Retrospektive von Louise Bourgeois in der Kunsthalle Bregenz.

Louise Bourgeois gilt als eine der bedeutendsten Bildhauerinnen des 20. Jahrhunderts. Spätestens seit der ersten großen Retrospektive 1982 im New Yorker Museum of Modern Art steht ihr Werk im Zentrum des internationalen Kunstinteresses. Heuer ist sie bereits zum zweiten Mal auf der documenta vertreten. Das Kunsthaus Bregenz würdigt das Werk der Künstlerin in seiner Sommerausstellung und zeigt eine Gegenüberstellung von 21 Skulpturen und mehr als 100, überwiegend erstmals gezeigten Zeichnungen aus den Jahren 1943-2002. Die fast 60 Jahre künstlerischer Arbeit umfassende Ausstellung bietet in einem über alle Etagen des Kunsthauses geführten Dialog zwischen Skulpturen und Zeichnungen einen einmaligen Überblick über verschiedene Schaffensperioden. Neben einem repräsentativen Rückblick erhält man durch über 50 Zeichnungen aus den Jahren 2001/2002 sowie zentrale Skulpturen der letzten Jahre einen Einblick in die aktuelle Produktion der Künstlerin.

Zwei "Spiders", Spinnenskulpturen, bilden gleichsam Auftakt und Abschluss der Bregenzer Werkschau. Im Foyer bewegen sich die Besucher unter oder neben einer riesenhaften Spinne aus Bronze, deren Beine eine Fläche von sieben mal sieben Metern überspannen und deren Körper in einer Höhe von drei Metern über den Betrachtern schwebt. Die leitmotivisch im Werk der Künstlerin wiederkehrende Ambivalenz von Schutz und Ausgeliefertsein, Verführung und Bedrohung, Macht und Zerbrechlichkeit wird durch diese monumentale Skulptur bereits zu Beginn der Ausstellung körperlich und psychisch eindrucksvoll erfahrbar.

Kunsthaus Bregenz, bis 15. September, Di bis So 10-18, Do bis 21 Uhr.

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