Kunshaus - © Foto: © Bunny Rogers, Kunsthaus Bregenz  Von
Ausstellung

Memento mori auf Amerikanisch

1945 1960 1980 2000 2020

„Kind Kingdom“ nennt die junge texanische Künstlerin Bunny Rogers ihre Ausstellung im Kunsthaus Bregenz. Ein ebenso betörender wie verstörender Auftritt, der viele Fragen aufwirft.

1945 1960 1980 2000 2020

„Kind Kingdom“ nennt die junge texanische Künstlerin Bunny Rogers ihre Ausstellung im Kunsthaus Bregenz. Ein ebenso betörender wie verstörender Auftritt, der viele Fragen aufwirft.

Was treibt eine Dreißigjährige wie die amerikanische Künstlerin Bunny Rogers an, ihre eigene Beerdigung zu inszenieren? Ist spekulatives Kalkül da geschickt am Werk, tiefe persönliche Betroffenheit oder die grenzgängerische Lust am Abgründigen? Wir wissen es nicht wirklich, auch nicht nach dem Besuch der sämtliche Ebenen des Bregenzer Kunsthauses vereinnahmenden Installation der international umtriebigen Texanerin. Dessen wunderbar transluzide Hülle erweist sich als idealer Spielort für die seltsam berührenden, in fantastischer Opulenz zwischen Poesie und Abgründigkeit lavierenden begehbaren Bilder, die von konkreten Ereignissen wie der Massenhysterie rund um Lady Dianas Tod oder dem viele junge Menschenleben kostenden Massaker in der amerikanischen Columbine Highschool von 1999 inspiriert sind. Getrieben von der unerklärlichen Angst Bunny Rogers’ vor dem Vergessenwerden, weshalb sie gesteht, Beerdigungen und Friedhöfe zu lieben, wie auch die oft makabren Totenrituale diverser archaischer Kulturen.

Versteinerte Trauer

Das in nächtliche Dunkelheit gehüllte Grab, das sie für sich selbst im Erdgeschoss des Kunsthauses erfunden hat, ist allerdings ein sehr amerikanisches. Angelegt auf einem perfekten grünen Rasenstück, in dem einzelne Glühwürmchen blinken. Der Grabhügel ist mit in pinke Folien gehüllten Schokoladeherzen besteckt und mit üppig aus Rosen geflochtenen Kränzen behängt. Auf einer Staffelei steht ein hyperrealistisch gemaltes Porträt der jung Verstorbenen – in der unschwer Bunny Rogers zu erkennen ist, die sich hier selbst ver ewigt hat.