Afrika  - © FOTO: APA/CREATIVSTUDIO BOGATAJ

Wie eine faire Energie-Wende gelingt

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Die Transformation hin zu erneuerbaren Energien droht Nord-Süd-Klüfte weiter zu vertiefen. Frauennetzwerke und Energiepartnerschaften könnten helfen. Ein Gastkommentar.

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Die Transformation hin zu erneuerbaren Energien droht Nord-Süd-Klüfte weiter zu vertiefen. Frauennetzwerke und Energiepartnerschaften könnten helfen. Ein Gastkommentar.

Lange bevor der russische Angriff auf die Ukraine die Öl- und Gas­abhängigkeit Europas als strategisches Handicap erkennbar werden ließ, war sich die Staatengemeinschaft einig: Die Umgestaltung der Weltenergiesystemen hin zu „nachhaltiger Energie für alle“ ist ein zentraler Schlüssel für eine gedeihliche Zukunft der Menschheit.

So enthält die „Agenda 2030“, die im Jahr 2015 von allen UN-Mitgliedsstaaten in New York angenommene Blaupause für nachhaltige Entwicklung, auch Eckpunkte für diese nötige Energiewende. Konkret fordert das „Sustainable Development Goal (SDG) 7“ bis zum Jahr 2030 einen Zugang zu Strom und sauberen Kochstellen für alle, eine Zunahme des Anteils der erneuerbaren Energien sowie beschleunigte ­Effizienzverbesserungen. Dieses Ziel 7 ist gleichermaßen wichtig für die Überwindung von extremer Armut, für die Umsetzung der Pariser Vereinbarungen zur Stabilisierung des Weltklimas wie auch für das aktuell besonders heftig diskutierte Thema Energie­sicherheit.

733 Millionen Menschen ohne Elektrizität

Der Fortschrittsbericht 2022 der UNO zum SDG 7 freilich zeigt eine weite Kluft zwischen dem Beschlossenen und der Lebenswirklichkeit vieler Menschen. Die öffentlichen Investitionen in erneuerbare Energien in Entwicklungsländern sind rückläufig, eine Erholung ist kurzfristig nicht zu erwarten. Immer noch ­haben 733 Millionen Menschen keinen Zugang zu Elektrizität, und 2,4 Milliarden Menschen sind auf krankmachende, verschmutzende und ineffiziente Kochstellen angewiesen. Bei gleichbleibendem Trend geht die Internationale Energieagentur in Paris (IEA) im Jahr 2030 von 670 Millionen Menschen ohne Zugang zu Strom aus – Menschen, die damit auch ausgeschlossen sind von allen Verbesserungen, etwa bei Gesundheit und Bildung, welche die Digitalisierung mit sich bringen könnte.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am weltweiten Gesamt-Endenergieverbrauch stieg von 16,1 Prozent im Jahr 2010 auf 17,7 Prozent im Jahr 2019. Laut UNO muss ihr Anteil bis 2030 aber jedenfalls auf rund 30 Prozent gehoben werden, um das Pariser Klimaziel zu verwirklichen. Strategische Energiesicherheit verlangt einen weitaus höheren Anteil an lokal verfügbaren erneuerbaren Energien.

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