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Gesellschaft

Die Unzufriedenheit wächst

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Die Gründe für Kritik an Parteien und Zustimmung zu neuen Kräften sind vielfältig und ausreichend erforscht, um Konsequenzen zu ziehen.

Die Kritik der Öffentlichkeit an der Art und Weise, wie Österreichs Parteiendemokrartie arbeitet und funtioniert, nimmt zu. Doch die Parteien selbst vermitteln nicht den Eindruck, dies zur Kenntnis zu nehmen, geschweige denn, darauf zu reagieren. Die Europäische Wertestudie "Zukunft.Werte. Europa“ liefert dazu ebenso bedenklich stimmende Daten wie die nach den letzten großen Wahlen 2008 und 2010 erstellte Kurz-Studie des Institutes für Freizeit- und Tourismforschung zum Thema "Nichtwählerverhalten“.

Stimmenanteile gemessen an allen Wahlberechtigten: ein krasses Bild

Bei der Landtags- und Gemeinderatswahl in Wien 2010 habt mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten nicht oder ungültig gewählt; das ist die größtge Gruppe unter den Wahlberechtigten; lediglich 65,9 der Wienerinnen und Wiener gaben eine gültige Stimme ab. Wird die gesamte Anzahl der Wahlberechtigten als Basis genommen, dann haben sich - laut umgelegtem Wahlergebnis - nur 29,2 Prozent für die SPÖ ausgesprochen; auf die FPÖ entfielen 17 Prozent, auf die ÖVP 9,2 und auf die Grünen 8,3 Prozent der Wahlberechtigten.

Ein ähnliches Bild, allerdings abgeschwächt, ergibt die gleiche Betrachtung der Nationalratswahl von 2008: Unter Einbeziehung der Nichtwähler (Anteil an den abgegebenen Stimmen in Klammer) käme die SPÖ auf 22,6 Prozent (29,2), die ÖVP auf 20,5 Prozent (25,9), die FPÖ auf 13,5 Prozent (178,5), das BZÖ auf 8,2 (10,7) und die Grünen auf 8,0 Prozent (10,4). Weil aber für die Zuteilung von Mandaten nur der Anteil der abgebenen gültigen Stimmen gewertet wird, trösten sich die Parteien über manche Strömungen und kleine Konkurrenten hinweg: Das Wahlergebnis belaufe sich in Summe immer auf einhundert Prozent, also werde man schon einen für eine Regierungsbeteiligung ausreichend hohen Stimmenanteil erreichen, heißt es etwa in Kreisen der ÖVP. Dabei wird übersehen, wie sehr sich die Öffentlichkeit von der klassichen Politik abzuwenden und an neuen Figuren zu orientieren beginnt.

Deutlich mehr als die Hälfte der Wähler zeigte sich in den Analysen zu 2008 und 2010 unzufrieden mit Politik und Parteien, wollte wegen der Lügen und des Mangels an Vorbildern nicht zur Wahl gehen. Ein Fünftel der Bevölkerung fühlt sich von der Politik negativ beeinflusst. Das hat Folgen: Der zitierten Wertestudie zufolge sind nur noch 50 Prozent der Österreicher mit der Art, wie die Demokratie funktioniert, zufrieden. Zehn Jahre zuvor waren es noch 77 Prozent. Dieser und einer IMAS--Studie zufolge ist ein Fünftel der Österreicher auf innerer Distanz zur Demokratie und hätte nichts gegen eine autoritäre Führung.

Die Gründe für Kritik an Parteien und Zustimmung zu neuen Kräften sind vielfältig und ausreichend erforscht, um Konsequenzen zu ziehen.

Die Kritik der Öffentlichkeit an der Art und Weise, wie Österreichs Parteiendemokrartie arbeitet und funtioniert, nimmt zu. Doch die Parteien selbst vermitteln nicht den Eindruck, dies zur Kenntnis zu nehmen, geschweige denn, darauf zu reagieren. Die Europäische Wertestudie "Zukunft.Werte. Europa“ liefert dazu ebenso bedenklich stimmende Daten wie die nach den letzten großen Wahlen 2008 und 2010 erstellte Kurz-Studie des Institutes für Freizeit- und Tourismforschung zum Thema "Nichtwählerverhalten“.

Stimmenanteile gemessen an allen Wahlberechtigten: ein krasses Bild

Bei der Landtags- und Gemeinderatswahl in Wien 2010 habt mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten nicht oder ungültig gewählt; das ist die größtge Gruppe unter den Wahlberechtigten; lediglich 65,9 der Wienerinnen und Wiener gaben eine gültige Stimme ab. Wird die gesamte Anzahl der Wahlberechtigten als Basis genommen, dann haben sich - laut umgelegtem Wahlergebnis - nur 29,2 Prozent für die SPÖ ausgesprochen; auf die FPÖ entfielen 17 Prozent, auf die ÖVP 9,2 und auf die Grünen 8,3 Prozent der Wahlberechtigten.

Ein ähnliches Bild, allerdings abgeschwächt, ergibt die gleiche Betrachtung der Nationalratswahl von 2008: Unter Einbeziehung der Nichtwähler (Anteil an den abgegebenen Stimmen in Klammer) käme die SPÖ auf 22,6 Prozent (29,2), die ÖVP auf 20,5 Prozent (25,9), die FPÖ auf 13,5 Prozent (178,5), das BZÖ auf 8,2 (10,7) und die Grünen auf 8,0 Prozent (10,4). Weil aber für die Zuteilung von Mandaten nur der Anteil der abgebenen gültigen Stimmen gewertet wird, trösten sich die Parteien über manche Strömungen und kleine Konkurrenten hinweg: Das Wahlergebnis belaufe sich in Summe immer auf einhundert Prozent, also werde man schon einen für eine Regierungsbeteiligung ausreichend hohen Stimmenanteil erreichen, heißt es etwa in Kreisen der ÖVP. Dabei wird übersehen, wie sehr sich die Öffentlichkeit von der klassichen Politik abzuwenden und an neuen Figuren zu orientieren beginnt.

Deutlich mehr als die Hälfte der Wähler zeigte sich in den Analysen zu 2008 und 2010 unzufrieden mit Politik und Parteien, wollte wegen der Lügen und des Mangels an Vorbildern nicht zur Wahl gehen. Ein Fünftel der Bevölkerung fühlt sich von der Politik negativ beeinflusst. Das hat Folgen: Der zitierten Wertestudie zufolge sind nur noch 50 Prozent der Österreicher mit der Art, wie die Demokratie funktioniert, zufrieden. Zehn Jahre zuvor waren es noch 77 Prozent. Dieser und einer IMAS--Studie zufolge ist ein Fünftel der Österreicher auf innerer Distanz zur Demokratie und hätte nichts gegen eine autoritäre Führung.