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NACH DER IST VOR DER SYNODE

1945 1960 1980 2000 2020
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Zuerst wollte Charles Chaput, streitbarer Erzbischof von Philadelphia und konservativer Widersacher von Franziskus, dass der Papst die Jugend-Bischofssynode kurzfristig absagt: Angesichts der Missbrauchsskandale gebe niemand der Kirche die Kompetenz, etwas zur Jugend zu sagen. Dann kritisierte er das Arbeitspapier -und insbesonders, dass dort das Wort "LGBT" zu lesen war. Unfassbar für ein kirchliches Dokument, schäumte Exzellenz.

Bei letzterem Thema fand Chaput Verbündete aus dem Süden: Das katholische Unwort kommt in der Botschaft der Synode nicht mehr vor. Beim Missbrauchsthema hingegen waren viele Hirten aus der "Dritten Welt" nicht dʼaccord mit dem Amtsbruder aus den USA: Der sexuelle Missbrauch sei nur ein "westliches" Thema. Das stimmt natürlich ganz und gar nicht, aber beide hier angedeuteten Diskussionen zeigen, welcher Gesprächsbedarf in der katholischen Weltkirche herrscht. Und dass die klerikale Männerbastion dringend einer Kurskorrektur bedarf.

Papst Franziskus versuchte auch mit der Jugendsynode, Marksteine in Richtung "Synodalität" zu setzen. Doch er weiß, dass er die Bremser mit im Boot halten muss. Der Papst hat die Regeln der Bischofssynode kurz vor deren Beginn neu bestimmt -aber längst nicht weit genug verändert. Die alten Strukturen müssen auch aus den Köpfen der Hirten verschwinden.

Die Zusammenkunft in Rom war fröhlich und aufbrechend -das ließ auch Österreichs Kardinal Christoph Schönborn aus den Couloirs der Synode verlauten. Aber ebenso gab es qualifizierte Forderungen, endlich Frauen maßgeblich in kirchliche Entscheidungsprozesse einzubinden. Und die Jungen sowieso. Mag sein, das Gottes Mühlen, vor allem wenn sie sich in Rom befinden, langsam mahlen: Der Weg der Kirche zeichnet sich da längst ab -auch wenn es die konservativen Ränder nicht freut.

In Jahresfrist folgt die nächste Bischofssynode -eine regionale zum Thema Amazonien. Das heiße Eisen Pflichtzölibat für Priester steht dabei längst auf der Agenda. Es geht also auch dort um Veränderungen in der Welt wie in der Weltkirche. Beide werden unter Garantie nicht zur Ruhe kommen. Das ist auch gut so.

Zuerst wollte Charles Chaput, streitbarer Erzbischof von Philadelphia und konservativer Widersacher von Franziskus, dass der Papst die Jugend-Bischofssynode kurzfristig absagt: Angesichts der Missbrauchsskandale gebe niemand der Kirche die Kompetenz, etwas zur Jugend zu sagen. Dann kritisierte er das Arbeitspapier -und insbesonders, dass dort das Wort "LGBT" zu lesen war. Unfassbar für ein kirchliches Dokument, schäumte Exzellenz.

Bei letzterem Thema fand Chaput Verbündete aus dem Süden: Das katholische Unwort kommt in der Botschaft der Synode nicht mehr vor. Beim Missbrauchsthema hingegen waren viele Hirten aus der "Dritten Welt" nicht dʼaccord mit dem Amtsbruder aus den USA: Der sexuelle Missbrauch sei nur ein "westliches" Thema. Das stimmt natürlich ganz und gar nicht, aber beide hier angedeuteten Diskussionen zeigen, welcher Gesprächsbedarf in der katholischen Weltkirche herrscht. Und dass die klerikale Männerbastion dringend einer Kurskorrektur bedarf.

Papst Franziskus versuchte auch mit der Jugendsynode, Marksteine in Richtung "Synodalität" zu setzen. Doch er weiß, dass er die Bremser mit im Boot halten muss. Der Papst hat die Regeln der Bischofssynode kurz vor deren Beginn neu bestimmt -aber längst nicht weit genug verändert. Die alten Strukturen müssen auch aus den Köpfen der Hirten verschwinden.

Die Zusammenkunft in Rom war fröhlich und aufbrechend -das ließ auch Österreichs Kardinal Christoph Schönborn aus den Couloirs der Synode verlauten. Aber ebenso gab es qualifizierte Forderungen, endlich Frauen maßgeblich in kirchliche Entscheidungsprozesse einzubinden. Und die Jungen sowieso. Mag sein, das Gottes Mühlen, vor allem wenn sie sich in Rom befinden, langsam mahlen: Der Weg der Kirche zeichnet sich da längst ab -auch wenn es die konservativen Ränder nicht freut.

In Jahresfrist folgt die nächste Bischofssynode -eine regionale zum Thema Amazonien. Das heiße Eisen Pflichtzölibat für Priester steht dabei längst auf der Agenda. Es geht also auch dort um Veränderungen in der Welt wie in der Weltkirche. Beide werden unter Garantie nicht zur Ruhe kommen. Das ist auch gut so.