e-card: Ihr persönlicher Schlüssel zum Gesundheitssystem

Die Palette der Möglichkeiten reicht vom Arzneimittel-Bewilligungsservice über den Versichertendaten-Abfrageservice, elektronische Krankenstandsmeldungen und Rezeptgebühren-Obergrenzen bis zur e-Medikation.

Die e-card der Sozialversicherung hat seit nunmehr sechs Jahren einen festen Platz in unserem Alltag. Jeder Österreicher oder jede Österreicherin trägt sie im Geldbörsel gut aufbewahrt mit sich. Jeder Arztbesuch, jeder Besuch in einer Ambulanz oder im Ambulatorium und auch der Aufenthalt in vielen Spitälern beginnt mit dem Stecken der e-card. Jeder weiß daher: Seine e-card ist der persönliche Schlüssel zum Gesundheitssystem. Die e-card ist aber noch viel mehr: Sie ist auch Ihr persönlicher Schlüssel zur Sicherheit Ihrer sensiblen Gesundheitsdaten. Denn kein Arzt, kein Spital, kein Ambulatorium und kein sonstiger Vertragspartner der Sozialversicherung kann Daten über Sie abrufen, wenn Sie nicht Ihre e-card vorlegen und durch das Stecken der Karte Ihre Zustimmung gegeben haben. Nur zur Veranschaulichung: Pro Tag wird die e-card durchschnittlich rund 500.000 Mal gesteckt.

In den vergangenen Jahren wurde das e-card System laufend um Anwendungen erweitert, die sowohl für die Patienten als auch für Gesundheitsdienstleister Vorteile bringen:

Bewillungspflichtige Medikamente

"Das Rezept läuft, nicht der Patient“! Längst vorbei sind die Zeiten, als sich Patienten noch beim Schalter vor den Chefärzten der Krankenkassen anstellen mussten. Anträge für bewilligungspflichtige Medikamente können rasch und sicher über das Arzneimittel-Bewilligungs-Service, kurz ABS, abgewickelt werden. Die Antwortzeit des chefärztlichen Dienstes liegt dabei im Schnitt bei fünf Minuten - eine wesentliche Erleichterung für den Patienten, denn er erspart sich dadurch den Weg zum Chefarzt der Krankenkasse.

Auch in Spitälern im Einsatz

Auch in vielen Krankenanstalten haben e-card Services längst Einzug gehalten. Mit dem Versicherten-Daten-Abfrage-Service (VDAS) können Krankenanstalten alle sozialversicherungsrelevanten Daten online vom e-card System abfragen und direkt in ihre EDV übernehmen. Das Service ABS wird ebenso bereits von einigen Krankenanstalten genutzt. Der Vorteil liegt dabei in einer ungestörten Therapiefortsetzung für den Patienten, denn er bekommt bereits vom Krankenhaus ein bewilligtes Rezept mit nach Hause, das direkt in der Apotheke eingelöst werden kann.

Krankenstand: schnell gemeldet

Krankenstands- und Gesundmeldungen werden nun anstatt auf Papier elektronisch zwischen Ärzten und Krankenkassen ausgetauscht. Die sogenannte elektronische Arbeitsunfähigkeitsmeldung umfasst die elektronische Erfassung der Arbeitsunfähigkeitsmeldung, die Übertragung an die Sozialversicherung und ein österreichweit einheitliches Formular, das vom Arzt für die Patienten ausgedruckt wird. Der Vorteil liegt in einer schnellen und sicheren Abwicklung ohne Zeitverlust, geringerem Verwaltungsaufwand und einer österreichweit einheitlichen Bescheinigung für alle Patienten und Arbeitgeber.

REGO - Rezeptgebührenobergrenze

Seit 2008 zahlt jeder Versicherte nur so lange Rezeptgebühren, bis er im laufenden Jahr mit diesen Zahlungen einen Betrag von 2% seines Jahres-Nettoeinkommens erreicht hat. Danach ist er für den Rest des Jahres von der Rezeptgebühr befreit. Dazu führt die Sozialversicherung für jeden Versicherten ein eigenes Rezeptgebührenkonto. Sobald die 2%-Grenze erreicht ist, wird beim Arztbesuch nach Stecken der e-card eine Befreiung angezeigt und der Arzt vermerkt die Befreiung auf dem Rezept. In der Apotheke wird dem Versicherten die Rezeptgebühr nicht mehr in Rechnung gestellt.

e-Medikation

Seit April 2011 läuft das Service e-Medikation mit einem Pilotbetrieb in drei Regionen: Wien 22. Bezirk, Tirol (Reutte, Imst, Landeck) und Oberösterreich (Wels-Grieskirchen).

e-Medikation heißt: vom Arzt verordnete oder vom Apotheker rezeptfrei erhältliche Medikamente werden elektronisch erfasst. Damit können erwünschte und unerwünschte Wechselwirkungen leichter überprüft und in der Verordnung berücksichtigt werden. Auch der Apotheker sieht bei der Abgabe eines rezeptfreien Medikamentes, ob es sich mit der bestehenden Medikation verträgt. Neu und praktisch ist dabei auch die Medikamentenliste. Wer mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen muss, verliert leicht den Überblick. e-Medikation bringt auch hier einen entscheidenden Fortschritt. Auf Wunsch erhalten Patienten vom Arzt oder Apotheker einen Ausdruck der aktuell eingenommenen Medikamente. Die e-card des Patienten ist auch bei diesem Service nur der Zutritts-Schlüssel beim Arzt oder Apotheker. Auf der Karte selbst werden KEINE Daten gespeichert.

Im Rahmen des Pilotbetriebes ist die Teilnahme an e-Medikation für Patienten freiwillig und bei jenen Ärzten und Apotheken möglich, die am Pilotbetrieb teilnehmen. Der Pilotbetrieb läuft bis Ende 2011. Nach einer wissenschaftlichen Evaluierung ist eine Ausweitung des Service auf ganz Österreich geplant.

Sicheres e-card System für ELGA

Dass die Leistungsfähigkeit des e-card-Systems noch nicht ausgereizt ist, zeigen die Diskussionen über die aktuellen Anforderungen an die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA), die erkennen lassen, dass auch hier das e-card-System mit seinem hochverfügbaren Rechenzentrum, dem sicheren Gesundheits-Informationsnetz, der e-card-Infrastruktur und den standardisierten Prozessen für Softwareerweiterungen und Softwareverteilung an 10.000 Endnutzer die beste Ausgangsposition für ELGA- und e-health-Anwendungen bietet.

In welche Richtung der Zug "e-health“ fahren wird, mag zum Teil noch ungewiss sein. Sicher ist aber, dass die e-card-Infrastruktur ein wesentlicher Teil der Schienen sein wird, auf denen er fährt. <<>>

Mehr Infos unter:

www.chipkarte.at

www.sozialversicherung.at

e-card Serviceline: 050/124 33 11

Ein Thema. Viele Standpunkte. Im FURCHE-Navigator weiterlesen.

FURCHE-Navigator Vorschau