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Haubenkoch und Hotelatmosphäre

Privatspitäler in Österreich punkten mit einem besonderen Service für ihre Patienten. Die individuelle Betreuung der Kranken steht hier durchgehend im Vordergrund. Die Angebote der einzelnen Kliniken sind allerdings recht unterschiedlich. Ein Vergleich lohnt sich in jedem Fall. Da die Leistungen der Privatkliniken so vielfältig sind, seien im folgenden nur drei Beispiele herausgegriffen: Mit einer besonderen Küche locken etwa die Privatkliniken Döbling und Josefstadt (Confraternität). Täglich stehen fünf Menüs - Normalkost, Schonkost, Reduktionskost, Vollwert- und Diätkost - zur Auswahl, zubereitet von einem Haubenkoch. Auf individuelle Sonderwünsche wird ebenfalls eingegangen. Der Unterbringungskomfort ist hoch: Die Ein- und Zweibettzimmer sind mit Fernseher, Radio, Telefon, Minibar und Safe ausgestattet.

Auch bei der medizinischen Betreuung gibt es für den Privatpatienten gegenüber dem "Normalpatienten" einige Vorteile: * Die freie Arztwahl ist in jedem Fall möglich. "Die Behandlung des Patienten wird ausschließlich durch erfahrene Fachärzte und nicht durch in Ausbildung stehende Ärzte mit wenig Erfahrung durchgeführt", so Simone Weitlaner vom Krankenhausmanagement der Privatkliniken Döbling und Josefstadt. "Dadurch ist eine deutlich höhere Erfolgsrate der Betreuung gegeben."

* Die weiterführende Behandlung wird für den gesamten Aufenthalt von nur einem Arzt durchgeführt.

* Auf individuelle Wünsche der Patienten wird eingegangen. So werden etwa Operationen auch am Wochenende durchgeführt.

* Die Patienten werden rund um die Uhr medizinisch versorgt - auch in der Nacht und an Sonn- und Feiertagen stehen den Kranken ausgebildete Notfallmediziner zur Verfügung.

Auch die Privatklinik Maria Hilf in Klagenfurt wirbt mit der individuellen Betreuung ihrer Privatpatienten: "Für das Wohlbefinden verantwortlich ist neben der liebevollen Betreuung und besten medizinischen Versorgung die hotelartige Atmosphäre des Hauses. Die 69 Zimmer der Privatklinik sind mit Dusche und WC ausgestattet, eigene Telefone und Fernsehgeräte mit sämtlichen Kabelprogrammen stehen für die Dauer des Aufenthaltes zur Verfügung."

Daneben bietet die Privatklinik in Klagenfurt weitere spezielle Angebote an: Für jeden Patienten wird ein eigener Therapieplan erstellt, der alle Arten von Massagen und Lymphdrainagen ebenso wie Heilgymnastik, Strom- und Kneippanwendungen umfassen kann. Auch Zellen- und Sprudelbäder sowie Laser- und Infusionstherapie können neben der klassischen medizinischen Versorgung in Anspruch genommen werden.

Beim Spitalsaufenthalt kann der bisher behandelnde Arzt zugezogen werden. Die freie Arztwahl ist auch in Klagenfurt ein wichtiges Plus.

Der komfortable Aufenthalt hat allerdings seinen Preis. Der Tagsatz für die Unterbringung in der Privatklinik Maria Hilf beträgt derzeit 2.400 Schilling. Einen Teil davon übernimmt die Pflichtversicherung. Und das kann von Versicherung zu Versicherung recht unterschiedlich ausfallen. Ausschlaggebend für den Kostenzuschuß ist auch, ob und welche Zusatzkrankenversicherung der Patient abgeschlossen hat. Arzthonorare und medizinische Leistungen kommen noch hinzu. Über genaue Kosten will sich Ulrike Steinwender, Verwaltungsleiterin der Privatklinik Maria Hilf, aber nicht äußern. "Das ist ein ganz heikles Thema. Jedes Krankenhaus hat ein eigenes Abrechnungssystem, und da gibt es gravierende Unterschiede. Das wollen wir nicht veröffentlichen."

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