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Feuilleton

Rasender Still-Stand

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Wo nichts mehr sich regt, beginnt das Reich des Unheimlichen. Dinge zerfallen, werden widersprüchlich, werden Undinge. Stillstand ist vieles, aber eines nicht: ein Ruhestand.

Tableau I - Die stumme Szene: Niokolai Gogols weltberühmte Komödie "Der Revisor“ (1836) schließt bekanntlich mit einem Knalleffekt: Nach all den Verwicklungen und Vertauschungen eines zufällig in einer Provinzstadt hereingeschneiten jungen Mannes, der von allen fälschlich für den panisch erwarteten Revisor gehalten wird, erschallt zuletzt in das lautstarke Durcheinander hinein die apokalyptische Botschaft: "Der auf besonderen Befehl aus Petersburg eingetroffene Beamte fordert Sie unverzüglich vor sich. Er ist im Gasthaus abgestiegen.“

Diese Worte - so Gogol in seiner Regieanweisung zur nun gespenstisch eintretenden "Stummen Szene“ - "diese Worte treffen alle gleich einem Donnerschlag. Ein Ruf des Entsetzens dringt einmütig von allen Damenlippen; die ganze Gruppe, die mit eins ihre Stellung verändert, verharrt wie in Versteinerung. STUMME SZENE. In der Mitte der Bühne steht der Polizeimeister gleich einer Säule mit ausgebreiteten Armen … Rechts von ihm seine Frau und seine Tochter, deren beide Leiber in einer Bewegung ihm zugekehrt sind; hinter diesen der Postmeister, der zu einem Fragezeichen verwandelt, sich dem Publikum zuwendet.“ Der gesamte Intrigantenstadel steht also da, reglos, zur Salzsäule erstarrt, mit offenen Mündern: "Fast anderthalb Minuten verharrt die versteinerte Gruppe in dieser Stellung. Dann senkt sich der Vorhang.“

Die seit dem 18. Jahrhundert so beliebten "Tableaux vivants“, die auch noch zu Gogols Zeiten sehr beliebt waren, triumphieren in dieser Schlussszene freilich auf gespenstische Weise: Denn hier verlebendigen sie nicht ein berühmtes Gemälde, sondern bringen eine eben noch quirlige Gesellschaft zu ihrem Stillstand. Ähnlich übrigens wie das bewegliche Leben im "Stilleben“ seinen Totpunkt erfährt.

"Nature morte“ - Scherbenhaufen des Lebens

Nicht zu unrecht wird dieses Genre auch "nature morte“ genannt - im Sinne einer Tot-Stellung, die dann im Medium der Fotografie wiederkehrt. Auch hier bedroht der plötzliche Stillstand den vom Schnappschuss erlegten mit jenem Tod, den traditionelle Kulturen der Fotografie zuschreiben. Das Foto schießt sein Objekt der Begierde, der Auslöser fixiert das Leben im Totpunkt - in flagranti. Auch die laufenden Filmbilder können so im "film still“ jenen Stillstand vor Augen führen, der nur durch eine optische Täuschung den Strom des Lebens simuliert.

Noch einmal Still-Stand bei Gogol, diesmal in seiner Romangroteske Die Toten Seelen: Unser Held Tschitschikow - quicklebendig, immer geschäfts- und essbereit - gerät auf den Gutshof eines geizigen Landadligen, der ihm zwar keine verstorbenen Leibeigenen überschreiben möchte (das waren ja jene "Toten Seelen“, mit denen Tschitschikov Handel trieb, um seine Kreditwürdigkeit zu untermauern): Vielmehr konfrontiert der hartleibige Geschäftspartner Tschitschikov unvermittelt mit einer "nature morte“, die in einem toten Winkel des Gutshofes vor sich hindämmert.

Wir stehen vor dem wohl berühmtesten Scherbenhaufen der (russischen) Romanliteratur, der sich vor unseren Augen wie eine Montage "avant la léttre“ auftut - oder eine Installation à la Ilja Kabakov aus der Zeit nach dem sowjetischen Stillstand der Breschnew-Ära.

Unheimlicher Stillstand

"Auf dem Schreibtisch, mit Perlmuttermosaik eingelegt, das schon an manchen Stellen ausgefallen war und die Lücken mit dem gelben Leim sehen ließ, lag allerhand Kram umher: Haufen von eingeschriebenen Zetteln mit einem grünangelaufenen Marmorbriefbeschwerer beschwert, dessen Griff ein Ei darstellte; irgendein altes Buch, in Schweinsleder gebunden, mit rotem Schnitt; eine ausgetrocknete Zitrone, klein wie eine Haselnuß zusammen geschrumpft; ein Stück zerbrochene Sessellehne; ein Schnapsglas mit einer unbestimmbaren Flüssigkeit und drei toten Fliegen darin und mit einem Blatt Briefpapier zugedeckt; ein abgebrochenes Stück Siegellack; ein vergilbter Zahnstocher, mit dem der Hausherr sich vielleicht noch vor dem Einzug der Franzosen in Moskau in den Zähnen umgestochert haben mochte …“

Da hatte Dornröschen mehr Glück gehabt: Sie sticht sich mit der verzauberten Spindel in den Finger, worauf sie samt ihrem Schloss und Hofstaat in Tiefschlaf verfällt: "In dem Augenblick aber, als die Königstochter sich stach, fiel sie auf das Bett, das da stand und lag in einem tiefen Schlaf. Und dieser Schlaf legte sich über das ganze Schloss. Auch die Pferde im Stall, die Hunde am Hof, die Tauben auf dem Dach, die Fliegen an der Wand fielen in einen tiefen Schlaf. Ja sogar das Feuer am Herd wurde still und der Braten hörte auf zu Brutzeln und der Koch, der den Küchenjungen an den Haaren ziehen wollte … ließ ihn los und schlief ein.“

Freilich, unser Dornröschen wird wieder erblühen, das putzig angehaltene Leben nimmt unvermittelt wieder seinen Lauf, als der obligate Prinz auftritt und seine Prinzessin wachküsst. Was sich hier in Wohlgefallen auflöst - der totale Stillstand, die Erstarrung des Lebens - dies spielt in der Psychologie des Unbewussten eine eher unheimliche Rolle: Das erstarrte, mechanische, auf den Punkt geschrumpfte Leben erscheint hier als das Allerfremdeste. Sigmund Freud vermutet in seinem gleichnamigen Traktat das "Unheimliche“ nicht in einer dämonisch hereinbrechenden Fremdheit, sondern ortet sie im Gegenteil mitten in uns selbst, im Bergwerk der Seele, wo so manche Leiche zeitlebens zu überwintern hat. Das Unheimliche wird so zum eigenen Heimlichen - und doch kein "Heimchen am Herd“, sondern ein Ureigenstes, das nur zu gut vergessen dalag und seinem grausigen Auftritt entgegenharrte: als unser eigener Doppelgänger, der uns zum Fremden im eigenen Hause macht. Zur Marionette, in den Händen eines anderen. Zur Schreckstarre verdammt angesichts jener Schlange, die uns zum Kaninchen macht. Der Einzelne verfügt nicht mehr über sich als sein Eigentum, er behaust nur noch "eine Zelle“, die ihn tausendfach widerspiegelt, indem sie ihn multipliziert, zum Trugbild seiner eigenen Wiederholungszwänge macht. Das Unheimliche inszeniert eine solche "Wiederkehr der Toten“ (Freud), genauer: der Toten als Untote, die den Lebenden ein Unleben bereiten, Taten in Untaten, Dinge in Undinge verkehren.

Tableau II: Die letzte Szene

So ein Stillstand ist kein Ruhestand, der Entspannung, ja Entwarnung bringen würde. Im Gegenteil: Er fordert höchste Aufmerksamkeit, eine letzte, ungeteilte, starrsinnige. Am eindringlichsten hat dies Vladimir Nabokov - schon wieder ein Russe ... - in seinem Roman "Einladung zur Enthauptung“ (1938) ein Jahrhundert nach Gogol auf den Schlusspunkt gebracht: Der Romanheld stirbt, stellvertretend für seine Leser, den finalen Heldentot am Richtplatz. Auch ein Tableau - das den Auftritt eines Jenseits samt seinem hoffentlich echten Revisor in Szene setzt: Im Totpunkt der Bewegung steht das Leben still, der Verstand, das Herz und alles rundum kollabiert - entlarvt als Kulisse, während die gerettete Seele wie auf den rechtgläubigen Ikonen jene Mariens nach ihrer Entschlafung als Wickelkind fortgetragen wird: Die starre Larve ist dabei, sich als Schmetterling zu entpuppen:

"Die Zuschauer (der Hinrichtung) waren völlig durchsichtig und total nutzlos, sie wogten und entfernten sich - lediglich die hinteren Reihen, die ja aufgemalt waren, blieben an Ort und Stelle. … Wenig war übrig vom Platz. Das Gerüst des Schafotts war längst in einer Wolke rötlichen Staubs zusammengefallen. Die letzte, die vorüberstürzte, war eine Frau mit einem schwarzen Tuch, die den winzigen Scharfrichter wie eine Larve in den Armen trug. ... Alles löste sich auf. Alles fiel und inmitten der fallenden Dinge, inmitten der schwankenden Kulissen schritt Cincinnatus (unser Held) in jene Richtung, wo - nach den Stimmen zu urteilen - ihm verwandte Wesen standen.“

Das Henkersbeil blitzt auf im Totpunkt seiner ausholenden Bewegung, die Guillotine saust nieder, die Kamera hat ihren Schnappschuss und der Vorhang fällt - samt einer zum Stillstand gebrachten Welt, die sich als bloße Dekoration entlarvt. Tableau!

* Der Autor ist Professor für Slawische Philologie an der Universität München.

Wo nichts mehr sich regt, beginnt das Reich des Unheimlichen. Dinge zerfallen, werden widersprüchlich, werden Undinge. Stillstand ist vieles, aber eines nicht: ein Ruhestand.

Tableau I - Die stumme Szene: Niokolai Gogols weltberühmte Komödie "Der Revisor“ (1836) schließt bekanntlich mit einem Knalleffekt: Nach all den Verwicklungen und Vertauschungen eines zufällig in einer Provinzstadt hereingeschneiten jungen Mannes, der von allen fälschlich für den panisch erwarteten Revisor gehalten wird, erschallt zuletzt in das lautstarke Durcheinander hinein die apokalyptische Botschaft: "Der auf besonderen Befehl aus Petersburg eingetroffene Beamte fordert Sie unverzüglich vor sich. Er ist im Gasthaus abgestiegen.“

Diese Worte - so Gogol in seiner Regieanweisung zur nun gespenstisch eintretenden "Stummen Szene“ - "diese Worte treffen alle gleich einem Donnerschlag. Ein Ruf des Entsetzens dringt einmütig von allen Damenlippen; die ganze Gruppe, die mit eins ihre Stellung verändert, verharrt wie in Versteinerung. STUMME SZENE. In der Mitte der Bühne steht der Polizeimeister gleich einer Säule mit ausgebreiteten Armen … Rechts von ihm seine Frau und seine Tochter, deren beide Leiber in einer Bewegung ihm zugekehrt sind; hinter diesen der Postmeister, der zu einem Fragezeichen verwandelt, sich dem Publikum zuwendet.“ Der gesamte Intrigantenstadel steht also da, reglos, zur Salzsäule erstarrt, mit offenen Mündern: "Fast anderthalb Minuten verharrt die versteinerte Gruppe in dieser Stellung. Dann senkt sich der Vorhang.“

Die seit dem 18. Jahrhundert so beliebten "Tableaux vivants“, die auch noch zu Gogols Zeiten sehr beliebt waren, triumphieren in dieser Schlussszene freilich auf gespenstische Weise: Denn hier verlebendigen sie nicht ein berühmtes Gemälde, sondern bringen eine eben noch quirlige Gesellschaft zu ihrem Stillstand. Ähnlich übrigens wie das bewegliche Leben im "Stilleben“ seinen Totpunkt erfährt.

"Nature morte“ - Scherbenhaufen des Lebens

Nicht zu unrecht wird dieses Genre auch "nature morte“ genannt - im Sinne einer Tot-Stellung, die dann im Medium der Fotografie wiederkehrt. Auch hier bedroht der plötzliche Stillstand den vom Schnappschuss erlegten mit jenem Tod, den traditionelle Kulturen der Fotografie zuschreiben. Das Foto schießt sein Objekt der Begierde, der Auslöser fixiert das Leben im Totpunkt - in flagranti. Auch die laufenden Filmbilder können so im "film still“ jenen Stillstand vor Augen führen, der nur durch eine optische Täuschung den Strom des Lebens simuliert.

Noch einmal Still-Stand bei Gogol, diesmal in seiner Romangroteske Die Toten Seelen: Unser Held Tschitschikow - quicklebendig, immer geschäfts- und essbereit - gerät auf den Gutshof eines geizigen Landadligen, der ihm zwar keine verstorbenen Leibeigenen überschreiben möchte (das waren ja jene "Toten Seelen“, mit denen Tschitschikov Handel trieb, um seine Kreditwürdigkeit zu untermauern): Vielmehr konfrontiert der hartleibige Geschäftspartner Tschitschikov unvermittelt mit einer "nature morte“, die in einem toten Winkel des Gutshofes vor sich hindämmert.

Wir stehen vor dem wohl berühmtesten Scherbenhaufen der (russischen) Romanliteratur, der sich vor unseren Augen wie eine Montage "avant la léttre“ auftut - oder eine Installation à la Ilja Kabakov aus der Zeit nach dem sowjetischen Stillstand der Breschnew-Ära.

Unheimlicher Stillstand

"Auf dem Schreibtisch, mit Perlmuttermosaik eingelegt, das schon an manchen Stellen ausgefallen war und die Lücken mit dem gelben Leim sehen ließ, lag allerhand Kram umher: Haufen von eingeschriebenen Zetteln mit einem grünangelaufenen Marmorbriefbeschwerer beschwert, dessen Griff ein Ei darstellte; irgendein altes Buch, in Schweinsleder gebunden, mit rotem Schnitt; eine ausgetrocknete Zitrone, klein wie eine Haselnuß zusammen geschrumpft; ein Stück zerbrochene Sessellehne; ein Schnapsglas mit einer unbestimmbaren Flüssigkeit und drei toten Fliegen darin und mit einem Blatt Briefpapier zugedeckt; ein abgebrochenes Stück Siegellack; ein vergilbter Zahnstocher, mit dem der Hausherr sich vielleicht noch vor dem Einzug der Franzosen in Moskau in den Zähnen umgestochert haben mochte …“

Da hatte Dornröschen mehr Glück gehabt: Sie sticht sich mit der verzauberten Spindel in den Finger, worauf sie samt ihrem Schloss und Hofstaat in Tiefschlaf verfällt: "In dem Augenblick aber, als die Königstochter sich stach, fiel sie auf das Bett, das da stand und lag in einem tiefen Schlaf. Und dieser Schlaf legte sich über das ganze Schloss. Auch die Pferde im Stall, die Hunde am Hof, die Tauben auf dem Dach, die Fliegen an der Wand fielen in einen tiefen Schlaf. Ja sogar das Feuer am Herd wurde still und der Braten hörte auf zu Brutzeln und der Koch, der den Küchenjungen an den Haaren ziehen wollte … ließ ihn los und schlief ein.“

Freilich, unser Dornröschen wird wieder erblühen, das putzig angehaltene Leben nimmt unvermittelt wieder seinen Lauf, als der obligate Prinz auftritt und seine Prinzessin wachküsst. Was sich hier in Wohlgefallen auflöst - der totale Stillstand, die Erstarrung des Lebens - dies spielt in der Psychologie des Unbewussten eine eher unheimliche Rolle: Das erstarrte, mechanische, auf den Punkt geschrumpfte Leben erscheint hier als das Allerfremdeste. Sigmund Freud vermutet in seinem gleichnamigen Traktat das "Unheimliche“ nicht in einer dämonisch hereinbrechenden Fremdheit, sondern ortet sie im Gegenteil mitten in uns selbst, im Bergwerk der Seele, wo so manche Leiche zeitlebens zu überwintern hat. Das Unheimliche wird so zum eigenen Heimlichen - und doch kein "Heimchen am Herd“, sondern ein Ureigenstes, das nur zu gut vergessen dalag und seinem grausigen Auftritt entgegenharrte: als unser eigener Doppelgänger, der uns zum Fremden im eigenen Hause macht. Zur Marionette, in den Händen eines anderen. Zur Schreckstarre verdammt angesichts jener Schlange, die uns zum Kaninchen macht. Der Einzelne verfügt nicht mehr über sich als sein Eigentum, er behaust nur noch "eine Zelle“, die ihn tausendfach widerspiegelt, indem sie ihn multipliziert, zum Trugbild seiner eigenen Wiederholungszwänge macht. Das Unheimliche inszeniert eine solche "Wiederkehr der Toten“ (Freud), genauer: der Toten als Untote, die den Lebenden ein Unleben bereiten, Taten in Untaten, Dinge in Undinge verkehren.

Tableau II: Die letzte Szene

So ein Stillstand ist kein Ruhestand, der Entspannung, ja Entwarnung bringen würde. Im Gegenteil: Er fordert höchste Aufmerksamkeit, eine letzte, ungeteilte, starrsinnige. Am eindringlichsten hat dies Vladimir Nabokov - schon wieder ein Russe ... - in seinem Roman "Einladung zur Enthauptung“ (1938) ein Jahrhundert nach Gogol auf den Schlusspunkt gebracht: Der Romanheld stirbt, stellvertretend für seine Leser, den finalen Heldentot am Richtplatz. Auch ein Tableau - das den Auftritt eines Jenseits samt seinem hoffentlich echten Revisor in Szene setzt: Im Totpunkt der Bewegung steht das Leben still, der Verstand, das Herz und alles rundum kollabiert - entlarvt als Kulisse, während die gerettete Seele wie auf den rechtgläubigen Ikonen jene Mariens nach ihrer Entschlafung als Wickelkind fortgetragen wird: Die starre Larve ist dabei, sich als Schmetterling zu entpuppen:

"Die Zuschauer (der Hinrichtung) waren völlig durchsichtig und total nutzlos, sie wogten und entfernten sich - lediglich die hinteren Reihen, die ja aufgemalt waren, blieben an Ort und Stelle. … Wenig war übrig vom Platz. Das Gerüst des Schafotts war längst in einer Wolke rötlichen Staubs zusammengefallen. Die letzte, die vorüberstürzte, war eine Frau mit einem schwarzen Tuch, die den winzigen Scharfrichter wie eine Larve in den Armen trug. ... Alles löste sich auf. Alles fiel und inmitten der fallenden Dinge, inmitten der schwankenden Kulissen schritt Cincinnatus (unser Held) in jene Richtung, wo - nach den Stimmen zu urteilen - ihm verwandte Wesen standen.“

Das Henkersbeil blitzt auf im Totpunkt seiner ausholenden Bewegung, die Guillotine saust nieder, die Kamera hat ihren Schnappschuss und der Vorhang fällt - samt einer zum Stillstand gebrachten Welt, die sich als bloße Dekoration entlarvt. Tableau!

* Der Autor ist Professor für Slawische Philologie an der Universität München.