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Ökumene

* Erfolgreiche Spendenaktion

„War es eine Katastrophe? Oder war es ein Wunder?“, fragt Furche-Herausgeber Heinz Nußbaumer zu Beginn seines Artikels über die Brandkatastrophe im Serben-Heiligtum am Berg Athos, erschienen im Juli 2004. Es war die Nacht vom 4. auf den 5. März 2004, als ein schreckliches Feuer weite Teile des Klosters Hilandar dem Erdboden gleichmachte. Eine Katastrophe: Innerhalb weniger Stunden wurde das über 800 Jahre alte Nationalheiligtum zur ausgebrannten Ruine. Immerhin, wie durch ein Wunder wurden alle wichtigen Heiligtümer und Kunstschätze gerettet, darunter viele Ikonen und frühslawische Handschriften.

Dass nun, rund fünf Jahre danach, mit dem Wiederaufbau des Klosters begonnen werden kann, ist weniger ein Wunder, als vielmehr das Verdienst des Grazer Theologen Philipp Harnoncourt, der eine Spendenaktion anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums startete. Von Anfang an mit dabei waren die Athos-Freunde Dieter Dorner sowie Heinz Nußbaumer, aber auch die Leser der Furche, die das Projekt durch ihre Spenden unterstützten. „Im Jahr 2004, genau 800 Jahre nach der Zerstörung von Konstantinopel und der Ausplünderung vieler Klöster durch die Teilnehmer am vierten Kreuzzug zu Ostern 1204 ist eine Hilfsaktion zum Wiederaufbau eines niedergebrannten Klosters ein spätes, aber wichtiges Zeichen der Wiedergutmachung“, sagt Harnoncourt. Dank der Spenden, durch Benefiz-Veranstaltungen und größere Zuwendungen durch die fünf Grazer Rotary-Clubs sowie das Grazer Domkapitel konnte Anfang Februar ein Betrag von E 200.000,- überwiesen werden. Durch diese Summe und die Zusagen der UNESCO sowie der Regierungen von Serbien und Griechenland ist der Wiederaufbau des Klosters sichergestellt. (sj)

* Störende Missionierungsaktion

„Die Möglichkeit eines Treffens zwischen Papst und Patriarch war nie ausgeschlossen. Aber es gibt nach wie vor Hindernisse, vor allem Fälle von Proselytismus (Abwerbung von Gläubigen)“, sagt der Wiener russisch-orthodoxe Bischof Hilarion in einem TV-Interview. Die Hindernisse einer Begegnung seien noch nicht ausgeräumt, betont der Bischof, und verweist auf Neugründungen von griechisch-katholischen Pfarrgemeinden in allen Teilen der Ukraine. Zunächst müsse eine gemeinsame Position zur Frage des Prosyletismus ausgearbeitet werden, erst dann könne eine Begegnung zwischen Papst Benedikt XVI. und dem neuen Patriarchen von Moskau, Kyrill I., stattfinden, so Hilarion. (KAP)

* Aktuelle Protestaktion

Eine Initiative aus Israel und den palästinensischen Gebieten, bestehend aus 40 Christen verschiedener Konfessionen, hat Papst Benedikt XVI. gebeten, seine für Mai geplante Reise ins Heilige Land abzusagen. Ein Besuch zum aktuellen Zeitpunkt würde „vom Staat Israel fehlinterpretiert werden“, befürchtet die Initiative. Die Anwesenheit des Papstes würde als kirchlicher Segen für die „Politik und die Gräueltaten“ der israelischen Regierung verstanden, so die Unterzeichner. In dem Schreiben wird auch die Anerkennung eines „gemeinsamen und offenen Statuts“ für Jerusalem gefordert, da die Stadt kein Eigentum einer einzelnen Religion sei. (KAP)

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