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Feuilleton

Psychothrill und Haider Jörg

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Wie immer ist die Diagonale ein Ort möglicher Entdeckungen: Denn neben der retrospektiv angelegten Werkschau zum österreichischen Film finden zahlreiche Premieren ihren Weg in die Grazer Diagonale-Kinos: So ist bei den Spielfilmen in diesem Jahr sicher Jakob M. Erwas Psychothriller "HomeSick" bemerkenswert, der nach seiner Uraufführung bei der Berlinale hymnische Kritiken erhielt. Auch Andrina Mracnikars Beziehungsthriller "Ma folie" und Thomas Woschitz' skurrile Kärntner Geschichte "Bad Luck", beide in Saarbrücken uraufgeführt, könnten zu den Überraschungen zählen.

Als Weltpremiere könnte die neue Arbeit von Ludwig Wüst für Aufsehen sorgen: Wüst folgt in "(Ohne Titel)" einer Frau um die 40, die in einem Hotel nach 20 Jahren ihren Vergewaltiger trifft. Wüst ist bekannt für seine höchst unkonventionellen Zugänge zum Geschichtenerzählen und wäre für seine Arbeiten schon lange preiswürdig. Vielversprechend klingen auch die neuen Arbeiten von Peter Schreiner ("Lampedusa"), Lukas Valenta Rinner ("Parabellum") oder Wolfgang Rupert Muhr ("Centaurus"). Als Landkrimi-Premieren des ORF stehen diesmal Barbara Eders "Kreuz des Südens" und Andreas Prochaskas "Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist" auf dem Spielplan.

Bei den Dokumentarfilmen bietet die Diagonale traditionell eine breite Auswahl: Neben Nikolaus Geyrhalters Langzeitstudie "Über die Jahre" (siehe Artikel oben) bewertet Manfred Neuwirth in "Aus einem nahen Land" Alltägliches in seiner Heimatgemeinde Kritzendorf in 24 dreiminütigen Miniaturen. "Fang den Haider" der belgischen Filmemacherin Nathalie Borgers wirft einen Blick von außen auf das Phänomen Jörg Haider und den nach seinem Tod aufgekommenen Personenkult um den Politiker.

Und dann gibt es bei der Diagonale noch die allseits beliebten Experimentalfilme (u. a. neue Arbeiten von Johannes Hammel, Virgil Widrich oder Josef Dabernig), sowie etliche Sonderreihen: Das Festival erinnert etwa an die im Vorjahr verstorbenen Regisseure Florian Flicker und Michael Glawogger, zeigt eine Reihe über in der NS-Zeit vertriebene Avantgardefilm-Künstler und feiert restaurierte Fassungen der Filme des Regisseurs Alfred Kaiser. Als Special Guest hat das Festival die französische Regisseurin Mia Hansen-Løve eingeladen.

Wie immer ist die Diagonale ein Ort möglicher Entdeckungen: Denn neben der retrospektiv angelegten Werkschau zum österreichischen Film finden zahlreiche Premieren ihren Weg in die Grazer Diagonale-Kinos: So ist bei den Spielfilmen in diesem Jahr sicher Jakob M. Erwas Psychothriller "HomeSick" bemerkenswert, der nach seiner Uraufführung bei der Berlinale hymnische Kritiken erhielt. Auch Andrina Mracnikars Beziehungsthriller "Ma folie" und Thomas Woschitz' skurrile Kärntner Geschichte "Bad Luck", beide in Saarbrücken uraufgeführt, könnten zu den Überraschungen zählen.

Als Weltpremiere könnte die neue Arbeit von Ludwig Wüst für Aufsehen sorgen: Wüst folgt in "(Ohne Titel)" einer Frau um die 40, die in einem Hotel nach 20 Jahren ihren Vergewaltiger trifft. Wüst ist bekannt für seine höchst unkonventionellen Zugänge zum Geschichtenerzählen und wäre für seine Arbeiten schon lange preiswürdig. Vielversprechend klingen auch die neuen Arbeiten von Peter Schreiner ("Lampedusa"), Lukas Valenta Rinner ("Parabellum") oder Wolfgang Rupert Muhr ("Centaurus"). Als Landkrimi-Premieren des ORF stehen diesmal Barbara Eders "Kreuz des Südens" und Andreas Prochaskas "Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist" auf dem Spielplan.

Bei den Dokumentarfilmen bietet die Diagonale traditionell eine breite Auswahl: Neben Nikolaus Geyrhalters Langzeitstudie "Über die Jahre" (siehe Artikel oben) bewertet Manfred Neuwirth in "Aus einem nahen Land" Alltägliches in seiner Heimatgemeinde Kritzendorf in 24 dreiminütigen Miniaturen. "Fang den Haider" der belgischen Filmemacherin Nathalie Borgers wirft einen Blick von außen auf das Phänomen Jörg Haider und den nach seinem Tod aufgekommenen Personenkult um den Politiker.

Und dann gibt es bei der Diagonale noch die allseits beliebten Experimentalfilme (u. a. neue Arbeiten von Johannes Hammel, Virgil Widrich oder Josef Dabernig), sowie etliche Sonderreihen: Das Festival erinnert etwa an die im Vorjahr verstorbenen Regisseure Florian Flicker und Michael Glawogger, zeigt eine Reihe über in der NS-Zeit vertriebene Avantgardefilm-Künstler und feiert restaurierte Fassungen der Filme des Regisseurs Alfred Kaiser. Als Special Guest hat das Festival die französische Regisseurin Mia Hansen-Løve eingeladen.