#

Immer wieder: Die Waffen nieder!

FOKUS
Biden Ban - © Foto: Getty Images / Mario Tama

Ban Ki-moon: "Wir brauchen viel mehr Weltbürger"

1945 1960 1980 2000 2020

Covid-19 wirft ein Schlaglicht auf die Ungleichheiten in der Welt, sagt Ban Ki-moon und fordert mehr Solidarität, Mitgefühl und Sinn für Einheit und Zusammenarbeit zwischen den Staaten.

1945 1960 1980 2000 2020

Covid-19 wirft ein Schlaglicht auf die Ungleichheiten in der Welt, sagt Ban Ki-moon und fordert mehr Solidarität, Mitgefühl und Sinn für Einheit und Zusammenarbeit zwischen den Staaten.

Den Krieg zwischen Nord- und Südkorea erlebte Ban Ki-moon als Kind. Die Kriegsfolgen und die internationale Unterstützung, die seine Heimat und Familie von der UNO erhielten, prägten seinen Berufsweg bis an die Spitze der Vereinten Nationen und seinen Einsatz für Weltbürgerschaft bis heute, erklärt er im E-Mail-Interview.

DIE FURCHE: Herr UN-Generalsekretär a.D., Sie kommen aus einem Land, das seit Jahrzehnten durch einen Krieg geteilt ist – wie hat Sie das für Ihre spätere Aufgabe als oberster Friedensstifter und Friedenserhalter der Welt geprägt?
Ban Ki-moon:
Als ich vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges geboren wurde, waren alle arm. Bald darauf wurde Südkorea von Nordkorea angegriffen. Zu dieser Zeit schickten die Vereinten Nationen Truppen und humanitäre Hilfe. Als Kind, das während des Koreakrieges aufwuchs, erhielt meine Familie Lebensmittelpakete, und ich lernte mit Petroleumlampen oder bei Kerzenlicht aus Schulbüchern, die von der UNESCO zur Verfügung gestellt wurden. Das sind meine ersten Erinnerungen an die UNO. Später waren es die Bemühungen der Vereinten Nationen, die wesentlich zum Wiederaufbau und zur Erholung Südkoreas nach dem Koreakrieg beitrugen. Diese Beobachtungen des unglaublich wichtigen Einflusses der Vereinten Nationen bei der Unterstützung eines geteilten Landes und der Hilfestellung auf dem Weg zu Frieden und Wohlstand haben mich in meinen verschiedenen Rollen beeinflusst. Bei vielen Gelegenheiten habe ich die Bedeutung des Multilateralismus für die Friedenssicherung betont. Und ich glaube immer noch an die Rolle der Vereinten Nationen und der anderen globalen Akteure in der Steuerung des Friedensprozesses zwischen Nord- und Südkorea.

Ein Thema. Viele Standpunkte. Im FURCHE-Navigator weiterlesen.

FURCHE-Navigator Vorschau