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Gesellschaft

Mal direkt gesagt, so von Humphrey zu Häupl

1945 1960 1980 2000 2020
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Nun lass dir mal keine grauen Haare wachsen, die du nicht schon hast, Michl. Schau mir in die Augen, Kleiner, es ist 1. Mai, wir stehen hier oben auf der Bühne und alles, was du ihnen schuldig bist, ist ein guter Abtritt. Weißt du, die Stimmung bei den Genossen, das ist wie ein Meer - man kann sie nicht mit einem Teelöffel umrühren. Du brauchst einen richtig guten Plan. Wenn Plan A nicht funktioniert, ist ein Plan B nicht schlecht. Sicher, der Parteitag war hart. Und 77 Prozent sind nicht berauschend. Aber es gibt Schlimmeres. Kannst du dich an den 1. Mai 2016 erinnern, an den Werner, die Plakate, die Buhrufe? An mich? Sieh mal, ein jeder hat mal so ein Werner-Erlebnis. Ich habe immer gesagt: Du musst dem Leben immer einen PR-Gag voraus sein. Dann kümmern sich die nicht darum, was du in Wirklichkeit machst. Merks Dir, ein kluger Mann widerspricht seiner Parteibasis nicht. Er wartet, bis sie sich selbst widerspricht. Und du hast ihr widersprochen. Vielleicht zu oft. Weißt du, die drücken immer gerne ein Auge zu, aber am Ende tun sie es eben nur noch, um besser zielen zu können. Dann machen sie dich fertig, auch wenn du dich bloß beim Abspielen der Internationale am Kopf gekratzt hast. Aber am Ende, Mike, zählt nicht, was sie dir wegnehmen. Es zählt, was du mit dem machst, was übrig bleibt. Und ehrlich, du hast soviel Charakter wie ich im Gesicht. Und was meinst du, was für eine Masse an langen Nächten und Vorstandssitzungen bei den ÖBB es mich gekostet hat, das so hinzukriegen. Das mit den Medien hab ich selbst auch schon aufgegeben. Die Welt ist für Journalisten nie so schlecht, dass sie sie nicht noch schlechter machen könnten. Aber wir wissen dafür , wie die Welt sich dreht. Der einzige Grund dafür Macht zu haben ist, jemand anderem sagen zu können, was er zu tun hat. Das macht es dann eben schwierig mit dem Abtreten genauso wie mit den Neuwahlen. Man muss es zur rechten Zeit tun. Wer zu lange auf dieser Bühne überlebt, wird dem Skandalrummel um seine Person niemals gerecht werden. Und du kannst danach immer noch Freundschaft leben, die nicht auf dem Rathausplatz gefeiert werden muss. Mit mir beispielsweise. Dann muss ich nicht mehr Pizza ausfahren, um Leute zu treffen. Wie ich überhaupt das Gefühl habe, Michl, dass dies der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ist. Wenn Sie dich also schon zum Gehen zwingen, bleib im Abschied cool. Denke daran, dass Begräbnisse nicht für Gestorbene veranstaltet werden, sondern für Lebende, die Spaß am Trauern haben.

Nun lass dir mal keine grauen Haare wachsen, die du nicht schon hast, Michl. Schau mir in die Augen, Kleiner, es ist 1. Mai, wir stehen hier oben auf der Bühne und alles, was du ihnen schuldig bist, ist ein guter Abtritt. Weißt du, die Stimmung bei den Genossen, das ist wie ein Meer - man kann sie nicht mit einem Teelöffel umrühren. Du brauchst einen richtig guten Plan. Wenn Plan A nicht funktioniert, ist ein Plan B nicht schlecht. Sicher, der Parteitag war hart. Und 77 Prozent sind nicht berauschend. Aber es gibt Schlimmeres. Kannst du dich an den 1. Mai 2016 erinnern, an den Werner, die Plakate, die Buhrufe? An mich? Sieh mal, ein jeder hat mal so ein Werner-Erlebnis. Ich habe immer gesagt: Du musst dem Leben immer einen PR-Gag voraus sein. Dann kümmern sich die nicht darum, was du in Wirklichkeit machst. Merks Dir, ein kluger Mann widerspricht seiner Parteibasis nicht. Er wartet, bis sie sich selbst widerspricht. Und du hast ihr widersprochen. Vielleicht zu oft. Weißt du, die drücken immer gerne ein Auge zu, aber am Ende tun sie es eben nur noch, um besser zielen zu können. Dann machen sie dich fertig, auch wenn du dich bloß beim Abspielen der Internationale am Kopf gekratzt hast. Aber am Ende, Mike, zählt nicht, was sie dir wegnehmen. Es zählt, was du mit dem machst, was übrig bleibt. Und ehrlich, du hast soviel Charakter wie ich im Gesicht. Und was meinst du, was für eine Masse an langen Nächten und Vorstandssitzungen bei den ÖBB es mich gekostet hat, das so hinzukriegen. Das mit den Medien hab ich selbst auch schon aufgegeben. Die Welt ist für Journalisten nie so schlecht, dass sie sie nicht noch schlechter machen könnten. Aber wir wissen dafür , wie die Welt sich dreht. Der einzige Grund dafür Macht zu haben ist, jemand anderem sagen zu können, was er zu tun hat. Das macht es dann eben schwierig mit dem Abtreten genauso wie mit den Neuwahlen. Man muss es zur rechten Zeit tun. Wer zu lange auf dieser Bühne überlebt, wird dem Skandalrummel um seine Person niemals gerecht werden. Und du kannst danach immer noch Freundschaft leben, die nicht auf dem Rathausplatz gefeiert werden muss. Mit mir beispielsweise. Dann muss ich nicht mehr Pizza ausfahren, um Leute zu treffen. Wie ich überhaupt das Gefühl habe, Michl, dass dies der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ist. Wenn Sie dich also schon zum Gehen zwingen, bleib im Abschied cool. Denke daran, dass Begräbnisse nicht für Gestorbene veranstaltet werden, sondern für Lebende, die Spaß am Trauern haben.