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Feuilleton

Nichts für Späteinsteiger

1945 1960 1980 2000 2020
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Es gibt TV-Serien, auf die man zufällig stößt, mitten in einer Staffel, vielleicht sogar mitten in einer Folge, und trotzdem wird einem binnen fünf Minuten klar: es handelt sich um großartiges Fernsehen. "Schnell ermittelt" ist keine solche Serie. Einem Zuseher, dem diese ORF-Krimiserie zuvor noch nie untergekommen ist, erschließt sich anhand der jüngsten Folge der fünften Staffel -die Montag auf ORF 1 ausgestrahlt wird -nicht, warum diese Produktion ein so großer Erfolg bei Publikum und Kritik war.

In der Serie tummeln sich Menschen, die Sätze sagen oder Dinge tun, die kein Mensch im echten Leben jemals sagen oder tun würde. Da hängt der Schlüssel zu einer Luxus-Altbauwohnung für jeden sichtbar direkt vor der Eingangstür. Grundsätzlich nicht uninteressant ist die Titelfigur: die unsympathische, stets schnippische Mordkommissarin Angelika Schnell (Ursula Strauss), die bei der Lösung ihrer Fälle offenbar auf düstere Visionen vertraut. Doch obwohl es bei den Ermittlungen naturgemäß um Leben und Tod geht und sich auch in Schnells Privatleben Dramatisches abspielt -der Sohn wird des Mordes verdächtigt -, lässt dies den Zuschauer, zumindest den unbefangenen, kalt.

In einer wirklich guten Serie geht es in jeder Folge aufs Neue ans Eingemachte: Die ganze Palette menschlicher Beziehungen wird in Dialogen und Bildern auf den Punkt gebracht, die weit über das konkrete Geschehen hinausweisen. "Schnell ermittelt" jedoch begeht den alten Fehler so vieler Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum: Statt durch Überhöhung glaubt man essenzielle Einsichten durch vermeintlichen Realismus und vermeintliche Authentizität gewinnen zu können -und landet damit aber in der Belanglosigkeit. Mag sein, dass Langzeit-Fans von "Schnell ermittel" das anders sehen -ein später Einstieg ist jedenfalls nicht zu empfehlen.

Es gibt TV-Serien, auf die man zufällig stößt, mitten in einer Staffel, vielleicht sogar mitten in einer Folge, und trotzdem wird einem binnen fünf Minuten klar: es handelt sich um großartiges Fernsehen. "Schnell ermittelt" ist keine solche Serie. Einem Zuseher, dem diese ORF-Krimiserie zuvor noch nie untergekommen ist, erschließt sich anhand der jüngsten Folge der fünften Staffel -die Montag auf ORF 1 ausgestrahlt wird -nicht, warum diese Produktion ein so großer Erfolg bei Publikum und Kritik war.

In der Serie tummeln sich Menschen, die Sätze sagen oder Dinge tun, die kein Mensch im echten Leben jemals sagen oder tun würde. Da hängt der Schlüssel zu einer Luxus-Altbauwohnung für jeden sichtbar direkt vor der Eingangstür. Grundsätzlich nicht uninteressant ist die Titelfigur: die unsympathische, stets schnippische Mordkommissarin Angelika Schnell (Ursula Strauss), die bei der Lösung ihrer Fälle offenbar auf düstere Visionen vertraut. Doch obwohl es bei den Ermittlungen naturgemäß um Leben und Tod geht und sich auch in Schnells Privatleben Dramatisches abspielt -der Sohn wird des Mordes verdächtigt -, lässt dies den Zuschauer, zumindest den unbefangenen, kalt.

In einer wirklich guten Serie geht es in jeder Folge aufs Neue ans Eingemachte: Die ganze Palette menschlicher Beziehungen wird in Dialogen und Bildern auf den Punkt gebracht, die weit über das konkrete Geschehen hinausweisen. "Schnell ermittelt" jedoch begeht den alten Fehler so vieler Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum: Statt durch Überhöhung glaubt man essenzielle Einsichten durch vermeintlichen Realismus und vermeintliche Authentizität gewinnen zu können -und landet damit aber in der Belanglosigkeit. Mag sein, dass Langzeit-Fans von "Schnell ermittel" das anders sehen -ein später Einstieg ist jedenfalls nicht zu empfehlen.