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Feuilleton

Vertrottelt wie die Profis

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Nageln wie die Profis, sch... wie die Profis?

Was hat die Dummheit mit einem Eisberg gemeinsam? Erraten: 90 Prozent von ihr bleiben unsichtbar. Unter der Wasseroberfläche. Tückisch wie der Eisberg, der die Titanic aufschlitzte, in ihrem, der Dummheit Kampf gegen das bescheidene Pflänzchen Intelligenz. Dieser Kampf aber währt, seit der Mensch zu denken versucht. Allzu weit ist er damit ja noch nicht gekommen, was uns am schlagendsten nicht die Werbung, sondern die Politik beweist.

Aber die Werbung tut ihr Möglichstes. Sie betreibt Verblödung wie die Profis, wer die wohl sind? Derzeit ist sie total auf die Profis abgefahren und lockt mit Verheißungen wie schrauben wie die Profis, nageln wie die Profis, Kopierschutz überwinden wie die Profis, den PC zum Absturz bringen wie die Profis, gasgeben wie die Profis, telefonieren wie die Profis, alles, alles, alles sollen wir derzeit machen wie die Profis, nur der Werbespot sch... wie die Profis fehlt derzeit noch, wird aber gewiß bereits von einem Klopapiererzeuger erwogen und demnächst mittels eines Pfirsichs ins lockende Bild gebracht. Nachher wird eine Ruh' sein mit den Profis, der nächste Stuss ist sowieso längst in tagelangen Meetings hochintelligenter und noch höher bezahlter Werbemanager ausgekocht.

Die Werbung, schrieb kürzlich ein von mir hochgeschätzter Kollege Kolumnist dem Sinne nach, sei bekanntlich ungemein erfolgreich und werde von hochintelligenten Leuten gemacht, daher müsse sie auch dann intelligent sein, wenn sie uns saublöd vorkommt. Das glaube ich aber ganz und gar nicht. Vielmehr halte ich den Werbespot, der mich täglich mit der Botschaft beglückt, mit dem Dingsda X würden meine Zähne "wie professionell" gereinigt, für den sehr vorläufigen Gipfelpunkt der Stupidität. Der Texter hat sich den Pokal für den unverblümtesten Appell an die Dummheit des Konsumenten im zu Ende gehenden Jahr verdient.

Die Dummheit ist nämlich auch längst motorisiert, ihr Vehikel hört auf den Namen Nachahmung. Was alle machen, kann doch nicht falsch sein, und sei es noch so vertrottelt. Wirklich messen kann man den Effekt einer Werbung sowieso nicht, man kann nur so tun als ob. Doch trösten wir uns. Blödwerbung fördert das Wachstum resistenter Konsumentenstämme und hat daher auch durchaus ihr Gutes.

Nageln wie die Profis, sch... wie die Profis?

Was hat die Dummheit mit einem Eisberg gemeinsam? Erraten: 90 Prozent von ihr bleiben unsichtbar. Unter der Wasseroberfläche. Tückisch wie der Eisberg, der die Titanic aufschlitzte, in ihrem, der Dummheit Kampf gegen das bescheidene Pflänzchen Intelligenz. Dieser Kampf aber währt, seit der Mensch zu denken versucht. Allzu weit ist er damit ja noch nicht gekommen, was uns am schlagendsten nicht die Werbung, sondern die Politik beweist.

Aber die Werbung tut ihr Möglichstes. Sie betreibt Verblödung wie die Profis, wer die wohl sind? Derzeit ist sie total auf die Profis abgefahren und lockt mit Verheißungen wie schrauben wie die Profis, nageln wie die Profis, Kopierschutz überwinden wie die Profis, den PC zum Absturz bringen wie die Profis, gasgeben wie die Profis, telefonieren wie die Profis, alles, alles, alles sollen wir derzeit machen wie die Profis, nur der Werbespot sch... wie die Profis fehlt derzeit noch, wird aber gewiß bereits von einem Klopapiererzeuger erwogen und demnächst mittels eines Pfirsichs ins lockende Bild gebracht. Nachher wird eine Ruh' sein mit den Profis, der nächste Stuss ist sowieso längst in tagelangen Meetings hochintelligenter und noch höher bezahlter Werbemanager ausgekocht.

Die Werbung, schrieb kürzlich ein von mir hochgeschätzter Kollege Kolumnist dem Sinne nach, sei bekanntlich ungemein erfolgreich und werde von hochintelligenten Leuten gemacht, daher müsse sie auch dann intelligent sein, wenn sie uns saublöd vorkommt. Das glaube ich aber ganz und gar nicht. Vielmehr halte ich den Werbespot, der mich täglich mit der Botschaft beglückt, mit dem Dingsda X würden meine Zähne "wie professionell" gereinigt, für den sehr vorläufigen Gipfelpunkt der Stupidität. Der Texter hat sich den Pokal für den unverblümtesten Appell an die Dummheit des Konsumenten im zu Ende gehenden Jahr verdient.

Die Dummheit ist nämlich auch längst motorisiert, ihr Vehikel hört auf den Namen Nachahmung. Was alle machen, kann doch nicht falsch sein, und sei es noch so vertrottelt. Wirklich messen kann man den Effekt einer Werbung sowieso nicht, man kann nur so tun als ob. Doch trösten wir uns. Blödwerbung fördert das Wachstum resistenter Konsumentenstämme und hat daher auch durchaus ihr Gutes.