Digital In Arbeit
International

Anti-Migranten-Detektoren

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Seit rund zehn Jahren ist die Region von Calais Schauplatz einer humanitären Tragödie. Etwas mehr als 30 Kilometer trennen an der schmalsten Stelle des Ärmelkanals die französische Küste von der englischen. Bei guter Sicht scheint das Weiß der Klippen von Dover über die Meerenge. Für viele Flüchtlinge aber, die in Großbritannien das gelobte Land sehen – anziehend wirken neben der Sprache auch die lange Zeit leicht erhältliche Schwarzarbeit und wenig Identitäts-Kontrollen – wird der Kanal zum Nadelöhr. Die Regierungen in Paris und London wollen der klandestinen Einreise an Bord von LKWs einen Riegel vorschieben. Hunde, CO2- und Herzschlagdetektoren machen den Ärmelkanal zu einer der am schwersten zu überquerenden Grenze der Welt.

Der Ansturm auf die Straße von Calais begann 1999. In Sangatte, einem Dorf bei Calais, eröffnete das Rote Kreuz ein Auffanglager für die zahlreichen Kosovoalbaner, die damals vor dem Krieg nach England flohen. Neue Migrantenströme aus Irak und Afghanistan sorgten schon bald für eine permanente Überfüllung des Lagers. Zehntausende von hier versuchte illegale Einreisen belasteten das Verhältnis zwischen Paris und London. Ende 2002 wurde „Sangatte“ auf Druck Großbritanniens geschlossen.

Danach verteilten sich die Flüchtlinge entlang der Kanalküste. Da sie als Transitmigranten in Frankreich keinen Asylantrag stellen, haben sie keinerlei Zugang zu staatlicher Hilfe.

Zusammenarbeit gegen illegale Migration

Daher leben sie in leeren Fabrikgebäuden sowie in „Dschungel“ genannten provisorischen Elendsquartieren in Dünen, Wäldern oder auf Feldern bei LKW-Rastplätzen. Solche „Dschungel“ entstanden zunächst in oder nahe den Hafenstädten Calais und Dunkerque, das sich zu einem zweiten Zentrum der Transitmigration entwickelt hat. Inzwischen ist das Phänomen auch in Boulogne, Cherbourg oder Le Havre bekannt, ebenso wie im Hinterland an den Autobahnen nach Calais und Dunkerque und den belgischen Fährorten Ostende und Zeebrugge. Im Juli 2009 beschlossen das Vereinigte Königreich und Frankreich, ihre Zusammenarbeit gegen die Transitmigration erneut zu verstärken. Drei Monate später zerstörte die französische Polizei vor der versammelten Weltpresse den von rund 1000 Personen bewohnten größten Dschungel von Calais. Immigrationsminister Eric Besson kündigte damals an, die Region „migrantenfrei“ zu machen. Die erhöhte Repression ließ Hunderte von Flüchtlingen seither nach Paris ausweichen. In der Region Calais/Dunkerque leben zurzeit etwa 400 Transitmigranten.

Seit rund zehn Jahren ist die Region von Calais Schauplatz einer humanitären Tragödie. Etwas mehr als 30 Kilometer trennen an der schmalsten Stelle des Ärmelkanals die französische Küste von der englischen. Bei guter Sicht scheint das Weiß der Klippen von Dover über die Meerenge. Für viele Flüchtlinge aber, die in Großbritannien das gelobte Land sehen – anziehend wirken neben der Sprache auch die lange Zeit leicht erhältliche Schwarzarbeit und wenig Identitäts-Kontrollen – wird der Kanal zum Nadelöhr. Die Regierungen in Paris und London wollen der klandestinen Einreise an Bord von LKWs einen Riegel vorschieben. Hunde, CO2- und Herzschlagdetektoren machen den Ärmelkanal zu einer der am schwersten zu überquerenden Grenze der Welt.

Der Ansturm auf die Straße von Calais begann 1999. In Sangatte, einem Dorf bei Calais, eröffnete das Rote Kreuz ein Auffanglager für die zahlreichen Kosovoalbaner, die damals vor dem Krieg nach England flohen. Neue Migrantenströme aus Irak und Afghanistan sorgten schon bald für eine permanente Überfüllung des Lagers. Zehntausende von hier versuchte illegale Einreisen belasteten das Verhältnis zwischen Paris und London. Ende 2002 wurde „Sangatte“ auf Druck Großbritanniens geschlossen.

Danach verteilten sich die Flüchtlinge entlang der Kanalküste. Da sie als Transitmigranten in Frankreich keinen Asylantrag stellen, haben sie keinerlei Zugang zu staatlicher Hilfe.

Zusammenarbeit gegen illegale Migration

Daher leben sie in leeren Fabrikgebäuden sowie in „Dschungel“ genannten provisorischen Elendsquartieren in Dünen, Wäldern oder auf Feldern bei LKW-Rastplätzen. Solche „Dschungel“ entstanden zunächst in oder nahe den Hafenstädten Calais und Dunkerque, das sich zu einem zweiten Zentrum der Transitmigration entwickelt hat. Inzwischen ist das Phänomen auch in Boulogne, Cherbourg oder Le Havre bekannt, ebenso wie im Hinterland an den Autobahnen nach Calais und Dunkerque und den belgischen Fährorten Ostende und Zeebrugge. Im Juli 2009 beschlossen das Vereinigte Königreich und Frankreich, ihre Zusammenarbeit gegen die Transitmigration erneut zu verstärken. Drei Monate später zerstörte die französische Polizei vor der versammelten Weltpresse den von rund 1000 Personen bewohnten größten Dschungel von Calais. Immigrationsminister Eric Besson kündigte damals an, die Region „migrantenfrei“ zu machen. Die erhöhte Repression ließ Hunderte von Flüchtlingen seither nach Paris ausweichen. In der Region Calais/Dunkerque leben zurzeit etwa 400 Transitmigranten.