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Feuilleton

Wider die zynische Banalisierung

1945 1960 1980 2000 2020
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Ehrlich, geschenkt: Natürlich sind Massenmedien auch ein Geschäft, zumindest gutteils gewesen. Die Massenmedien mit niedriger Qualität und hoher Reichweite waren ein gutes, jene mit hoher Qualität und niedriger Reichweite ein schlechtes. Stets im Sinne von Geld, was auch immer man von Geld hält. Weil nachrichtliche und qualitative Massenmedien, sprich Printmedien, so etwas wie der Sauerstoff im Blutkreislauf des Organismus Gesellschaft sind, haben sie einen Wert und eine Bedeutung. Diesen und die Schlussfolgerungen daraus zu debattieren, war Gegenstand einer Medien-Enquete, zu der die Präsidentin des Parlaments, Barbara Prammer, mit dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) geladen hatte. Es war eine bemerkenswerte Tagung, die einiges an Positionen (siehe dazu Community) und an Selbstentblößungen bot.

Weil nachrichtliche Medien meritorische Güter sind - das sind solche, deren lediglich private Nachfrage oder nur privates Angebot nicht zu einem gesellschaftlich wünschenswerten Zustände führte - und zudem auf unvollständigen Märkten zu bestehen haben, gibt es die Presseförderung. Die macht nur einen Bruchteil der öffentlichen und staatlichen Informationskampagnen aus und ist zudem durch die Einnahmen des Staates aus der den Medien auferlegten Werbeabgabe mehrfach von der Branche selbst bezahlt. Legitimerweise fordern Branchenvertreter und Fachleute daher, Presseförderung möge nur jenen Titeln gewährt werden, die sich dem Regelwerk und der Kontrolle des Presserates unterwerfen. Die Regierungspartei ÖVP ist demgegenüber aufgeschlossen, die SPÖ ist jedoch weit entfernt davon, nimmt die von ihr gehätschelten Boulevardmedien unter ihre Fittiche. SPÖ-Klubobmann Josef Cap gab sich ahnungslos bis abschweifend, ausweichend bis ausredend. Er pflegt seinen Stil zynischer Banalisierung von Themen und ähnelt jenen, die er in Schutz nimmt, weil er glaubt, sie zu brauchen.

Ehrlich, geschenkt: Natürlich sind Massenmedien auch ein Geschäft, zumindest gutteils gewesen. Die Massenmedien mit niedriger Qualität und hoher Reichweite waren ein gutes, jene mit hoher Qualität und niedriger Reichweite ein schlechtes. Stets im Sinne von Geld, was auch immer man von Geld hält. Weil nachrichtliche und qualitative Massenmedien, sprich Printmedien, so etwas wie der Sauerstoff im Blutkreislauf des Organismus Gesellschaft sind, haben sie einen Wert und eine Bedeutung. Diesen und die Schlussfolgerungen daraus zu debattieren, war Gegenstand einer Medien-Enquete, zu der die Präsidentin des Parlaments, Barbara Prammer, mit dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) geladen hatte. Es war eine bemerkenswerte Tagung, die einiges an Positionen (siehe dazu Community) und an Selbstentblößungen bot.

Weil nachrichtliche Medien meritorische Güter sind - das sind solche, deren lediglich private Nachfrage oder nur privates Angebot nicht zu einem gesellschaftlich wünschenswerten Zustände führte - und zudem auf unvollständigen Märkten zu bestehen haben, gibt es die Presseförderung. Die macht nur einen Bruchteil der öffentlichen und staatlichen Informationskampagnen aus und ist zudem durch die Einnahmen des Staates aus der den Medien auferlegten Werbeabgabe mehrfach von der Branche selbst bezahlt. Legitimerweise fordern Branchenvertreter und Fachleute daher, Presseförderung möge nur jenen Titeln gewährt werden, die sich dem Regelwerk und der Kontrolle des Presserates unterwerfen. Die Regierungspartei ÖVP ist demgegenüber aufgeschlossen, die SPÖ ist jedoch weit entfernt davon, nimmt die von ihr gehätschelten Boulevardmedien unter ihre Fittiche. SPÖ-Klubobmann Josef Cap gab sich ahnungslos bis abschweifend, ausweichend bis ausredend. Er pflegt seinen Stil zynischer Banalisierung von Themen und ähnelt jenen, die er in Schutz nimmt, weil er glaubt, sie zu brauchen.