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Um Vielfalt in der einheit

1945 1960 1980 2000 2020
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Analog zur politischen Wetterlage hat auch die Ökumene zwischen Ost und West schon viel bessere Zeichen gesehen. Da ist das innerorthodoxe Zerwürfnis zwischen Konstantinopel und Moskau um die Ukraine (vgl. Seite 14), das von Moskau auch als Ausdruck des Ost-West-Konflikts apostrophiert wird, und das die Weltorthodoxie in ihre größte Krise zu stürzen droht. Aber auch Berichte aus Zypern beunruhigen, wo zur Orthodoxie übergetretene Katholiken einer Wiedertaufe unterzogen wurden - was in den letzten Jahrzehnten undenkbar war, gilt doch die Taufe jedenfalls zwischen Rom und der Orthodoxie als unstrittiges Sakrament.

Bei den Westkirchen weht da ein anderer Wind. Mitte September trafen sich -hierzulande unbemerkt - die rund 100 Mitgliedskirchen der "Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa"(GEKE) in Basel zu ihrer Vollversammlung. Bis dahin war Österreichs lutherischer Bischof Michael Bünker Generalsekretär der Kirchengemeinschaft, das GEKE-Generalsekretariat bleibt weiter in Wien.

Bei der Vollversammlung wurde ein offizieller Dialog zwischen der katholischen Kirche und der GEKE gestartet - ein zukunftsträchtiger Schritt. Das Modell der GEKE an sich könnte für die Ökumene richtungsweisend sein: denn die GEKE vereint unterschiedliche lutherische, reformierte und unierte Lehrtraditionen unter einem Dach, und es gibt trotz aller Lehrunterschiede die Predigt-und Abendmahlsgemeinschaft. Das heißt, die Mitglieder der einzelnen GEKE-Kirchen können bei den jeweils anderen am Abendmahl teilnehmen. Zumindest in einer Zukunftsperspektive könnte ein derartiges Modell auch für die katholische Kirche interessant werden.

Selbstredend hat das Konzept einer Einheit in bunter Vielfalt, das die GE-KE seit nunmehr 45 Jahren erfolgreich praktiziert, auch eine aktuelle europapolitische Dimension: In dem von nationalen Partikularinteressen gebeutelten Kontinent ist es zurzeit essenziell, Modelle gleichzeitig gelebter Verschiedenheit und Einheit zu propagieren. Bei der GEKE-Vollversammlung, die am 18. September zu Ende ging, war man sich bewusst, wie wichtig es ist, "gegen zentrifugale Kräfte in Europa Akzente" zu setzen, wie es Bischof Bünker treffend formulierte.

Analog zur politischen Wetterlage hat auch die Ökumene zwischen Ost und West schon viel bessere Zeichen gesehen. Da ist das innerorthodoxe Zerwürfnis zwischen Konstantinopel und Moskau um die Ukraine (vgl. Seite 14), das von Moskau auch als Ausdruck des Ost-West-Konflikts apostrophiert wird, und das die Weltorthodoxie in ihre größte Krise zu stürzen droht. Aber auch Berichte aus Zypern beunruhigen, wo zur Orthodoxie übergetretene Katholiken einer Wiedertaufe unterzogen wurden - was in den letzten Jahrzehnten undenkbar war, gilt doch die Taufe jedenfalls zwischen Rom und der Orthodoxie als unstrittiges Sakrament.

Bei den Westkirchen weht da ein anderer Wind. Mitte September trafen sich -hierzulande unbemerkt - die rund 100 Mitgliedskirchen der "Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa"(GEKE) in Basel zu ihrer Vollversammlung. Bis dahin war Österreichs lutherischer Bischof Michael Bünker Generalsekretär der Kirchengemeinschaft, das GEKE-Generalsekretariat bleibt weiter in Wien.

Bei der Vollversammlung wurde ein offizieller Dialog zwischen der katholischen Kirche und der GEKE gestartet - ein zukunftsträchtiger Schritt. Das Modell der GEKE an sich könnte für die Ökumene richtungsweisend sein: denn die GEKE vereint unterschiedliche lutherische, reformierte und unierte Lehrtraditionen unter einem Dach, und es gibt trotz aller Lehrunterschiede die Predigt-und Abendmahlsgemeinschaft. Das heißt, die Mitglieder der einzelnen GEKE-Kirchen können bei den jeweils anderen am Abendmahl teilnehmen. Zumindest in einer Zukunftsperspektive könnte ein derartiges Modell auch für die katholische Kirche interessant werden.

Selbstredend hat das Konzept einer Einheit in bunter Vielfalt, das die GE-KE seit nunmehr 45 Jahren erfolgreich praktiziert, auch eine aktuelle europapolitische Dimension: In dem von nationalen Partikularinteressen gebeutelten Kontinent ist es zurzeit essenziell, Modelle gleichzeitig gelebter Verschiedenheit und Einheit zu propagieren. Bei der GEKE-Vollversammlung, die am 18. September zu Ende ging, war man sich bewusst, wie wichtig es ist, "gegen zentrifugale Kräfte in Europa Akzente" zu setzen, wie es Bischof Bünker treffend formulierte.