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Was die Welt satt macht

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Brot - © Foto: Pixabay

Unser tägliches Brot: Vom Lesachtal bis Tokio

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Das Buch "Unser tägliches Brot" ist vor kurzem im Jahrbuch der Diözese Gurk erschienen.

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Das Buch "Unser tägliches Brot" ist vor kurzem im Jahrbuch der Diözese Gurk erschienen.

Brot war mit entscheidend, dass die Menschen sesshaft wurden, schreibt Isabel Greschat, Direktorin des Ulmer Museums „Brot und Kunst“, in ihrem Beitrag zum Jahrbuch 2023 der Diözese Gurk, „Unser tägliches Brot“. Weil es so gut schmeckt, erklärt Grigat die Motivation, weshalb sich Menschen im Laufe der Neolithischen Revolution vor 10.000 Jahren zur aufwendigen Arbeit des Getreideanbaus, der Ernte, des Mahlens und Backens aufrafften. „Deshalb war Brot anfangs das Gegenteil einer Alltagsspeise“, schreibt sie, „blieb Festen und Ritualen vorbehalten.“ Das Jahrbuch spürt diesen festlichen und religiösen Ausformungen gemeinsamen Brotbrechens und -essens in Beiträgen zu Jesu Abendmahl, zur Anbetung des Allerheiligsten oder der Erstkommunion nach. Aber auch soziale (Über-Lebens-Mittel – Brot) sowie historische Aspekte (Brot und Spiele) und handwerkliche Backtraditionen kommen nicht zu kurz. Obwohl sich Brot und vor allem Weizenbrot globalisiert hat und gerade in asiatischen Ländern enorme Zuwachsraten verzeichnet, „hängen an den unterschiedlichen Formen, Getreiden und Triebmitteln kulturelle und nationale Identitäten“, betont Grigat: „Fladenbrot, Baguette, Toastbrot und Roggenmischbrot stehen für eigene Traditionen und Erinnerungen.“ Eine dieser Traditionen aus Kärnten ist das „Lesachtaler Brot“, das zum immateriellen Kulturerbe Österreichs gehört und – wie im Jahrbuch beschrieben – bis nach Tokio geliefert und dort genossen wird.

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