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Um leben zu können, muss ich bauen

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Er hat mit eigenen Händen ein ganzes Bauerndorf errichtet: Kirchenrestaurator Josef Geissler. Anfänglich wurde er belächelt, heute ist sein Wirken sogar Inhalt wissenschaftlicher Arbeiten.

Die romantische Sehnsucht nach dem Landleben hat schon manchen verführt, sich ein altes Bauernhaus zu kaufen und im Schweiße seines Angesichts zu renovieren. Aber dass jemand sich ein Dorf aus alten Häusern zulegt, kommt eher selten vor. Josef Geissler hat genau das gemacht.

Am Ortsrand seines Heimatorts Niedersulz im Weinviertel, dort wo der Sulzbach durch feuchte Wiesen plätschert, hat er mit den eigenen Händen ein ganzes Dorf errichtet, mit Kirche und Wirtshaus, Mühle, Bauernhöfen, Stadln und Schüttkästen, bis hin zur Kellergasse, dazwischen Gärten, Obstbäume … ein ganzes Dorf eben, wie es vor hundert Jahren aussah, mit mehr als achtzig Gebäuden – aber mit nur einem Bewohner.

Josef Geissler wohnt allein hier mit seinem Hund Rex, in einem Hakenhof aus dem 19. Jahrhundert. An der Längsseite zieht sich die „Trettn“ hin, der für die bäuerliche Architektur der Gegend typische Arkadengang, der im Sommer Schatten, bei Regen Schutz bietet und den alten Häusern ein malerisches Flair verleiht. Durch eine niedrige Tür tritt man in die Stube, eine Bauernstube mit Holzdielen, eisernem Ofen, einer Anrichte, einem Tisch mit Eckbank und Herrgottswinkel. Dort prangt eine meterhohe Kreuzigungsgruppe, auch sonst hängen kuriose Dinge an den Wänden, barocke Konsolenfiguren und über der Küchentür ein ovales Schild mit Goldrand. „Prälatur“, steht darauf.

Ein rettender Engel für manchen Engel

Ob ihm nicht manchmal entrisch zumute sei, nachts allein in dem großen Dorf? „Naja, eigentlich net“, sagt Josef Geissler und faltet die Hände über dem Bauch. Mit seinem rundlichen, gutmütigen Gesicht gleicht er den Barockengeln an den Wänden, wäre da nicht der zu kleine Maurerhut, den er stets trägt. Vielleicht im Winter, aber da arbeite er eh in der Werkstatt. „Ich brauche die intensive Beschäftigung mit etwas, und da mache ich halt Restaurierungen und so weiter.“

Josef Geissler ist Kirchenrestaurator. Viele Jahre war er bei der Erzdiözese angestellt. Seine Werkstatt war ein Renault R 4, das Werkzeug in Bananenschachteln verpackt. Als Ein-Mann-Betrieb tourte er durch die Pfarreien und war rettender Engel für manche Engelsfigur. Bei der Arbeit in den Kirchen war Josef Geissler in seinem Element, nicht nur weil er die barocke Kunst liebt – „Der Barock ist für mich unvergleichlich!“ –, sondern auch, weil Kunst und Religion für ihn nicht zu trennen sind.

Die religiöse Kultur habe ihn schon als Schüler fasziniert, „die Kirchen, die Altäre, die Liturgie“. Josef Geissler kam 1949 auf die Welt. Seine Kindheit fiel mit der großen Modernisierung der Nachkriegszeit zusammen. Auf einmal gab es in Niedersulz Elektroherde und Fernseher, die Häuser bekamen Ölheizungen, die kleinen Kastenfenster wurden durch großflächige ersetzt, Holzdielen mit PVC überklebt. „Ich hatte ein ungutes Gefühl bei dem Ganzen“, erinnert er sich, „ich hab gespürt, das ist eigentlich nicht schön.“ Im Rückblick interpretiert er die Moderne auf dem Dorf als ästhetische und spirituelle Katastrophe: „Die moderne Architektur spiegelt die Trostlosigkeit der industriellen Welt wider.“

Den jungen Mann zog es zu dem Alten hin, das aus der Welt verschwand, obwohl es doch, wie er fand, „viel edler, viel harmonischer“ war. Er fing an zu sammeln, was die Leute achtlos wegwarfen: bemalte Kästen, Werkzeug, Heiligenfiguren, Kunstwerke, die er auf Dachböden, in Abbruchhäusern oder von Deponien auflas. Seinem Vater machte er damit keine Freude. Josef Geissler hätte den elterlichen Hof übernehmen sollen. Doch statt sich ins bäuerliche Dasein zu fügen, sammelte der Bub altes „G’lumpert“. Und an den Wochenenden fuhr er mit seinem Moped und dem Dehio über Land, um sich Kirchen anzuschauen. Die Leute im Dorf schüttelten die Köpfe. „Der spinnt“, sagten sie.

Nur der Pfarrer verstand den Josef Geissler. Durch seine Hilfe wurde er Restaurator, lernte er das Orgelspiel und fand einen Platz für seine wachsende Sammlung, erst einen Stadl und schließlich die alte Schule seines Heimatortes. Doch die wurde bald zu klein. So kam ihm die Idee, eins der alten Bauernhäuser retten, die allerorten abgerissen wurden, um Neubauten Platz zu machen.

Ein paar Gleichgesinnte fanden sich ein. Die Gemeinde stellte die Wiese am Sulzbach zur Verfügung, ein Hofbesitzer aus Bad Pirawarth einen 200 Jahre alten „Streckhof“. Josef Geissler und seine Helfer zerlegten das Gebäude Ziegel für Ziegel, Balken für Balken, und bauten es in Niedersulz originalgetreu wieder auf. Das war 1979, vor dreißig Jahren. Seither hat Josef Geissler das Baufieber gepackt. „Ich muss bauen, um leben zu können“, sagt er in Anspielung an Franz Schubert.

Jahr für Jahr kamen neue alte Gebäude dazu: ein „Zwerchhof“ aus dem Marchfeld, ein „Doppelhakenhof“ von der tschechischen Grenze, ein Wirtshaus aus Poysdorf, eine Kapelle aus Lanzendorf und so weiter, mehr als achtzig Objekte aus allen Ecken des Weinviertels, die Josef Geissler mit viel Sinn für Harmonie und Proportionen zu einem Dorf anordnete. Bald kamen die ersten Besucher, um das „Weinviertler Museumsdorf“, das da Haus für Haus entstand, zu besichtigen. Inzwischen sind es mehr als 40.000 im Jahr.

„Für mich ist das Dorf eine Flucht in eine andere Welt“, sagt Josef Geissler, „und im Grunde ist es eine Flucht auch für die Besucher. Aber ich glaub, die Leut brauchen das.“ Das Museumsdorf als Ort, um sich vom „stupiden Materialismus unserer Zeit“ zu erholen, als Ort, wo die Entzauberung der Welt aufgehoben ist? Wer eine Weile im Dorf spazieren geht und in die kühlen, nach Holz duftenden Häuser eintritt, der will es gern glauben. „Ein altes Bauernhaus hat für mich etwas Sakrales“, sagt Josef Geissler. Vielleicht weil es von einer Zeit kündet, in der Religion und Alltagsleben noch nicht getrennt waren.

Aber sei das Leben früher nicht sehr hart gewesen? „Hart sicher“, sagt Josef Geissler, „aber hart kann auch schön sein.“ So eine „alte Hüttn“ abzureißen sei eine „Hundshackn“, und sie wieder aufzubauen sei „Schwerarbeit – aber eine schöne Arbeit“.

Vom Bauarbeiter zum Professor

Mittlerweile ist dem Josef Geissler für seine Arbeit viel Anerkennung zuteil geworden, von Besuchern, von der Gemeinde, vom Land, das dem Fachmann für historische Bauweise den Professorentitel verliehen hat. Magisterarbeiten wurden über ihn und sein Dorf geschrieben, ein Verein gründete sich, immer mehr Leute kamen, die etwas spenden oder ehrenamtlich helfen wollten, indem sie am Bau mit zupacken, Bäume schneiden oder Besucher herumführen. Seit 1989 wirft der Betrieb soviel ab, dass Josef Geissler nicht nur in seinem Dorf, sondern von ihm leben kann. Reich ist er aber nicht geworden, im Gegenteil, jeden Groschen steckt er in seine Sammlung.

Zuletzt wurde das Dorf so groß, dass es mit ehrenamtlichen Strukturen nicht mehr zu erhalten war. Und so ist das Land eingestiegen, um dem größten Freilichtmuseum Niederösterreichs eine Zukunft zu geben. Josef Geissler ist froh darüber: „Wenn man sechzig ist, dann geht das Leben zur Neige.“ Nur mit dem juristischen Geist, der seither ins Dorf eingezogen ist, tut er sich schwer. „Früher haben wir einen morschen Baum einfach umgeschnitten, jetzt wird er wochenlang abgesperrt, bis irgendwelche Gremien einen Beschluss fassen“, klagt er.

Josef Geissler ist ungeduldig, denn er hat noch einiges vor und er glaubt nicht, „dass da nach mir noch einer weiterbauen wird“. Sein Traum ist die Versetzung eines herrschaftlichen Schüttkastens, in dem er sein Lieblingskind unterbringen könnte: die Sakralsammlung. Verstreut in etlichen Gebäuden des Dorfes, auf engstem Raum, wartet eine große Sammlung von Heiligen- und Marienfiguren, Votivbildern, Christus-Darstellungen, Krippen, Heiligen Gräbern und vielem mehr darauf, angemessen präsentiert zu werden. „Ich glaube, dass das für viele der Höhepunkt ihres Besuchs bei uns wäre“, sagt Josef Geissler, „denn die Sehnsucht des Menschen ist nach dem Göttlichen.“

Josef Geissler geboren 1949, war lange Zeit Kirchenrestaurator. Als Ein-Mann-Betrieb tourte er mit seinem Renault R 4 durch viele Pfarren in Österreich.

Er hat mit eigenen Händen ein ganzes Bauerndorf errichtet: Kirchenrestaurator Josef Geissler. Anfänglich wurde er belächelt, heute ist sein Wirken sogar Inhalt wissenschaftlicher Arbeiten.

Die romantische Sehnsucht nach dem Landleben hat schon manchen verführt, sich ein altes Bauernhaus zu kaufen und im Schweiße seines Angesichts zu renovieren. Aber dass jemand sich ein Dorf aus alten Häusern zulegt, kommt eher selten vor. Josef Geissler hat genau das gemacht.

Am Ortsrand seines Heimatorts Niedersulz im Weinviertel, dort wo der Sulzbach durch feuchte Wiesen plätschert, hat er mit den eigenen Händen ein ganzes Dorf errichtet, mit Kirche und Wirtshaus, Mühle, Bauernhöfen, Stadln und Schüttkästen, bis hin zur Kellergasse, dazwischen Gärten, Obstbäume … ein ganzes Dorf eben, wie es vor hundert Jahren aussah, mit mehr als achtzig Gebäuden – aber mit nur einem Bewohner.

Josef Geissler wohnt allein hier mit seinem Hund Rex, in einem Hakenhof aus dem 19. Jahrhundert. An der Längsseite zieht sich die „Trettn“ hin, der für die bäuerliche Architektur der Gegend typische Arkadengang, der im Sommer Schatten, bei Regen Schutz bietet und den alten Häusern ein malerisches Flair verleiht. Durch eine niedrige Tür tritt man in die Stube, eine Bauernstube mit Holzdielen, eisernem Ofen, einer Anrichte, einem Tisch mit Eckbank und Herrgottswinkel. Dort prangt eine meterhohe Kreuzigungsgruppe, auch sonst hängen kuriose Dinge an den Wänden, barocke Konsolenfiguren und über der Küchentür ein ovales Schild mit Goldrand. „Prälatur“, steht darauf.

Ein rettender Engel für manchen Engel

Ob ihm nicht manchmal entrisch zumute sei, nachts allein in dem großen Dorf? „Naja, eigentlich net“, sagt Josef Geissler und faltet die Hände über dem Bauch. Mit seinem rundlichen, gutmütigen Gesicht gleicht er den Barockengeln an den Wänden, wäre da nicht der zu kleine Maurerhut, den er stets trägt. Vielleicht im Winter, aber da arbeite er eh in der Werkstatt. „Ich brauche die intensive Beschäftigung mit etwas, und da mache ich halt Restaurierungen und so weiter.“

Josef Geissler ist Kirchenrestaurator. Viele Jahre war er bei der Erzdiözese angestellt. Seine Werkstatt war ein Renault R 4, das Werkzeug in Bananenschachteln verpackt. Als Ein-Mann-Betrieb tourte er durch die Pfarreien und war rettender Engel für manche Engelsfigur. Bei der Arbeit in den Kirchen war Josef Geissler in seinem Element, nicht nur weil er die barocke Kunst liebt – „Der Barock ist für mich unvergleichlich!“ –, sondern auch, weil Kunst und Religion für ihn nicht zu trennen sind.

Die religiöse Kultur habe ihn schon als Schüler fasziniert, „die Kirchen, die Altäre, die Liturgie“. Josef Geissler kam 1949 auf die Welt. Seine Kindheit fiel mit der großen Modernisierung der Nachkriegszeit zusammen. Auf einmal gab es in Niedersulz Elektroherde und Fernseher, die Häuser bekamen Ölheizungen, die kleinen Kastenfenster wurden durch großflächige ersetzt, Holzdielen mit PVC überklebt. „Ich hatte ein ungutes Gefühl bei dem Ganzen“, erinnert er sich, „ich hab gespürt, das ist eigentlich nicht schön.“ Im Rückblick interpretiert er die Moderne auf dem Dorf als ästhetische und spirituelle Katastrophe: „Die moderne Architektur spiegelt die Trostlosigkeit der industriellen Welt wider.“

Den jungen Mann zog es zu dem Alten hin, das aus der Welt verschwand, obwohl es doch, wie er fand, „viel edler, viel harmonischer“ war. Er fing an zu sammeln, was die Leute achtlos wegwarfen: bemalte Kästen, Werkzeug, Heiligenfiguren, Kunstwerke, die er auf Dachböden, in Abbruchhäusern oder von Deponien auflas. Seinem Vater machte er damit keine Freude. Josef Geissler hätte den elterlichen Hof übernehmen sollen. Doch statt sich ins bäuerliche Dasein zu fügen, sammelte der Bub altes „G’lumpert“. Und an den Wochenenden fuhr er mit seinem Moped und dem Dehio über Land, um sich Kirchen anzuschauen. Die Leute im Dorf schüttelten die Köpfe. „Der spinnt“, sagten sie.

Nur der Pfarrer verstand den Josef Geissler. Durch seine Hilfe wurde er Restaurator, lernte er das Orgelspiel und fand einen Platz für seine wachsende Sammlung, erst einen Stadl und schließlich die alte Schule seines Heimatortes. Doch die wurde bald zu klein. So kam ihm die Idee, eins der alten Bauernhäuser retten, die allerorten abgerissen wurden, um Neubauten Platz zu machen.

Ein paar Gleichgesinnte fanden sich ein. Die Gemeinde stellte die Wiese am Sulzbach zur Verfügung, ein Hofbesitzer aus Bad Pirawarth einen 200 Jahre alten „Streckhof“. Josef Geissler und seine Helfer zerlegten das Gebäude Ziegel für Ziegel, Balken für Balken, und bauten es in Niedersulz originalgetreu wieder auf. Das war 1979, vor dreißig Jahren. Seither hat Josef Geissler das Baufieber gepackt. „Ich muss bauen, um leben zu können“, sagt er in Anspielung an Franz Schubert.

Jahr für Jahr kamen neue alte Gebäude dazu: ein „Zwerchhof“ aus dem Marchfeld, ein „Doppelhakenhof“ von der tschechischen Grenze, ein Wirtshaus aus Poysdorf, eine Kapelle aus Lanzendorf und so weiter, mehr als achtzig Objekte aus allen Ecken des Weinviertels, die Josef Geissler mit viel Sinn für Harmonie und Proportionen zu einem Dorf anordnete. Bald kamen die ersten Besucher, um das „Weinviertler Museumsdorf“, das da Haus für Haus entstand, zu besichtigen. Inzwischen sind es mehr als 40.000 im Jahr.

„Für mich ist das Dorf eine Flucht in eine andere Welt“, sagt Josef Geissler, „und im Grunde ist es eine Flucht auch für die Besucher. Aber ich glaub, die Leut brauchen das.“ Das Museumsdorf als Ort, um sich vom „stupiden Materialismus unserer Zeit“ zu erholen, als Ort, wo die Entzauberung der Welt aufgehoben ist? Wer eine Weile im Dorf spazieren geht und in die kühlen, nach Holz duftenden Häuser eintritt, der will es gern glauben. „Ein altes Bauernhaus hat für mich etwas Sakrales“, sagt Josef Geissler. Vielleicht weil es von einer Zeit kündet, in der Religion und Alltagsleben noch nicht getrennt waren.

Aber sei das Leben früher nicht sehr hart gewesen? „Hart sicher“, sagt Josef Geissler, „aber hart kann auch schön sein.“ So eine „alte Hüttn“ abzureißen sei eine „Hundshackn“, und sie wieder aufzubauen sei „Schwerarbeit – aber eine schöne Arbeit“.

Vom Bauarbeiter zum Professor

Mittlerweile ist dem Josef Geissler für seine Arbeit viel Anerkennung zuteil geworden, von Besuchern, von der Gemeinde, vom Land, das dem Fachmann für historische Bauweise den Professorentitel verliehen hat. Magisterarbeiten wurden über ihn und sein Dorf geschrieben, ein Verein gründete sich, immer mehr Leute kamen, die etwas spenden oder ehrenamtlich helfen wollten, indem sie am Bau mit zupacken, Bäume schneiden oder Besucher herumführen. Seit 1989 wirft der Betrieb soviel ab, dass Josef Geissler nicht nur in seinem Dorf, sondern von ihm leben kann. Reich ist er aber nicht geworden, im Gegenteil, jeden Groschen steckt er in seine Sammlung.

Zuletzt wurde das Dorf so groß, dass es mit ehrenamtlichen Strukturen nicht mehr zu erhalten war. Und so ist das Land eingestiegen, um dem größten Freilichtmuseum Niederösterreichs eine Zukunft zu geben. Josef Geissler ist froh darüber: „Wenn man sechzig ist, dann geht das Leben zur Neige.“ Nur mit dem juristischen Geist, der seither ins Dorf eingezogen ist, tut er sich schwer. „Früher haben wir einen morschen Baum einfach umgeschnitten, jetzt wird er wochenlang abgesperrt, bis irgendwelche Gremien einen Beschluss fassen“, klagt er.

Josef Geissler ist ungeduldig, denn er hat noch einiges vor und er glaubt nicht, „dass da nach mir noch einer weiterbauen wird“. Sein Traum ist die Versetzung eines herrschaftlichen Schüttkastens, in dem er sein Lieblingskind unterbringen könnte: die Sakralsammlung. Verstreut in etlichen Gebäuden des Dorfes, auf engstem Raum, wartet eine große Sammlung von Heiligen- und Marienfiguren, Votivbildern, Christus-Darstellungen, Krippen, Heiligen Gräbern und vielem mehr darauf, angemessen präsentiert zu werden. „Ich glaube, dass das für viele der Höhepunkt ihres Besuchs bei uns wäre“, sagt Josef Geissler, „denn die Sehnsucht des Menschen ist nach dem Göttlichen.“

Josef Geissler geboren 1949, war lange Zeit Kirchenrestaurator. Als Ein-Mann-Betrieb tourte er mit seinem Renault R 4 durch viele Pfarren in Österreich.