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Randbemerkungen ZUR WOCHE

Der 10. August, der Tag, an dem sich [zu Straßburg zum erstenmal der Europarat mit den Formen eines internatio- na len Parlaments versammelt, bestimmt,

Vorläufer des geeinigten Europas nach dem Konzept Winstön Churchills zu werden,

könnte ein großer historischer Tug werden.

Alle Feindschaften sollen begraben, alle territorialen Wünsche sollen unter den Staaten und Völkern Europas vergessen, es I soll nur ein Gedanke die Handlungen jedes I einzelnen Gliedes beherrschen: „wie man der Allgemeinheit den größten Dienst er- weisen kann “ So definiert Churchill die Aufgabe. Doch hart im Raume stoßen sich die Dinge Nur ein Teil Europas wird in Straßburg vertreten sein, die Staatėn der I Iberischen Halbinsel sind ausgeschlossen I und ebenso das ganze Gefolge Moskaus mit diesem selbst. Auch die Konstellation unter den beteiligten Staaten leidet an starken Nebelflecken: der Verbitterung in Deutsch- land über das unnachsichtliche Vorgehen I der Briten in den Demontagen, den Gegen- Sätzen in der Behandlung der staatlichen Stellung des Saarlandes, Unstimmigkeiten I zwischen den Beneluxstaaten. Skeptiker fragen: Was bedeutet eine Versammlung,

deren Haupt von dem Conseil der Minister gebildet wird, die ja doch nur Verkörperung I der verschiedenen Interessen sind, während das eigentliche Parlament, die aus den Teil- I nehmerstaaten gekommenen Delegierten.

I ohne beschließende Stimme ist? Immerhin:

[ es ist viel guter Wille wirksam. Als Philo- soph, der Churchill auch in der Politik immer ist, hat er, der Urheber des großen Planes, sich vor Straßburg in Karersee Rast- tage gegönnt, um unter den Bergeswundern I der Dolomiten zu malen Staatsmann,

Schriftsteller und Maler, erwartet er mit Gelassenheit den Sieg seiner Ideen. Man . I möchte mit heißer Sehnsucht wünschen,

daß um des künftigen Schicksals Europas I willen diesmal die Weisheit des Staats- 1 mannes bestätigt wird und nicht die Phan- ' tasie des Künstlers

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Der österreichische Verfass ungsge- ; r ichtsh of hat kürzlich der Verleih firma . des österreichischen Films „Die Verjüngungs- . kur“ recht gegeben und die Vorführungsver- bote zweier Bundesländer als ungesetzlich aufgehoben. Die Entscheidung wurde von einem Teil der Öffentlichkeit sehr laut als 1 Fanfare gegen vormärzliches Zensurmucker- tum begrüßt Es handelte sich bei den ! I Applaudierenden zumeist um Leute, die s sich diesen Film noch nicht hatten ansehen r müssen; die Freude der anderen war ge- . dämpfter Mit der Formel, daß die öster- e reichische Verfassung eine Zensur nicht _ kenne und nicht zulasse, ist aber nicht alles gesagt, denn es gibt einß Zensur, die zwar I nicht in Gesetzen begründet ist und gegen I die Verfassung unserer Demokratie verstößt. Aber was ihr an Recht abgeht, ersetzt sie I um so ausgiebiger durch ihre bürokratische I Aufgeschvjollenheit und ihre Koste? .. Wie dieser Tage verzeichnet wurde, zählt die I „österreichische Z e n s ur s t eil e“, I die diesen witzigen Titel mit dem Umstande vereint, daß sie nicht österreichisch ist, son- dem einen interalliierten, von einer Be- i- I satzungsmacht mit Argusaugen bewachten 5t Apparat darstellt, einen Beamtenkörper, für i- I den in Wien 1246 Angestellte tätig sind. :r Die Kosten hiefür trägt — der öster- ie reichische Staat. Eine zeitgemäße „Verta jüngungskur", selbst unter Gefahr eines ie letalen Ausganges, wäre zum Nutzen der r- in Österreich eingeführten und auch von ie der besagten alliierten Autorität gepriesenen st Į Demokratie am Platze. se

-n An den Debatten, die sich, an das von n I Nationalrat Dr. Maleta vertretene „neue n, Konzept“ uųd die künftige Gestaltung der ie I Volkspartei geknüpft haben, beteiligten siel: uif kürzlich auch die in Linz erscheinenden ;e- „Freien Stimmen“, die der Meinung ?n Ausdruck gaben, man könne heute nocl nicht absehen, wie die zwischen National- in rat Dr. Maleta und Chefredakteui in Dr. Funder geführte politische Auseinandersetzung, „die eine sehr grundsätzliche und folgenschwere ist ist“, innerhalb der Volkspartei ausgehet k- werde. Nicht ohne Verwunderung kant tt. man dann in dem Linzer Blatte dei rk an diese Äußerungen anknüpfenden Sat: ser lesen: „Möglich, daß aus ihr (der Volkspartei ul- eines Tages eine klerikale Bauern ;m partei wird, wie es Doktor Fun en der vorschweb t." Wer in dieser Aus nis legung nicht eine bösartige Insinuation er in- erblicken will, muß mit Bedauern wahr :en nehmen, daß der Linzer Kommentator dei Sie Gedankengängen der geführten Ausein al- andersetzung nicht gefolgt ist. Um es kur 1- zu sagen: Wer behaupten wollte, daß di ?k- verlangte gesicherte Erhaltung des Christ der liehen Grundsatzbodeiis der Volksparte cen zur Gründung einer „klerikalen Bauern ht- partei“ führen müsse, der ist in einem au rr- altliberaler Überlieferung stammende in), falschen Gesellschafts- und Kulturbild be G. fangen. Diese falsche Vorstellungswelt ii durch das Studium der letzten fünfzig Jahre österreichischer innerer Geschichte leicht zu korrigieren.

Am 14. August wählt Westdeutschland die Abgeordneten zum Bonner Parlament. Der erste freie, allgemeine deutsche Urnengang nach 17 Jahren. Er verteilt nicht nur Mandate, er entscheidet auch darüber, in welchem Maße die Bevölkerung Westdeutschlands bereit ist, den deutschen Parteien der Nachkriegszeit auf dem von ihnen eingeschlagenen Wege zu folgen.

Zu den auffallendsten Tatsachen der Nachkriegszeit gehörte das sang- und klanglose Verschwinden der alten Zentrumsfraktion Es schien fast unerklärlich, wie die einstige Partei eines Windthor st und Mallinckrodt, die einst die Bewunderung der politischen Welt Europas fand, an den Mängeln ihrer Epigonen zerbrach. Was an ihr verwandten Denominationen nach dem zweiten Weltkrieg in Westdeutschland auftauchte, war wenig imponierend. Aber seit K ai s er, dieser volkstümliche Kämpfer, aus Berlin vertrieben, in Westdeutschland eingreift, kündigt sich eine gesunde Erneuerung an. Man möchte „Le' Monde“ beistimmen, diesem deutsche Verhältnisse gut beobachtenden Blatte, wenn es von der CDU sagt, daß sie der Versuchung entgangen sei, zur „Partei des pessimistischen Ressentiments“ zu werden. Kein schlechtes Geleit für eine Partei, der die Wahlen vom 14. August sicher einen beträchtlichen Anteil von Verantwortung für die künftige Entwicklung Westdeutschlands auftragen werden.

Wie jetzt erst, verspätet, bekanntgeworden. sind Teile der astronomischen Einrichtung des Fraunhofer-Instituts durch die französische Marine von Südr baden abgebrochen worden. Das genannte Institut hat im Jahre 1942 der ehemalige Reichsforschungsrat errichtet; es verfügte von allen Sternwarten der Erde über das vollständigste Material an Sonnenbeobachtung. Die Forschungsergebnisse wurden in den letzten Jahren jeden Monat im „Bulletin S olair e" zusammengefaßt und allen Observationen der Welt zur wissenschaftlichen Auswertung zur Verfügung gestellt; sie gaben, seitdem man weiß, daß die

Sonne die Ausbreitung elektrischer Wellen beeinflußt, für die Sonnenobservatorien eine wertvolle Grundlage. Lebte Joseph von Fraunhofer noch, dem die wissenschaftliche Welt viele Vorarbeiten zur Spektralanalyse dankt, der Mann, der im Spektrum der Sonne die nach ihrem Entdecker benannten dunklen Linien auffand, er würde sich wundern, welchen — noch unentdeck ten — Zusammenhang die Spektren von Planeten und Fixsternen mit dem Arti-, kel 53 der — Haager Landkriegs- or dnun g haben. Auf diesen Artikel nämlich beruft sich die Beschlagnahme, die, nebstbei erwähnt, vierzig Prozent der Arbeitsfähigkeit des Instituts beseitigt. Vergeblich haben — dies sei zu ihrer Ehre hervorgehoben — die französischen Astronomen, die mit den Deutschen einträchtig zusammenarbeiteten — gegen die Seefahrer auf den Bergen Protest erhoben.. Aber die Stimme der Wissenschaft scheint, der Haager Landkriegsordnung doch nicht gewachsen. „Laß es gut sein, Seni. Komm herab. Der Tag bricht an, und Mars regiert die Stunde“, möchte man mit Wallenstein sprechen.

Die Gutachten der französischen Gefängnisärzte lassen voraussehen, daß das Leben des auf der Insel Yeu internierten, 93 Jahre alten M ar schalls P etai n seinem Ende nahe ist. Offizielle französische Stellen treffen Vorbereitungen. Zur Amnestierung des Siegers von Verdun auf dem Totenbett? Nein. Die Kabelverbindungen werden überwacht, damit die Todesnachricht nicht zu einem unwillkommenen Zeitpunkt an die Öffentlichkeit dringt. Strenge polizeiliche Vorkehrungen werden getroffen, daß die Leiche des Marschalls in aller Stille begraben werde. Der Greis hatte den Wunsch geäußert, in seiner Heimat, auf dem Besitz seiner Familie die letzte Ruhestätte seines Leibes zu erhalten. Doch dies wird ihm verwehrt. Er wird auch als Toter noch ein Verbannter bleiben, er soll auf der Insel seines einsamen Exils sein Grab haben. Vergeltung, Verfolgung über das Grab hinaus. Aber noch etwas anderes: Gespensterfurcht vor einem Toten. Es ist nicht gute Vorsicht und am allerwenigsten gute Politik, die Menschlichkeit zu verletzen.

Bidilmuier), Sexualerziehung zur Ehe (P. A.

Scheidl), Sexualerziehung zur Jungfräulichkeit (P. Beda Döbrentai), Das Erscheinungsbild und die Voraussetzungen des Jugendseelsorgers (P. A. Schrott). Die in den Vorträgen gewonnenen Erkenntnisse wurden in einer Reihe von Arbeitskreisen zu praktischen Ergebnissen für die Erziehungsarbeit ausgewertet.

Gegen die Ankündigung, daß auch in Linz Frauenfreistilringen abgehalten werden, hat sich die Katholische Jugend mit anderen Jugendvenbänden sowie verschiedenen Männer- und Frauenorganisationen zusammengeschlossen, um solche Vorführungen, die das gesunde Empfinden der Bevölkerung beleidigen, zu verhindern. Eine Abordnung der Verbände sprach in der Polizeidirektion vor und fand — anders als in Wien — größtes Verständnis für das Anliegen der Jugend. Ein Verbot der geplanten Veranstaltungen ist erfolgt. — Auch die Stadt Salzburg hat Frauenringkämpfe untersagt,

Der 1947 gegründete ..österreichische Buchklub der Jugend“ wurde durch die Unterstützung des Unterrichtsministeriums und unter Mithilfe der Pflicht- und Mittelschullehrer zu einer umfassenden Buchgemeinschaft der Jugend ausgebaut. Verhandlungen mit dem Verband der Buchhändler und Verleger führten zu einem Übereinkommen, demzufolge die Mitglieder der österreichischen Jugendbuchgemeinschaft dreimal im Jahre wertvolle Bücher aus der Produktion aller österreichischen Verlage zu einem um 25% ermäßigten Preis durch den Buchhandel beziehen können. Über diese finanziellen Vorteile hinaus hat der Buchklub vor allem eine erzieherische Aufgabe. Der von parteipolitischem Einflüsse freigehaltene Mitarbeiter- und Lektorenstab wählt aus der Fülle der Jugendliteratur nicht nur das Beste zur Aufnahme in die Bücherliste der jungen Lesergemeinde, er wirkt auch gemeinsam mit den Lehrern aufklärend hinsichtlich der erzieherischen Bedeutung der Jugendlektüre. Eltern und Lehrer erhalten durch regelmäßig erscheinende Mitteilungsblätter eine Einführt? , in das Jugendschrifttum und Hinweise bezüglich der Eignung für bestimmte Altersstufen.

Im Zeichen des Gedankens: „Österreich zwischen West und Ost“ fand eine von den Delegierten aller Landesverbände beschickte Tagung der „österreichischen Gemeinscjiaft" vom 16. bis 22. Juli im Stift St. Florian (Ober- Österreich) statt. In einer Reihe von Referaten wurde die raumpolitisch bedingte Mittlerrolle Österreichs im Donauraum behandelt. Unter den Vortragenden seien besonders Bundesrat Prof. Dr. Karl Lugmayer, Wien („Österreich und das Slawentum“), Prof. Franz Göbhart, Graz („Deutsche Orientierung als Katastrophenquelle österreichischer Geschichte"), Prof. Karl Theodor

Sauer, Wien („Die Musik als Brücke zwischen West und Ost“), Koop. Johann Steinböck, Steyr („Die religiösen Einflüsse des Ostens und Westens"), Erich Körner, Graz („österreichische Volksgruppen und Kolonien im Ausland"), und Hans Christanell, Salzburg („Österreich und Frankreich“), hervorgehoben. Eine rege Aussprache befaßte sich mit dem Problem der „Friedenserziehung der österreichischen Jugend“. Die Tagung faßte eine Reihe von Beschlüssen über die Verbreitung und Vertiefung der österreichischen Idee auf überparteilicher Grundlage.

Auf das Gerücht, daß die Sowjetunion die Tschechoslowakei auffordern werde, zur Ankurbelung der tschechischen Industrie und Landwirtschaft einen Teil der sudetendeutschen Arbeiter wieder zurückzuholen, hat die in Aachen erscheinende „Stimme der Vertriebenen" des Geisti. Rates Göbel 4000 Flüchtlingen die Frage vorgelegt, ob sie gegebenenfalls auch in eine kommunistisch regierte Tschechoslowakei zurückkehren würden. Das Ergebnis dieser Befragung war ein einheitliches Bekenntnis zur christlich-abendländischen Welt. 95,5% der Flüchtlinge antworteten mit „Niemals!“, 4,5% gaben aus der Verzweiflung ihrer gegenwärtigen Lage heraus eine bejahende Antwort, für die die Worte auf einem Stimmzettel bezeichnend sind: „Schlimmer als hier könnte es drüben auch nicht sein." In einigen Flüchtlingslagern stimmten die Insassen geschlossen gegen eine Rückkehr, wobei betont wurde, daß sich dieses „Nein" keineswegs grundsätzlich gegen eine Rückkehr in die Heimat richte, sondern lediglich gegen ein Leben unter kommunistischer Herrschaft.

Die Zeitungsverleger und Chefredakteure der britischen Zone Deutschlands einigten sieh, ihre Blätter ab 1. September täglich erscheinen zu lassen. Der ursprünglich in Aussicht genommene erste Juli konnte nicht eingehalten werden, da bis zu diesem Zeitpunkt nicht für alle Zeitungen die technischen Voraussetzungen für ein tägliches Erscheinen geschaffen waren.

800 aus der Tschechoslowakei emigrierte katholische tschechische Studenten haben sich, teilweise mit Hilfe der „Pax Romana“, in Frank- reich und der Schweiz zu einer „Akademischen Liga“, in Deutschland zur „Liga der Heiligen Cyrillus und Methodius" zusammengeschlossen.

Die Tschechoslowakei und Polen haben die Ausarbeitung eines neuen, gemeinsamen E h e- und Familienrechtes abgeschlossen, das — wie der Krakauer „Dziennik Polski“ betont — „aus den reichen Erfahrungen der Sowjetunion geschöpft" hat. Außer der bekannten Gleichberechtigung der Frau mit dem Manne bei der Namenwahl der Ehegatten und Kinder ist vor allem eine Erschwerung der Scheidungen bemerkenswert. Eine Ehescheidung danf in Zukunft nur ausgesprochen werden, wenn eine völlige und dauernde Zerrüttung des Ehelebens vor Gericht anerkannt wird, die minderjährigen Kinder darunter nicht zu leiden haben und die Scheidung nicht einseitig von dem daran schuldigen Teil betrieben wird. Aber auch eine Erklärung beider Ehepartner für eine Scheidung ist ohne Angabe triftiger Gründe nicht mehr ausreichend. Das Gericht muß alle Tatbestände strengstens überprüfen. Alle Unterschiede in den Besitzrechten und Erbansprüchen zwischen ehelichen und unehelichen Kindern werden aufgehoben. Die konfessionelle Eheschließung wird nicht verboten, darf aber erst nach der Trauung vor dem Zivilbeamten erfolgen.

A'nfang 1949 befanden sich noch ungefähr 30.000 evangelische Deutsche in Schlesien, vor allem in den Industriegebieten, wo sie als Facharbeiter zurückgehalten werden. Für diese deutschen Gemeinden stehen nur zwei evangelische Pastoren zur Verfügung. In den schlesischen Bergbaugebieten werden daher die evangelischen Gottesdienste vorwiegend von Bergleuten gehalten, die neben ihrer schweren Arbeit kirchlichen Dienst verrichten. Den Konfirmandenunterricht und die religiöse Unterweisung der Kinder haben Frauen übernommen. Die Haltung der polnischen Stellen gegenüber diesen deutschen Restgemeinden ist in der Regel korrekt.

In Dalmatien haben sich in den letzten zwei Jahren — wie der „Furche" vorliegende Berichte sagen — dank großer technischer Neuerungen Veränderungen vollzogen, die so sehr der Modernisierung der Wirtschaft dienen, daß das alte Landschaftsbild vielfach zerstört wurde. Die Romantik hat vor der Technik das Feld geräumt. Heute überziehen lange Reihen elektrischer Masten weithin das Land, selbst kleine Orte sind mit elektrischer Kraft versorgt worden. Die Kraftquellen der dalmatinischen Flüsse, so auch der starken Höhlenflüsse, vor allem der Cetina, sind zentralisiert und speisen eine breit sich entwickelnde Industrie, so die Zementfabriken Salonas und Sebenicos. Seit dem letzten Herbst ist auch der letzte Fluß der Stromerzeugung dienstbar gemacht, so auch die Stauweihe der großen Sumpfseen Dalmatiens.

Einer der neuen Tricks kommunistischer Propaganda ist die Erfindung angeblicher Marienerscheinungen, in der Regel in plumper Nachmachung der Geschichte von Lourdes oder Faliara. — Einer der Schauplätze dieser Erfindungen ist Lomnitz, Kreis Rosen- birg, Diözese Kattowitz, ein anderer H a s z n o s in der Diözese Erlau. Erzbischof Dr. Czapik sah sich gezwungen, in einem Hirtenbrief die Gläubigen zu warnen und seinen Priestern d:e Teilnahme an Wallfahrten zu der Stätte des angeblichen Wunders zu untersagen.

Trotz den Versprechungen, die die jugoslawischen Delegierten anläßlich der Vorverhandlungen über eine Finanzanleihe durch die USA abgegeben haben, dauert die Religionsverfolgung in Jugoslawien weiter an. Nach vorliegenden Meldungen wurden kürzlich Neupriester am Vorabend ihres Primiztages amtlich vorgeladen und bekamen den Auftrag, sofort zu „freiwilligen Arbeiten“ anzutreten. In Laibach wurde kürzlich die Jesuitenkirche von den kommunistischen Staatsbehörden in einen öffentlichen Tanzboden umgewandelt. In Tolmin (Slowenien) würde der Priester Kragelji wegen Verbreitung von Nachrichten über eine Priesterverfolgung in Jugoslawien hingerichtet. Störgruppen kommunistischer Jugend sind jetzt zu systematischen Unterbrechungen und Verhinderungen kirchlicher Veranstaltungen eingesetzt. Eine der Methoden ist, wählend des Gottesdienstes in der Kirche im Chor „Zivio Tito!" oder andere kommunistische Parolen zu rufen. Beschwerdeführer werden verhaftet.

Eine Statistik der katholischen Filmprüfstelle Frankreichs ergab bei einer Sichtung von 400 neuen Filmen folgendes Bild: sie zeigten 104 Diebstähle, 642 Banditenstreiche, 193 Ehebrüche von Männern und 213 von Frauen. Ein Rekord.

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