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Ökumene

* Spindelegger in Ägypten

Außenminister Michael Spindelegger ist im Rahmen seiner Nahostreise am 4. April in Kairo mit dem koptisch-orthodoxen Kirchenoberhaupt Papst Schenuda III. zusammengetroffen.

Im Mittelpunkt der Unterredungen standen die schwierige Situation der Kopten in Ägypten sowie Bemühungen um die Einhaltung der Religionsfreiheit und die Garantie der Menschenrechte im Land. Spindelegger drückte seine Überzeugung aus, dass die Religionsfreiheit in der neuen ägyptischen Verfassung verankert werden müsse.

Am 5. April traf der Außenminister den Großscheich der Kairoer Al-Azhar-Moschee, Achmed al-Tajeb, und sprach sich ebenso für volle Religionsfreiheit in Ägypten aus. Der Besuch erfolgt in einer Phase, da der offizielle islamisch-katholische Dialog ins Stocken geraten ist. Al-Azhar hat Ende Jänner den interreligiösen Dialog mit dem Vatikan "eingefroren“, weil Papst Benedikt XVI. wiederholt den Islam kritisiert und von Christenverfolgung in Ägypten gesprochen hätte. Spindelegger erhofft sich mit den Besuchen ein Bild von allen Seiten machen zu können. (KAP/APA)

* Proteste gegen Koran-Verbrennung

Seit 1. April protestieren in Afghanistan täglich aufgebrachte Muslime gegen die Verbrennung eines Korans in den USA. Auslöser für die anhaltenden Demonstrationen war eine Aktion des radikalen Predigers Terry Jones. Er hatte am 20. März in seiner Gemeinde einen Koran verbrannt, was zunächst weitgehend unbemerkt blieb, da US-Medien sehr zurückhaltend darüber berichtet hatten. In Afghanistan wurden seit Beginn der Proteste mindestens 23 Menschen - darunter sieben UN-Mitarbeiter - getötet und fast 150 verletzt. US-Präsident Barack Obama verurteilte sowohl die Verbrennung als "Akt extremer Intoleranz“ als auch die gewaltsamen Ausschreitungen. (APA)

* Schweigemarsch für Nigeria

Der jährliche Schweigemarsch für verfolgte Christen von Christian Solidarity International am 8. April ist Nigeria, wo in den letzten Wochen neue Anschläge auf Christen verübt wurden, gewidmet. Treffpunkt für den Marsch ist um 16.15 Uhr vor der Wiener Staatsoper. Obiora Ike, Caritas-Direktor in Nigeria und Überlebender eines Anschlags, berichtet anschließend aus seiner Heimat. (red)

* Großerzbischof will Patriarchat

Kurz nach seinem Amtsantritt als Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine hat Swjatoslaw Schewtschuk, die Aufwertung seines Großerzbistums zum Patriarchat gefordert.Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel sprach sich gegen ein uniertes Patriarchat aus. Die Moskau zugehörige orthodoxe Kirche in der Ukraine äußerte sich gelassen. Es sei "im Großen und Ganzen gleich“, ob sich das Oberhaupt der unierten Kirche Großerzbischof oder Patriarch nenne. Indes hoffte Metropolit Hilarion vom Außenamt des Moskauer Patriarchats, dass Orthodoxe und Unierte allmählich ihre "akuten und schmerzhaften Probleme“ lösen könnten. (KAP/APA)

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