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Von Linksruck keine rede

1945 1960 1980 2000 2020
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Es ist wahr: Das Ergebnis der bayerischen Landtagswahlen vom letzten Sonntag bedeutet einen ziemlichen Dämpfer für die erfolgsverwöhnte CSU. Gleichzeitig muss man sagen, dass andere Parteien von solchen "Niederlagen" nur träumen können: Der Verlust von zehn Prozentpunkten ist gewiss schmerzlich, aber mit 37 Prozent sind die Christlichsozialen noch immer mehr als doppelt so stark wie die zweitplatzierten Grünen. Und natürlich ist der bayerische Landtag weit von einer linken Mehrheit entfernt: Grüne und SPD kommen gerade einmal auf 60 von 205 Sitzen.

Zur Relativierung der einschlägigen Berichterstattung wäre auch noch zu ergänzen, dass die CSU 2008 mit 43 Prozent ein nur unwesentlich besseres Ergebnis erzielte und auch damals die absolute Mehrheit verlor. Der Absturz war damals noch ungleich dramatischer: minus 17 Prozent nach den fast 61 Prozent von 2003 unter Edmund Stoiber (das zweitbeste Ergebnis der CSU-Geschichte; das beste erzielte - nein, nicht Franz Josef Strauß, sondern Alfons Goppel 1974: 62,1 Prozent).

Ein wenig seltsam mutet an, wenn nun da und dort suggeriert wird, die CSU müsste doch mit den Grünen eine Regierung bilden. Wie sollte das den Grünen zumutbar sein, ist doch aus ihrer Sicht die CSU so etwas wie eine AfD mit freundlichem Antlitz? Es sei denn, man wäre der Meinung, die CSU müsse als Folge der Niederlage nun nach "links" rücken. Das kann man sich natürlich wünschen, aber es spricht wenig dafür, dass die CSU-Verluste (180.000 an die Grünen, aber rund doppelt so viel an AfD und Freie Wähler) eine Folge ihres zu "rechten" Kurses waren. Eher haben diese wohl damit zu tun, dass der Kurs der CSU und insbesondere ihres Vorsitzenden Horst Seehofer mit Konsequenz ungefähr soviel zu tun hatte wie ein EKG mit einer geraden Linie. Da hat die AfD (bei aller berechtigten Kritik an ihr) mit ihrem Slogan schon den Finger auf den wunden Punkt gelegt: "Die AfD hält, was die CSU verspricht".

Würde die CSU, würden die Unionsparteien generell halten, was sie versprechen bzw. die Bürger sich von ihnen erwarten, bräuchte es keine selbsternannte "Alternative".

Es ist wahr: Das Ergebnis der bayerischen Landtagswahlen vom letzten Sonntag bedeutet einen ziemlichen Dämpfer für die erfolgsverwöhnte CSU. Gleichzeitig muss man sagen, dass andere Parteien von solchen "Niederlagen" nur träumen können: Der Verlust von zehn Prozentpunkten ist gewiss schmerzlich, aber mit 37 Prozent sind die Christlichsozialen noch immer mehr als doppelt so stark wie die zweitplatzierten Grünen. Und natürlich ist der bayerische Landtag weit von einer linken Mehrheit entfernt: Grüne und SPD kommen gerade einmal auf 60 von 205 Sitzen.

Zur Relativierung der einschlägigen Berichterstattung wäre auch noch zu ergänzen, dass die CSU 2008 mit 43 Prozent ein nur unwesentlich besseres Ergebnis erzielte und auch damals die absolute Mehrheit verlor. Der Absturz war damals noch ungleich dramatischer: minus 17 Prozent nach den fast 61 Prozent von 2003 unter Edmund Stoiber (das zweitbeste Ergebnis der CSU-Geschichte; das beste erzielte - nein, nicht Franz Josef Strauß, sondern Alfons Goppel 1974: 62,1 Prozent).

Ein wenig seltsam mutet an, wenn nun da und dort suggeriert wird, die CSU müsste doch mit den Grünen eine Regierung bilden. Wie sollte das den Grünen zumutbar sein, ist doch aus ihrer Sicht die CSU so etwas wie eine AfD mit freundlichem Antlitz? Es sei denn, man wäre der Meinung, die CSU müsse als Folge der Niederlage nun nach "links" rücken. Das kann man sich natürlich wünschen, aber es spricht wenig dafür, dass die CSU-Verluste (180.000 an die Grünen, aber rund doppelt so viel an AfD und Freie Wähler) eine Folge ihres zu "rechten" Kurses waren. Eher haben diese wohl damit zu tun, dass der Kurs der CSU und insbesondere ihres Vorsitzenden Horst Seehofer mit Konsequenz ungefähr soviel zu tun hatte wie ein EKG mit einer geraden Linie. Da hat die AfD (bei aller berechtigten Kritik an ihr) mit ihrem Slogan schon den Finger auf den wunden Punkt gelegt: "Die AfD hält, was die CSU verspricht".

Würde die CSU, würden die Unionsparteien generell halten, was sie versprechen bzw. die Bürger sich von ihnen erwarten, bräuchte es keine selbsternannte "Alternative".