Aufbruchsstimmung auch für Sie, liebe Leserinnen und Leser, spürbar geworden ist.

Diesen Kurs mit ganzer Kraft fortsetzen wird gewiss Ivans Nachfolgerin in der Geschäftsführung, Gerda Schaffelhofer, die Ihnen ebenfalls an dieser Stelle von Franz Ivan bereits kurz vorgestellt wurde und die ich ganz herzlich als neuen Kopf im furche-Team begrüßen möchte. Sie bringt unter anderem ihre Erfahrungen aus ihrer früheren Tätigkeit im Verein "Zeitung in der Schule" und beste Kenntnisse der heimischen Medienlandschaft mit.

Eine trademark der furche, die sie aus guten Gründen stets gepflegt hat, sind seit jeher ihre Kolumnisten: Personen, die etwas zu sagen haben und der Zeitung ein Gesicht geben; die nicht unbedingt auf Blattlinie liegen oder auf dem Boden derselben Tradition wie die furche stehen müssen, die aber jedenfalls als Ausweis der Dialogfähigkeit und Breite der furche verstanden werden sollen; die etwas von diesem Spannungsfeld zwischen katholisch, liberal und konservativ repräsentieren, auf dem sich unser Blatt bewegt.

Einige dieser neuen Köpfe lernen Sie bereits in dieser Nummer kennen: Heide Schmidt, Vorsitzende des Instituts für eine offene Gesellschaft und eine der wenigen, die sich auch in ihrer Zeit als aktive Politikerin für grundsätzliche Fragen menschlichen Zusammenlebens interessiert und dazu stets kontroverse Positionen vertreten hat; Martina Salomon, profilierte Innenpolitik-Journalistin des Standard; Michael Bünker, Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich. Ein neuer alter Kopf tritt ebenfalls erstmals als Kolumnist in Erscheinung: Heiner Boberski, früherer furche-Chefredakteur und Theaterexperte, wird künftig im Feuilleton "Federstriche" verfassen.

In den nächsten Nummern werden Sie weitere neue Autoren finden: Michael Fleischhacker, pointenreicher Formulierer, seit Anfang des Jahres stv. Chefredakteur der Presse, zuvor bei Standard und Kleiner Zeitung, wird mit seinem Kolumnentitel bewusst an einen der Großen der österreichischen Publizistik anknüpfen: an Kurt Wimmer, den früheren Kleine Zeitung-Chefredakteur, der von 1986 bis 1993 furche-Kolumnen unter dem Titel "Rufzeichen" verfasst hat. Das "Zeitgespräch", bei dem sich in guter ökumenischer Tradition ein katholischer und ein evangelischer Autor abwechseln, wird neben Bünker Helmut Schüller, früherer Wiener Generalvikar, heute u. a. Seelsorger an der Wiener Wirtschaftsuniversität, führen. Von beiden dürfen wir mit Recht prägnante Aussagen zu "Christsein heute" erwarten.

Erhalten bleiben uns Hubert Feichtlbauer, Trautl Brandstaller, Hans-Peter Halouska und Fritz Muliar - sie dürfen bereits als furche-Urgestein im besten Sinne gelten. Ganz herzlich bedankt seien die scheidenden Köpfe: Irene Dyk, die so manches wesentliche "Stichwort" gab, so wie Martin Jäggle und Ulrich H. Körtner, die bewiesen, dass Theologen auf der Höhe der Zeit sein können und Wesentliches zur Gegenwart zu sagen haben.

Auf ein gutes Jahr 2002!

E-Mail: mitloehner@furche.at

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