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"Weine nicht, wenn der Zinssatz fällt …“

Man kratzt schon an der magischen Grenze von 200.000 Zusehern, sprich, Internet-Usern, die sich via YouTube am (un)freiwilligen Humor der örtlichen Bank im Salzburger Pongau delektieren.

Jedem seine Imagewerbung; und ein kleines Institut, das auf Regionalität und Vertrauen der lokalen Kundschaft setzt, kann da zum Amüsement der großen Welt mit einer lokal gefärbten Abwandlung von Drafi Deutschers Megahit "Marmor Stein und Eisen bricht“ sicher punkten. Aufgeführt wird das alles auf den Stufen des Instituts von dessen Belegschaft mit einer blonden Bankberaterin im Dirndl als Leadsängerin.

"Weine nicht, wenn der Zinssatz fällt / dam dam, dam dam / es gibt einen, der zu dir hält / dam dam, dam dam “, so beginnt die gesungene Werbebotschaft, die dann der Refrain - grammatikalisch ein wenig zurechtgebogen - klarmacht: "Marmor, Stein und Eisen bricht / aber unsre Raikas nicht / alles, alles geht vorbei / doch wir sind uns treu“, so der Gassenhauer, der sich alsbald gar ins Hochpolitische aufschwingt: "… drum müssen wir schnell selbst entscheiden / und deshalb selbstständig bleiben“, denn: "Ob Wirtschaftskrise oder Kursverfall / die Raika lebt auf jeden Fall / euer Geld für euer Land, / ihr habt es in der Hand“.

Potz Blitz, in diesem Institut in - nun sei es endlich verraten - Radstadt sitzen ja gar Globalisierungskritiker par excellence! "Ob Basel III-Liquidität / dam dam, dam dam /Eigenmittel sind Priorität / dam dam, dam dam“, so trällert das Bankensemble weiter, um dann es auch der Politik ins Stammbuch zu singen: "Für Banken es nicht leichter wird / die Staatenkrise alles verwirrt / mit Vorsicht und Bedachtsamkeit / überstehen wir auch diese Zeit.“

"Wir wünschen euch das Allerbest / fallende Kurse nie verzweifeln lässt“: Auf diesen Wortlaut bringt es die Schlusspointe des verballhornten Songs gleich mehrfach. Das ist zwar wirklich nicht Deutsch, aber wir verstehen schon, was gemeint ist …

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