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Trauernde brauchen Freunde

Johannes Staudacher ist Seelsorger. Er begleitet Menschen in jenen Momenten, die zu den stärksten emotionalen Belastungen in einem Leben werden können. "Trauernde brauchen eine Umgebung, die ihre Not anerkennt, denn Leid ist eine Seite jedes Lebens. Das ist so und das gehört zu uns.“ Das Dunkle und die schweren Stunden Einzelner dürfen nicht an den Rand des Lebens geschoben werden.

Sein Buch hat Staudacher für Menschen geschrieben, die von der Wucht der Trauer erfasst wurden oder die anderen begegnen, die durch den Verlust eines nahestehenden Menschen tief betroffen sind. Staudacher fordert auf, die Trauer zuzulassen und zu durchleben, denn nur dann sei sie nicht belastend sondern heilsam. "Trauer, die ich durchlebe, ist eines Tages hinter mir. Es gibt ein anderes Ufer, an das ich durch viele Schritte der Trauer gelangen kann.“

Von Medikamenten als Mittel zur Beruhigung rät der Autor vehement ab. Hilfreich sei einzig ein persönliches Gespräch, in dem die Schwere der Trauer ihren Platz erhält und zugleich ein Stück weit aufgefangen wird. Johannes Staudacher bezieht in seine Betrachtungen auch die Zeit vor dem Tod, die Zeit des Abschiednehmens mit ein, und zeigt Möglichkeiten auf, wie man einem Sterbenden die letzten Wochen zu einer kostbaren Zeit machen kann.

Dieses Buch wurde aus der absoluten Nähe zum Thema verfasst. Ihm haftet nichts lehrerhaft Distanziertes an, sondern hier schreibt einer, für den die Begleitung Trauernder zum Lebensinhalt geworden ist. (Johannes Preßl)

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