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Soderbergh goes Hitchcock

Steven Soderbergh will abtreten. Jetzt, nach "Side Effects“ und dem kommenden "Behind the Candelabra“, der in Cannes im Wettbewerb gezeigt wird, verordnet sich der Regisseur eine Zwangspause, weil er sich ausgebrannt fühlt. Dabei sind es gerade seine jüngsten Filme nicht: "Side Effects“ ist ein hervorragender Thriller mit vielen Suspense-Elementen in bester Hitchcock-Manier. Soderbergh schickt den Zuschauer auf eine unheilvolle Reise in die Welt der Psychopharmaka, zumindest in der ersten halben Stunde. Denn dann schwenkt der Film in eine gänzlich andere Richtung und hält eine Menge Überraschungen parat. Die Geschichte dreht sich um Emily (Rooney Mara), deren Ehemann Martin (Channing Tatum) als ehemals krimineller Broker aus dem Gefängnis kommt. Emily ist dadurch voller Depressionen und wendet sich an den Psychiater Dr. Banks (Jude Law), der ihr ein neues Medikament verschreibt. Doch die Nebenwirkungen sind derart schlimm, dass bald ein Todesopfer zu beklagen ist - und für Banks geht es plötzlich darum, Job und Ehre zu retten. Was aber wirklich hinter dem Vorfall steckt, erschließt sich erst nach und nach, dessen Details zu verraten, das Filmvergnügen dämpfen würde. Steven Soderbergh meistert die Fallstricke eines Psychothrillers ganz meisterhaft und zeigt eine Geschichte voller Intrigen, Lügen und Doppelbödigkeiten. In "Side Effects“ ist nichts wie es scheint, und das macht das große Vergnügen aus, diesen Film anzusehen.

Side Effects

USA 2013. Regie: Steven Soderbergh.

Mit Jude Law, Catherine Zeta-Jones, Rooney Mara. Constantin. 106 Min.

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