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Vom Protest zur blutigen Schlacht um den Maidan

Mindestens 25 Menschen starben Dienstag und Mittwoch auf dem Freiheitsplatz im Zentrum Kiews in der blutigsten Auseinandersetzung seit dem Beginn der Proteste gegen die Regierung von Präsident Janukowitsch. Schon Dienstag hatten die Sicherheitskräfte versucht, die Barrikaden der Demonstranten zu überwinden. Dabei wurden von beiden Seiten Schusswaffen eingesetzt. Die Demonstranten setzten die Sperren in Brand, um ein Vorrücken der Polizei zu erschweren. Militär und andere Sicherheitskräfte riegelten Kiew ab, um anderen Protestgruppen den Zugang zur Hauptstadt zu erschweren. Auch die U-Bahn und und der Bahnhof der Stadt wurden gesperrt.

In nächtlichen Verhandlungen beharrte die Opposition auf einem sofortigen Abzug der Sicherheitskräfte. Das lehnte Viktor Janukowitsch ab und drohte mit der endgültigen Räumung des Platzes. Mittlerweile mehrten sich in Europa und den USA die Stimmen für sofortige Sanktionen gegen das Regime. In Brüssel tagten am Mittwoch die EU-Botschafter, eine Krisensondersitzung der EU-Außenminister auf Veranlassung Polens schien wahrscheinlich. Russland beschuldigte unterdessen den Westen, die Unruhen angezettelt zu haben. Experten kritisierten hingegen Russland, das ukrainische Regime zu dem harten Vorgehen ermuntert zu haben. Am Montag hatte Moskau zwei Milliarden Dollar an Wirtschaftshilfe an das Regime überwiesen. Zuvor hatte Moskau die Hilfe eingefroren - als Reaktion auf die Lockerung des Demonstrationsverbotes und die Verhandlungen mit der Opposition.

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