Österreichs Flüchtlings-Outsourcing scheidet die Geister

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Der Deal sorgt für Erleichterung -und für Empörung: Vergangene Woche hat sich die Slowakei bereit erklärt, bis Ende September 500 Asylsuchende aus dem völlig überfüllten Erstaufnahmezentrum Traiskirchen aufzunehmen. In einem ehemaligen Universitätsgebäude im westslowakischen Gabc ikovo (Bild) sollen noch im Juli die ersten 50 Asylsuchenden eine Unterkunft finden; im August sollen weitere 200, im September die übrigen 250 Personen folgen. Während in Gabc ikovo eine Petition gegen die Unterbringung kursiert, bedankt sich Bundespräsident Heinz Fischer bei seinem slowakischen Amtskollegen Andrej Kiska für diese "Geste": Sie beweise, "dass es für die Sorgen der Nachbarn Verständnis gibt und die Slowakei auch bereit ist zur Unterstützung"."Angewidertes Entsetzen" empfindet hingegen Amnesty International-Generalsekretär Heinz Patzelt -vor allem hinsichtlich der Aussage von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), dass diese Lösung "für Österreich unterm Strich billiger" komme. Die Caritas sieht die Pläne ambivalent: Jedes Quartier, das verhindere, dass Hunderte in Traiskirchen ohne Dach und Bett schlafen müssen, sei zu begrüßen. Tatsächlich stehen nach wie vor für etwa 1000 Menschen keine Betten zur Verfügung. Mit 20. Juli wird zwar das Gesetz über die neue Grundversorgung von Asylwerbern in Kraft treten, das auch Verteilerzentren in den Bundesländern vorsieht, doch es gibt Verzögerungen. Menschen, die helfen wollen, können sich inzwischen auf der Plattform www.asyl.at über 60 aktuelle Flüchtlings-Initiativen informieren.

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