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Feuilleton

Streit um Rechte, Konkurrenz um Technik

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Er muss es wissen, und er hat sich klar geäußert: "Die Zukunft des Buches ist nicht digital“, sagte Robert Darnton, Direktor der Universitätsbibliothek von Harvard, im Sommer in Mailand auf dem internationalen Unesco-Forum "Das Buch von Morgen. Die Zukunft des geschriebenen Worts.“

Der Historiker Darnton, berühmt geworden durch seine differenzierte Sicht auf die Aufklärung, nannte konkrete Zahlen zur Begründung seiner Zuversicht: "Mit mehr als einer Million Neuerscheinungen im Jahr 2011 ist das gedruckte Buch lebendiger denn je.“ Ebenfalls mit Zahlen zerstreute Michael Busch, Thalia-Geschäftsführer in Deutschland, mögliche Besorgnisse über einen Siegeszug digital verbreiteter und auf Bildschirmen gelesener Bücher: Der Umsatz mit E-Books habe im ersten Halbjahr 2011 mit rund 13 Millionen Euro lediglich 0,7 Prozent des Gesamtumsatzes mit Büchern erreicht, überdies ohne die Schul- und Fachbücher, und liege damit "unterhalb der Wahrnehmungsschwelle“. Doch die Anbieter mobiler Lesegeräte und digitalisierter Bücher unternehmen einen weiteren Anlauf, ihre Technologie und Vertriebsform auf den Lesermärkten zu platzieren.

In wenigen Tagen, am 15. November, bringt Amazon seine Tablet-Computer Kindle Fire auf den Markt, vorerst nur in den USA. Einen Zeitplan für den internationalen Start nannte Amazon Deutschland im Oktober in Berlin noch nicht.

Wettbewerb um Technologie, Preis und Komfort

Diesen Tablet-Computer sieht Amazon als Ergänzung zu seinem etablierten E-Book-Reader. Der Kindle Fire hat einen 7-Zoll-Bildschirm, ist also etwas kleiner als das iPad (9,7 Zoll) von Apple, wie die dpa berichtete. Das Gerät mit einem angepassten Android-System und 8 Gigabyte Speicherfähigkeit wird mit einem Preis von 199 Dollar lanciert. Damit kostet es halb so viel wie iPad, bietet aber keine Apps und keine GPS-Unterstützung.

Die Alternative zu diesen Tablet-Computern mit LCD-Bildschirm sind die E-Book-Reader mit E-Ink-Technologie, als elektronische Tinte bezeichnet. E-Book-Reader gelten als sparsam im Stromverbrauch, benötigen allerdings externe Lichtquellen.

Neben der Technik sind zwei weitere wesentliche Fragen noch ungeklärt: Jene nach den Rechten und jene nach der Art des Erzählens.

Im Streit um Autorenrechte hat im Frühjahr ein Gericht in New York einen zwischen Google und amerikanischen Autoren vorgesehenen Vergleich gekippt. Für eine pauschale Abgeltung von 125 Millionen Dollar hätte Google das Recht erhalten, sämtliche in den USA registrierten Bücher einzuscannen und zu verbreiten, ohne Rückfrage beim Inhaber der Rechte. Das wurde aufgehoben, es wird neu verhandelt.

Der Leiter der Frankfurter Buchmesse, Jürgen Boos, sieht weniger die Frage nach dem Buch als jene nach der Form des Erzählens als die wesentliche: E-Books müssten nicht nur multimedial vermarktet und vertrieben werden, sondern Autoren müssten beim Schreiben schon an andere Verwertungsformen ihrer Stoffe denken. Welche Formen, das ist offen.

Er muss es wissen, und er hat sich klar geäußert: "Die Zukunft des Buches ist nicht digital“, sagte Robert Darnton, Direktor der Universitätsbibliothek von Harvard, im Sommer in Mailand auf dem internationalen Unesco-Forum "Das Buch von Morgen. Die Zukunft des geschriebenen Worts.“

Der Historiker Darnton, berühmt geworden durch seine differenzierte Sicht auf die Aufklärung, nannte konkrete Zahlen zur Begründung seiner Zuversicht: "Mit mehr als einer Million Neuerscheinungen im Jahr 2011 ist das gedruckte Buch lebendiger denn je.“ Ebenfalls mit Zahlen zerstreute Michael Busch, Thalia-Geschäftsführer in Deutschland, mögliche Besorgnisse über einen Siegeszug digital verbreiteter und auf Bildschirmen gelesener Bücher: Der Umsatz mit E-Books habe im ersten Halbjahr 2011 mit rund 13 Millionen Euro lediglich 0,7 Prozent des Gesamtumsatzes mit Büchern erreicht, überdies ohne die Schul- und Fachbücher, und liege damit "unterhalb der Wahrnehmungsschwelle“. Doch die Anbieter mobiler Lesegeräte und digitalisierter Bücher unternehmen einen weiteren Anlauf, ihre Technologie und Vertriebsform auf den Lesermärkten zu platzieren.

In wenigen Tagen, am 15. November, bringt Amazon seine Tablet-Computer Kindle Fire auf den Markt, vorerst nur in den USA. Einen Zeitplan für den internationalen Start nannte Amazon Deutschland im Oktober in Berlin noch nicht.

Wettbewerb um Technologie, Preis und Komfort

Diesen Tablet-Computer sieht Amazon als Ergänzung zu seinem etablierten E-Book-Reader. Der Kindle Fire hat einen 7-Zoll-Bildschirm, ist also etwas kleiner als das iPad (9,7 Zoll) von Apple, wie die dpa berichtete. Das Gerät mit einem angepassten Android-System und 8 Gigabyte Speicherfähigkeit wird mit einem Preis von 199 Dollar lanciert. Damit kostet es halb so viel wie iPad, bietet aber keine Apps und keine GPS-Unterstützung.

Die Alternative zu diesen Tablet-Computern mit LCD-Bildschirm sind die E-Book-Reader mit E-Ink-Technologie, als elektronische Tinte bezeichnet. E-Book-Reader gelten als sparsam im Stromverbrauch, benötigen allerdings externe Lichtquellen.

Neben der Technik sind zwei weitere wesentliche Fragen noch ungeklärt: Jene nach den Rechten und jene nach der Art des Erzählens.

Im Streit um Autorenrechte hat im Frühjahr ein Gericht in New York einen zwischen Google und amerikanischen Autoren vorgesehenen Vergleich gekippt. Für eine pauschale Abgeltung von 125 Millionen Dollar hätte Google das Recht erhalten, sämtliche in den USA registrierten Bücher einzuscannen und zu verbreiten, ohne Rückfrage beim Inhaber der Rechte. Das wurde aufgehoben, es wird neu verhandelt.

Der Leiter der Frankfurter Buchmesse, Jürgen Boos, sieht weniger die Frage nach dem Buch als jene nach der Form des Erzählens als die wesentliche: E-Books müssten nicht nur multimedial vermarktet und vertrieben werden, sondern Autoren müssten beim Schreiben schon an andere Verwertungsformen ihrer Stoffe denken. Welche Formen, das ist offen.