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"Puls 4“: Ausgetalkt - zumindest kurzzeitig

Der Privatsender "Puls 4“ kippte seine tägliche Sendung "Talk of Town“ und bringt sie künftig nur mehr einmal pro Woche.

Puls 4 krempelt sein Programm um. Das beliebte tägliche Talkformat "Talk of Town“ fällt dem neuen Programmschema zum Opfer, zumindest vorerst. Denn "Talk of Town“ (Bild oben: die letzte Sendung), das bisher den Ruf genoss, aktuell und vor allem täglich auf Themen einzugehen, die das Land bewegen, wird künftig nur mehr einmal pro Woche in Puls 4 auf Sendung gehen. Dabei war es gerade die Qualität des spritzigen Tages-Talks, die den ORF als öffentlich-rechtlichen Platzhirschen alt aussehen ließ: Die Redaktion reagierte schnell auf aktuelle (Polit-)Themen und lud stets zwei, drei Gäste ein, die vor den Puls 4-Kameras abseits der von Parteiproporz weichgespülten Talkformate des ORF schon mal Tacheles reden konnten.

Derzeit ist das Format gänzlich eingestellt, denn der Sender startet ab dem 7. März eine komplette Programmreform seines Vorabends. Nach den "Austria News“ um 18 Uhr 30 wird dann die Serie "Bill Cosby“ (Montag bis Donnerstag) bzw. der "Stadtreport“ (Freitag) zu sehen sein, gefolgt von "Pink!“ und neuen Folgen von "Messer, Gabel, Herz“ (19 Uhr 40). Das Programm sieht damit schlagartig mehr nach einem Privatsender aus.

Schlagartig mehr "privat“

Erst im April soll "Talk of Town“ in geänderter Fassung erneut an den Start gehen: Einmal pro Woche - der genaue Wochentag ist noch nicht bekannt - wird das Talkformat im Hauptabend zu sehen sein. Geplant ist eine 60-minütige Langversion der Sendung, die bisher täglich rund 20 Minuten on Air war. Bei Puls 4 spricht man von einer "Aufwertung“ der Sendung, indem man sie in ein neues Studio setzt, in dem auch Publikum Platz finden wird. Eine Live-Diskussion, die laut Puls 4 "aufgrund der Erfolge der Diskussionssendung in den letzten Jahren“ produziert werden wird.

Oliver Svec, der Programmleiter des Privatsenders, erklärt die Änderungen so: "Wir haben beschlossen, die Diskussionsrunde ‚Talk of Town‘ auszubauen und nachhaltig in das Format zu investieren. Ab April wollen wir das hochwertige Format im Hauptabend ausstrahlen - die Platzierung in der Primetime gibt der Sendung die notwendige Gewichtung. Die Entscheidung, ‚Talk of Town‘ einmal in der Woche in einer Langversion zu zeigen, fiel unter anderem, weil wir der Diskussion mehr Raum geben wollen. Somit können wir noch stärker auf die Themen, die Österreich bewegen, fokussieren.“

Fraglich bleibt in diesem Zusammenhang, ob nur eine Sendung pro Woche wirklich mehr Raum bietet, als eine tägliche Talkshow dies kann, auch wenn sie bedeutend kürzer ist. Zumindest die Themenvielfalt dürfte darunter leiden.

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