Tanker - Tanker bei Hormuz - © Foto: getty images / kozmoat98
International

Wahre Waffenkraft

1945 1960 1980 2000 2020

Der Iran gilt als der Aggressor. Doch einen Krieg würde Teheran gegen seine Nachbarn verlieren.

1945 1960 1980 2000 2020

Der Iran gilt als der Aggressor. Doch einen Krieg würde Teheran gegen seine Nachbarn verlieren.

Manche Menschen tun ihren Feinden einen gro­ßen Gefallen, indem sie große Stärke behaupten, wo davon vergleichsweise wenig ist. So markierte einer der ehemaligen Chefs der iranischen Revolutionsgarden, Mohsen Rezaei, einen sehr starken General, als er im Mai meinte: „Mr. Trump, sagen Sie Ihren Schiffen, dass sie den Booten der Revolutionsgarden nicht zu nahe kommen sollen.“ Schnellboote gegen Flugzeugträger?

Herrn Trump schien das und der Abschuss einer US-Drohne über iranischem Gebiet willkommen. Seither herrscht tatsächlich Kriegsgefahr und für die meis­ten geht die Gefahr vom Iran aus. Würde man aber allein die Zahlen sprechen lassen, dann würde sich ein anderes Bild zeigen. Denn die Stärke des Iran ist gemessen an dem, wie die Region außerhalb des Iran mit Waffen strotzt, nur eingebildet.

Natürlich kann man nicht behaupten, der Iran sei ein friedliches Land. Überall in der Region versucht er seine Macht durch Einflussnahme und Unterstützung zum Teil terroristischer Gruppen zu erhalten. Aber für einen offenen militärischen Konflikt sind andere Mittel notwendig. Und diese Mittel hat der Iran nicht, wenn es nach den Statistiken der Verteidigungsminis­terien der Region, den Berichten zahlreicher internationaler Organisationen wie dem renommierten Friedensforschungsinstitut SIPRI in Stockholm und den Reports der Waffenexperten von „Global Security Org.“ und Janes’s Defence Weekly geht, die die FURCHE zum Vergleich zusammengetragen hat.

Saudische Überlegenheit

So misst das SIPRI beispielsweise die jährlichen Rüstungseinkäufe im Nahen und Mittleren Osten schon seit Jahren mit wachsender Sorge. Das ist allerdings weniger dem Iran, als seinen Nachbarn geschuldet. Saudi-Arabien kauft jährlich Waffen um mehr als 70 Milliarden Dollar ein und liegt an der zweiten Stelle der Waffenimporte weltweit. Der Iran dagegen versucht mit 20 Milliarden, ein offensichtlich nicht mehr neues Arsenal an Geräten instand zu halten. Allein die Vereinigten Arabischen Emirate, die im Vergleich nur über einen Bruchteil der Landfläche des Iran verfügen, haben ein höheres Rüstungsbudget (22 Milliarden Dollar).

Das Missverhältnis wird noch eklatanter, wenn man einzelne Truppenteile vergleicht. Saudi-Arabiens Luftwaffe verfügt etwa über 400 Fighterjets modernster Bauweise, die Vereinigten Arabischen Emirate über 140 Kampfjets, beide sind schon seit Jahren die besten Kunden der USA, Großbritanniens und Frankreichs auf dem Waffenmarkt. Der Iran kann da mit seiner Airforce nicht mithalten. Die Flugzeuge sind zum Teil seit mehr als 30 Jahren in Dienst. Ihre Zahl, 270 Stück insgesamt, stagniert seit 1990, so wie die Zahl der Angehörigen der Luftstreitkräfte, die von 35.000 auf 30.000 gesunken ist.

Manche Menschen tun ihren Feinden einen gro­ßen Gefallen, indem sie große Stärke behaupten, wo davon vergleichsweise wenig ist. So markierte einer der ehemaligen Chefs der iranischen Revolutionsgarden, Mohsen Rezaei, einen sehr starken General, als er im Mai meinte: „Mr. Trump, sagen Sie Ihren Schiffen, dass sie den Booten der Revolutionsgarden nicht zu nahe kommen sollen.“ Schnellboote gegen Flugzeugträger?

Herrn Trump schien das und der Abschuss einer US-Drohne über iranischem Gebiet willkommen. Seither herrscht tatsächlich Kriegsgefahr und für die meis­ten geht die Gefahr vom Iran aus. Würde man aber allein die Zahlen sprechen lassen, dann würde sich ein anderes Bild zeigen. Denn die Stärke des Iran ist gemessen an dem, wie die Region außerhalb des Iran mit Waffen strotzt, nur eingebildet.

Natürlich kann man nicht behaupten, der Iran sei ein friedliches Land. Überall in der Region versucht er seine Macht durch Einflussnahme und Unterstützung zum Teil terroristischer Gruppen zu erhalten. Aber für einen offenen militärischen Konflikt sind andere Mittel notwendig. Und diese Mittel hat der Iran nicht, wenn es nach den Statistiken der Verteidigungsminis­terien der Region, den Berichten zahlreicher internationaler Organisationen wie dem renommierten Friedensforschungsinstitut SIPRI in Stockholm und den Reports der Waffenexperten von „Global Security Org.“ und Janes’s Defence Weekly geht, die die FURCHE zum Vergleich zusammengetragen hat.

Saudische Überlegenheit

So misst das SIPRI beispielsweise die jährlichen Rüstungseinkäufe im Nahen und Mittleren Osten schon seit Jahren mit wachsender Sorge. Das ist allerdings weniger dem Iran, als seinen Nachbarn geschuldet. Saudi-Arabien kauft jährlich Waffen um mehr als 70 Milliarden Dollar ein und liegt an der zweiten Stelle der Waffenimporte weltweit. Der Iran dagegen versucht mit 20 Milliarden, ein offensichtlich nicht mehr neues Arsenal an Geräten instand zu halten. Allein die Vereinigten Arabischen Emirate, die im Vergleich nur über einen Bruchteil der Landfläche des Iran verfügen, haben ein höheres Rüstungsbudget (22 Milliarden Dollar).

Das Missverhältnis wird noch eklatanter, wenn man einzelne Truppenteile vergleicht. Saudi-Arabiens Luftwaffe verfügt etwa über 400 Fighterjets modernster Bauweise, die Vereinigten Arabischen Emirate über 140 Kampfjets, beide sind schon seit Jahren die besten Kunden der USA, Großbritanniens und Frankreichs auf dem Waffenmarkt. Der Iran kann da mit seiner Airforce nicht mithalten. Die Flugzeuge sind zum Teil seit mehr als 30 Jahren in Dienst. Ihre Zahl, 270 Stück insgesamt, stagniert seit 1990, so wie die Zahl der Angehörigen der Luftstreitkräfte, die von 35.000 auf 30.000 gesunken ist.

Die Landstreitkräfte, seit den Golfkriegen der Stolz des Iran, sind in der Stärke auf 800.000 zurückgegangen, ebenso wie die Kampfpanzer. Auch da liegt Saudi-Arabien mit 1200 modernsten Kampfpanzern schon weit vor den Iranern.

Die Landstreitkräfte, seit den Golfkriegen der Stolz des Iran, sind in der Stärke ebenfalls von 850.000 auf 800.000 zurückgegangen, ebenso wie die Kampfpanzer von 1300 auf 1130. Auch da liegt Saudi-Arabien mit 1200 modernsten Kampfpanzern schon weit vor den Iranern. Von den ebenfalls stark aufrüstenden Staaten Irak und Kuweit ganz zu schweigen.

Dass passt natürlich nicht zu den großen Truppenaufmärschen und martialischen Tönen, die Teheran so sehr liebt. Es würde eher zu einer Angst Teherans passen, dass die Nachbarn langsam die militärische Übermacht gewinnen – zumal gemeinsam mit den USA. Ist die Lage also „brandgefährlich“? Das mag nun tatsächlich so sein, aber wenn es so ist, dann ist der Grund dafür nicht die iranische Siegessicherheit, sondern militärische Untergangsangst.