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Daten für die Gesundheit?

Gesellschaft

Daten für die Gesundheit? Pro

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Was für ein Segen die digitale Welt sein kann, sieht man dieser Tage: Man bleibt mit anderen verbunden, selbst wenn der konkrete Kontakt unterbunden ist. Auch „Big Data“, die Auswertung gigantischer Datenmengen, könnte jetzt entscheidend dazu beitragen, die Coronakrise gut zu überstehen. Denn um einen Feind zu besiegen, muss man zunächst wissen, wo sich dieser befindet. Das gilt umso mehr im Kampf gegen einen unsichtbaren Krankheitserreger. Der erste Schritt dazu wird von der WHO und nun auch von der österreichischen Bundesregierung wie ein Mantra verkündet: „Testen, testen, testen“. Der zweite Schritt ist nur folgerichtig: auf Technik zurückzugreifen, um Kontakte nachzuvollziehen und im Bedarfsfall früh zu warnen.

Mit gutem Grund hat die EU-Kommission jetzt festgestellt, dass der Schutz der öffentlichen Gesundheit ein rechtliches Motiv für Ausnahmen beim Datenschutz sein kann. Im Blick auf das Gemeinwohl sei die Auswertung anonymisierter Massendaten, selbst der Austausch personenbezogener Daten möglich. Zu Recht: Wie sonst will man in diesem Kampf intelligent agieren? Freilich gilt es, im Dialog mit Datenschützern tragbare Anwendungen zu etablieren. Die Erfahrungen aus Asien zeigen, dass mit einem App-basierten Ansatz die Ansteckungsrate eingedämmt werden kann. Zu hoffen ist daher, dass die neue App des Roten Kreuzes hierzulande auf breites Interesse stößt: Deren Nutzung ist ohnehin freiwillig und anonymisiert. Im Sturm der Pandemie sind die digitalen Optionen nun bestmöglich auszuschöpfen. Die horriblen Bilder aus Italien und Spanien sollten eigentlich reichen, um das zu begreifen.