Burkina
International

Corona in Afrika: Kein Testlabor in Ouagadougou

1945 1960 1980 2000 2020

Das Coronavirus hat auch Burkina Faso in Westafrika erreicht. Sechs Staatsminister und der Erzbischof gehörten zu den Ersten, die erkrankt waren. Vor allem Menschen mit Behinderungen trifft die Pandemie hart. Ein Bericht von der Situation vor Ort.

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Das Coronavirus hat auch Burkina Faso in Westafrika erreicht. Sechs Staatsminister und der Erzbischof gehörten zu den Ersten, die erkrankt waren. Vor allem Menschen mit Behinderungen trifft die Pandemie hart. Ein Bericht von der Situation vor Ort.

Burkina Faso war das erste afrikanische Land südlich der Sahara, das bezüglich der Covid-19-Pandemie in den internationalen Schlagzeilen aufgetaucht ist. Wie in anderen Ländern Afrikas sind Armut, Unterernährung, mangelnde sanitäre Anlagen und der oft fehlende Zugang zu sauberem Wasser wie auch die Verfügbarkeit von medizinischer Hilfe die größten Probleme in dem westafrikanischen Land. Besonders betroffen sind davon die Ärmsten der Armen: die Menschen mit Behinderungen. Von diesen gibt es geschätzt etwa zwei Millionen im Land. Etwa 100.000 Menschen müssen sich gerade einmal fünf Ärzte teilen. Die Corona-Krise verschlechtert die Lage der Menschen immens. Viele Familien sind verzweifelt, und sie haben Angst vor dem, was kommt, da bisher rund 600 Fälle positiv getestet wurden.

Darunter befinden sich auch sechs Minister. 39 Infizierte starben bereits offiziell (Stand: Ende März). Als einer der Ersten im Land wurde der langjährige Partner von „Licht für die Welt“ – Erzbischof Séraphin Rouamba – positiv getestet und mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert. Die Dunkelziffer der Infizierten liegt wahrscheinlich viel höher, da die Testkits nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen oder positiv getestete Patientinnen und Patienten nicht gemeldet werden. Derzeit sind in ganz Burkina Faso nur einige Hundert Testkits verfügbar. Und es gibt nur ein Labor in der Provinzstadt Bobo- Dioulasso, wo die Tests analysiert werden können. In der Hauptstadt Ouagadougou mit ihren mehr als zwei Millionen Einwohnern gibt es noch kein entsprechendes Labor. „Wir können die Zahl der bisher gemeldeten Fälle nicht als gesichert annehmen. Es gibt wahrscheinlich viele unentdeckte und noch nicht gemeldete Fälle“, erklärt WHO-Generaldirektor Tedros.